Donnerstag, Juli 18, 2024

Ab nächstem Jahr bekommen Bauarbeiter*innen einen neuen, mechanischen Kollegen: Der fischer BauBot unterstützt beim Befestigen, Bohren und Dokumentieren und soll so dazu beisteuern, die Gesundheit der menschlichen Bauausführenden zu schützen und die Sicherheit auf der Baustelle zu erhöhen. 

Der fischer Befestigungsroboter wurde in einer Entwicklungskooperation mit dem Wiener Start-up BauBot entwickelt, das sich mit mobilen Automatisierungslösungen für die Baustelle beschäftigt. Seit 2022 ist BauBot Teil der Unternehmensgruppe fischer, die sich mehrheitlich an dem jungen Unternehmen beteiligt hat. Durch die Anwendung des BauBot in Kombination mit einem digitalen Bauplan lassen sich Baustellenabläufe nahezu vollständig automatisieren. Im Ergebnis werde der Einsatz des Roboters die Effizienz beim Arbeiten erhöhen, Verarbeiter entlasten, Fehlerquoten reduzieren, Kosten sparen, und den Baufortschritt beschleunigen, hofft fischer. Neben dem Verkauf und der Vermietung des BauBot bietet fischer mit der Nutzung des Roboters einen Komplettservice an, von der Planung über die Ausführung bis zur Dokumentation. Ab 2023 wird der BauBot in den Niederlanden, in Österreich und in Deutschland zum Einsatz kommen.

Verstärkung auf der Baustelle

Der Baubot setzt und bohrt präzise an der im Bauplan vorgegebenen Stelle. Damit lassen sich Nacharbeiten und Verzögerungen vermeiden. Bevor mit den ausführenden Tätigkeiten begonnen wird, kann eine vollständige Vorab-Simulation der Bohr- und Setzprozesse des Roboters vorgenommen werden, um Montageabläufe weiter zu optimieren. Probleme wie die Projekt-Budgetüberschreitung oder Zeitverzug können so reduziert werden.

Der fischer BauBot ist auch angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels im Handwerk eine hilfreiche Unterstützung auf der Baustelle. So übernimmt der Roboter körperlich anstrengende, strapazierende Tätigkeiten und reduziert das Verletzungsrisiko der Mitarbeiter. Durch die integrierte Staubabsaugung leistet der Roboter außerdem einen Beitrag zur staubfreien Baustelle. Für die menschlichen Kolleg*innen sinkt so das Risiko, gesundheitsbedenkliche Stäube einzuatmen. Durch eine innovative Sensorik kann der Roboter jede Abweichung zum Standard-Bohr- und -Setzprozess detektieren und darauf reagieren. Außerdem dokumentiert er die Prozessparameter jedes einzelnen Schrittes und hinterlegt diese im BIM-Modell. Damit entfällt die aufwändige, manuelle Dokumentation.

Die nächste Stufe der Automatisierung am Bau: BauBot übernimmt das Vollautomatische Bohren, Bohrlochreinigen, Markieren und Befestigen an Decken, Wänden und in Böden.

Sichere Anwendung mit BIM

Sind keine digitalen Daten der Baustelle vorhanden, lässt sich mithilfe von fischer ein 3D-Scan durchführen. Anschließend wird die entstandene Punktwolke der Baustellenumgebung zur Erstellung des BIM-Modells genutzt. Sind alle Strukturen und Hindernisse genau erfasst, kann sich der Roboter komplikationsfrei automatisch Fortbewegen. Damit alle Lasten abgetragen werden und die Sicherheit gewährleistet ist, werden die geeigneten fischer Produkte für die Anwendungen ausgewählt und basierend auf den Anforderungen bemessen. Das Zusammenführen des BIM-Modells und der ausgewählten Produktdaten schafft dann die Daten-Grundlage für den BauBot. Auf dieser Basis wird der komplette Prozessablauf des Roboters, vom Verfahrweg der Plattform bis zum Bewegungsablauf des Roboterarms, vorab simuliert.

In der späteren Bauausführung bohrt der BauBot selbstständig, präzise und schnell alle geplanten Bohrpunkte. Position, Durchmesser und Tiefe der Bohrlöcher sind im BIM-Modell definiert. Der Bohrerwechsel zwischen unterschiedlichen Durchmessern und bei auftretendem Verschleiß funktioniert vollautomatisch, genauso das zulassungskonforme Reinigen der Bohrlöcher. Hierbei verhindert die Absaugvorrichtung ebenfalls den Austritt von Bohrstaub. Nach der Bohrlochreinigung wird das Bohrloch markiert, sodass es den einzelnen Gewerken zuordenbar ist. Im letzten Schritt entnimmt der BauBot vollautomatisch die ausgewählten Anker aus dem mitgeführten Magazin und bringt diese zulassungskonform in den Untergrund ein.

Intelligente Dokumentation

Alle Bohrdaten sind aufgrund eines integrierten Kraft- und Momenten-Sensors überwachbar und werden aufgezeichnet, sodass eine detaillierte Dokumentation sämtlicher Installationsparameter zur Verfügung steht. Diese Daten werden im BIM-Modell zur späteren Nachverfolgbarkeit hinterlegt. Eine eingebaute Videokamera dokumentiert darüber hinaus den Prozessablauf als Videomaterial. Unstimmigkeiten können somit im Nachgang untersucht werden.

Besonders bei Massenanwendungen und Großbauprojekten soll der BauBot künftig im Einsatz sein, so fischer. Passend zu den jeweiligen Projektanforderungen kann der Roboter verschiedene fischer Befestigungslösungen vollautomatisch setzen, z.B. fischer Bolzenanker in den Größen M6-M16. Er kann dabei Bohrlöcher in Stahlbeton im Durchmesser 6-18 mm erstellen.

Bilder: fischer)

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