Mittwoch, Juli 17, 2024

Explodierende Energiekosten, Inflation und Klimakrise – spätestens jetzt ist das Thema Energiesparen bei allen Menschen angekommen. Wer ein Eigenheim besitzt, hat vielfältige Möglichkeiten, um seinen Energiebedarf zu senken und so langfristig Umwelt und Geldbeutel zu schonen. Vor allem die Investition in gezielte Sanierungsmaßnahmen bietet erhebliches Einsparpotenzial. Das wird entsprechend vom Staat gefördert und steigert den Wert der eigenen Immobilie. Aber auch Mieter*innen können mit kleineren Maßnahmen ihre Heizkosten spürbar reduzieren.

Eines der größten Investitions- und Einsparpotenziale im privaten Gebäudebestand bietet die energetische Dachsanierung. Der Dachfensterhersteller Velux zeigt mit sechs Maßnahmen, wie man im Dachgeschoss Energie einsparen kann.

1. Wärmedämmung des Daches ist das A und O

Die Energie und Heizkosten eines Hauses lassen sich durch eine gute Wärmedämmung deutlich senken. Eine gut gedämmte und luft- beziehungsweise winddichte Gebäudehülle entspricht nicht nur dem Stand der Technik, sondern schafft Komfort in den eigenen vier Wänden und spart wertvolle Energie. Moderne Fenster haben eine ausgeglichene Energiebilanz: Durch Fenster entweicht zwar mehr Energie als durch gut gedämmte Wände, aber sie können die Einträge durch die Sonne in der Übergangszeit und im Winter nutzen. Zusätzlich besteht im Rahmen der Sanierung die Möglichkeit, das Dach auszubauen und so den Wohnraum zu erweitern. Je älter und unsanierter ein Haus, desto größer sind die Effekte und desto schneller amortisiert sich die Investition. 

2. Kraft der Sonne nutzen 

Wer sein Dach ohnehin energetisch saniert, kann auch darüber nachdenken, gleich die Dachfläche für aktive Energiegewinnung in Form von Photovoltaik zu nutzen. Der Strom aus der PV kann außerdem für das Betreiben einer Wärmepumpe genutzt werden, die Öl- oder Gasheizungen ersetzt. Trotz optimaler Ausnutzung der Dachfläche gilt es aber, eine ausreichende Tageslicht-Versorgung der Innenräume sicherzustellen. Gerade Licht von oben schafft ideale Belichtungsmöglichkeiten und reduziert obendrein noch den Energiebedarf für elektrische Beleuchtung. Aus dem Zusammenspiel von Energie und Licht kann die Kraft der Sonne optimal für das eigene Zuhause genutzt werden. Für die Kombination von PV-Systemen und Dachfenstern gibt es spezielle Eindeckrahmen, mit denen sich Dachfenster und Solarmodule problemlos kombinieren lassen. 

3. Austausch alter Dachfenster 

Zu einer gut gedämmten Gebäudehülle gehören adäquate Fenster. Sind diese älter als 15 Jahre, sollten sie bei thermischen Sanierungen ausgetauscht werden. Einfacher wird das durch die Förderungen des Bundesministeriums für Klimaschutz (BMK), das bei thermischen Gebäudesanierungen den Austausch von Fenstern unter folgenden Bedingungen unterstützt: Das Gebäude muss mindestens 20 Jahre alt sein und die Fenster einen Wärmedämmwert von Uw = 1,1 W/(m²K) oder niedriger haben. Insgesamt müssen mindestens 75 Prozent aller Fenster im Haus getauscht werden. 10 Prozent der förderfähigen Kosten werden gedeckt, wobei die maximale Förderhöhe bei 2.000 Euro liegt. 

Wer sein Dach ohnehin energetisch saniert, kann auch darüber nachdenken, die Dachfläche gleich für Photovoltaik oder Solarthermie zu nutzen.

4. Fördermaßnahmen ausschöpfen 

Der Staat fördert sowohl einzelne Maßnahmen wie den Dachfenstertausch als auch die komplette Sanierung eines Hauses, wenn sie zu einer höheren Energieeffizienz führen. Das betrifft Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser, die mindestens 20 Jahre alt sind. Hier gibt es je nach Umfang der Sanierungsarbeiten verschiedene Förderungsmöglichkeiten. Unterschieden wird dabei beispielsweise in thermische Sanierungen nach klimaaktiv-Standard, umfassende Sanierungen oder Teilsanierungen. Generell gibt es je nach Bundesland verschiedene Förderungs- und Finanzierungsangebote, weshalb es sich empfiehlt, vor Projektbeginn Informationen über die individuellen Möglichkeiten einzuholen. Eine Anlaufstelle ist beispielsweise die Website des Bundesministeriums für Finanzen, oesterreich.gv.at.

5. Sonneneinstrahlung in der kalten Jahreszeit nutzen

Besonders in der kalten Jahreszeit können Bewohner*innen mit Dachfenstern von der Sonneneinstrahlung profitieren. Im Vergleich zu Fassadenfenstern leiten Dachfenster aufgrund ihrer Ausrichtung zum Himmel das Licht tiefer und direkt in die Räume und unterstützen dabei, den Raum aufzuwärmen. Damit tragen sie wesentlich zum Raumklima und der Energienutzung bei. 

6. Optimierung durch Smart-Home-Lösungen 

Gerade im Winter fällt das Lüften schwer, dabei ist frische Luft entscheidend für ein gesundes Raumklima. Hier kann man sich von Smart-Home-Lösungen helfen lassen, die beispielsweise die Steuerung von Rollläden übernehmen: Auf Basis von Temperatur- und Wetterdaten sorgen sie für einen möglichst energieeffizienten Einsatz. Sensorbasiert können solche Systeme auch die Steuerung der Dachfenster übernehmen und diese zum Lüften öffnen. Aber nur so lange wie notwendig -  die Luftfeuchtigkeit und CO2-Konzentration im Innenraum werden dabei gemessen. Sind diese Werte durch die Frischluftzufuhr wieder auf einem guten Niveau, schließen sich die Fenster automatisch und unnötige Wärmeverluste beim Lüften können vermieden werden.

(Bilder: Velux, Camedien GmbH) 

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