Freitag, Jänner 28, 2022
Gemeinsam Richtung Klimaneutralität

Elf österreichische Leitbetriebe verpflichten sich mit dem klimaaktiv-Pakt, ihren CO2-Ausstoß bis 2030 mindestens zu halbieren.

Ein starkes Zeichen für den Klimaschutz setzten die CEOs namhafter österreichischer Großbetriebe, als sie im Rahmen des klimaaktiv-Jahrestreffens am 18. Oktober einen Pakt unterzeichneten.

Gemeinsam verfolgen die elf Unternehmen das ambitionierte Ziel, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um knapp 57 Prozent (Basis 2005) zu reduzieren. In absoluten Zahlen bedeutet das eine Reduktion von über 8,4 Mio. Tonnen CO2.
Das entspricht den durchschnittlichen jährlichen Treibhausgasemissionen von über 146.000 Pkw.

»Eine klimafreundlich ausgerichtete Wirtschaft ist ein zentraler Hebel zur Bewältigung der Klimakrise« , freut sich Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. »Das gemeinsame Commitment sowie messbare, effektive Maßnahmen über sämtliche Bereiche und Branchen hinweg, sind genau das, was wir jetzt brauchen.«

Mit der Aufnahme in den klimaaktiv-Pakt des Klimaschutzministeriums (BMK) beginnt für die Paktpartner – BUWOG, hali, HYPO NOE, Mc Donald’s Österreich, ORF, ÖBB, Ölz der Meisterbäcker, REWE International AG, UniCredit Bank Austria, Vöslauer und Zumtobel Group – ein strukturierter Prozess zur Optimierung ihres vorgelegten betrieblichen Klimaschutzkonzepts.

Die tatsächliche Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und die damit verbundene aktuelle Zielerreichung wird jährlich unabhängig überprüft, um maximale Glaubwürdigkeit und Transparenz nach innen und außen zu schaffen.

Einen Schritt voraus

Bis spätestens 2040 wollen die Unternehmen komplett aus Öl und Gas aussteigen. Um die geplante Treibhausgasreduktion wirklich zu erreichen und damit das nationale Klimaschutzziel nicht nur zu unterstützen, sondern sogar zu übertreffen, braucht es ein breites Bündel an betrieblichen Maßnahmen.

Der Büromöbelhersteller hali ist als einziges oberösterreichisches Unternehmen und einziger Branchenvertreter mit an Bord. »Die klimaaktiv-Partnerschaft verbindet Unternehmen, die im Nachhaltigkeitsbereich den Anspruch an sich selbst haben, einen Schritt vorauszugehen und aus Überzeugung mehr zu tun, als es der Gesetzgeber vorschreibt«, betont hali-Geschäftsführer Manfred Huber.

Bis 2025 will man in Eferding klimaneutral produzieren. Durch den Einsatz einer vollautomatisierten Fertigungsanlage und die Umstellung auf LED-Beleuchtung konnte der Energieverbrauch bereits kontinuierlich reduziert werden. Erst kürzlich wurde die größte Photovoltaikanlage der Region in Betrieb genommen.

In der Möbelproduktion setzt hali ausschließlich Feinspanplatten mit mindestens 50 Prozent Recyclinganteil ein. Das Holz stammt zu 85 Prozent aus österreichischen Wäldern. Der Verschnitt wird im hauseigenen Biomasse-Heizwerk weiterverwertet, dadurch kann der Wärmebedarf des Standortes zur Gänze aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden.

»Reduce – Reuse – Recycle steht sinngemäß schon seit Anfang der 2000er-Jahre auf unserer Agenda, auch wenn es damals vielleicht noch nicht so tituliert wurde«, sagt Birgit Aichinger, Geschäftsführerin der Vöslauer Mineralwasser GmbH.

Die weiteren geplanten Maßnahmen zielen auf die Reduktion des Materialeinsatzes sowie die signifikante Erhöhung des Mehrweganteils. Dieser beträgt aktuell etwas über 20 Prozent. Anfang 2022 bringt Vöslauer die erste PET-Mehrwegflasche auf den Markt.

»Mit dem Umstieg auf PET-Mehrweg werden wir künftig rund 400 Tonnen – rund 80 Prozent – pro Jahr an Material einsparen, das sind rund 420 Tonnen CO2«, beschreibt Co-Geschäftsführer Herbert Schlossnikl das Vorhaben.

Darüber hinaus sollen künftig alle verarbeiteten Materialien zur Gänze aus Recyclingmaterial bestehen oder aus Bio-Ursprung stammen.

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