Freitag, November 22, 2024

Die Baupakt-Partner begrüßen die Sanierungsoffensive der Bundesregierung. Um das Bewusstsein für klimafreundliche Maßnahmen zu heben, will man sich an einer öffentlichen Kommunikationskampagne beteiligen.

Im Herbst hatten die Baupakt-Partner – ein Zusammenschluss von Bundesinnung Bau, Fachverband Steine-Keramik, Gewerkschaft Bau-Holz sowie Global 2000 – Alarm geschlagen: Eine staatliche Förderung als Anreiz sei dringend notwendig, um die Sanierungsrate bei Wohn- und Betriebsgebäuden wieder anzuheben. Unter dem Druck der massiven Teuerung bei den Energiepreisen ging die Umsetzung schneller als bei so manchen anderen Regierungsvorhaben.

Mit dem Sanierungsscheck, der seit 1. Jänner 2023 beantragt werden kann, zeigen sich die Beteiligten zufrieden: Mit maximal 14.000 Euro falle der Förderbetrag zwar geringer aus als die geforderten 20.000 Euro, die Sanierungsoffensive sei dennoch ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz. Auch die Fördersätze für Teilsanierungen und Einzelbauteilsanierungen wurden erhöht, die Sanierungspauschalen angehoben und der Zeitraum zwischen Registrierung und Antragstellung ausgeweitet, um der hohen Nachfrage und möglichen Lieferengpässen gerecht zu werden. Bis 2026 stehen rund zwei Milliarden Euro aus Budgetmitteln bereit. 

Gute Argumente

Ein Viertel des heimischen Energieverbrauchs betrifft den Gebäudesektor. Rund die Hälfte des Gebäudebestands gilt als thermisch unzureichend. Die Energiekosten und der CO2-Ausstoß können durch bessere Dämmung und klimafreundliche Heiz- und Kühlsysteme nachhaltig gesenkt werden. Gleichzeitig stärken die Sanierungsmaßnahmen die regionale Wertschöpfung und schaffen Arbeitsplätze – eine Win-win-win-Situation.

Spätestens seit diesem Winter gibt es ausreichend Argumente, die Durchlässigkeit der eigenen vier Wände genauer unter die Lupe zu nehmen. Expert*innen sind sich ohnehin längst einig: Die nicht verbrauchte Energie ist die umweltfreundlichste Energie. Über viele Jahre war dieser Druck nicht gegeben, da Energie ausreichend verfügbar und günstig war. Entsprechend gering war auch der Anreiz, in die Dämmung von Bestandsgebäuden oder den Kesseltausch zu investieren. Österreich ist derzeit von der angestrebten Sanierungsrate von drei Prozent weit entfernt. 

An einem Strang ziehen

Um die Energiewende im Gebäudesektor zu schaffen, bedarf es jedoch noch weiterer Anstrengungen, meint Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz: »Es ist wichtig, dass nun auch die finanziell aufwendigeren Gebäudesanierungen attraktiv gefördert werden. Nur dann kann man von einem echten und nachhaltigen Klimaschutz sprechen, bei dem vor allem Energie eingespart wird.«

Auch in der öffentlichen Kommunikation der Maßnahmen sieht man noch Luft nach oben. Dämmung ist das Um und Auf – die effizienteste und umweltfreundlichste Wärmequelle ergibt erst Sinn, wenn die Außenhülle des Gebäudes optimal instandgesetzt wurde, da die Energie sonst gleich wieder verloren geht. »Dämmung bedeutet Energiesparen ohne Verzicht und sorgt für mehr Wohlbefinden im Winter wie im Sommer«, streicht Robert Schmid, Obmann des Fachverbands Stein- und keramische Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich, die Vorteile einer thermischen Sanierung hervor: »Eine Dämmung rechnet sich in der Regel in weniger als zehn Jahren, bei den aktuellen Energiepreisen sogar deutlich schneller. Das müssen wir stärker kommunizieren.«

»Dämmen bedeutet Energiesparen ohne Verzicht und mehr Wohlbefinden«, sagt Robert Schmid, Fachverband Steine-Keramik. (Bild: WKÖ)

Johannes Wahlmüller, Klima- und Energie-Campaigner von Global 2000, regt den Start einer breitenwirksamen Kampagne an: »Es gibt keine bessere Möglichkeit, Klimaschutz und die Erhöhung der Lebensqualität zu vereinbaren – also packen wir gemeinsam an und machen uns unabhängig von ausländischen Energieimporten.« Die Baupakt-Partner sind bereit, öffentlichkeitswirksame Maßnahmen zu unterstützen: »Nur wenn wir das Bewusstsein stärken und an einem Strang ziehen, können wir die notwendige Erhöhung der Sanierungsrate erreichen.«

(Titelbild: iStock)

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