Montag, Jänner 24, 2022

Was unterscheidet ein Audit von einem Assessment?

Was unterscheidet ein Audit von einem Assessment?

Single Euro Payments Area (SEPA) ist der neue europäische Zahlungsstandard für Euro Transaktionen innerhalb der Europäischen Union, welcher die verschiedenen nationalen Standards ablösen soll. Der SEPA Zahlungsraum umfasst 32 Staaten, dennoch gilt dieser nur für Euro Transaktionen.

Die verpflichtende Umstellung muss bis zum Februar 2014 erfolgen. Viele Firmen haben jedoch verabsäumt frühzeitig auf SEPA umzusteigen oder wissen nicht genau, was dazu nötig ist. SEPA ist in drei Kernelemente unterteilt: SEPA-Credit Transfer (Überweisungen), SEPA-Direct Debit (Lastschrift), SEPA-Cards Framework (Kartenzahlungen).

Allerdings sind nur Überweisungen und Lastschriftaufträge in der Praxis relevant.

Was ändert sich durch SEPA für Ihr Unternehmen?

. Nationale Kontonummern und Bankleitzahlen werden durch IBAN und BIC ersetzt

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Machtwort gefragt

Der finnische IT-Pionier Tieto lädt ein und die IT-Szene trifft sich zum realen Erfahrungsaustausch der virtuellen Welt.

Nach dem Motto „Lernen von den Besten“ präsentieren am 1.10.2013 im Wiener The STAGE (vormals TechGate) Unternehmen, wie Andritz, ASFINAG, Zellstoff Pöls und A1 Telekom ihre Best Practise-Projekte, während künftige Themen der Gesundheits-IT durch MedUni Wien, Infocentric Research, Äskulapp, FH Technikum Wien, Hartinger Consulting und InterSystems diskutiert werden.

Der Spezialist für „neues Arbeiten“ Philipp Rosenthal, von Infocentric Research, zeigt anhand eines Beispiels aus dem Hohen Norden, wie der Alltag im Jahr 2020 durch die IT gestützt sein wird und auch Bernhard Ludwig ist mit seiner „Anleitung zum Burn Out“ mit dabei.

Spezialisten von SAP, Microsoft, Tieto und Infocentric Research erörtern mit den Teilnehmern das Thema „Consumerization of IT“. Wird dieses Phenomän für Unternehmen nun Top oder doch Flop? Der Workshop “Gesundheitsreform – eine Herausforderung für die IT” wird von Hartinger Consulting geleitet.

Die Moderation der beiden Vortragsreihen “Die Zukunft der Gesundheits-IT” und “Trends in Business Innovation” haben Mag. Roland Schaffler, Herausgeber österreichisches Gesundheitsmagazin, und Martin Szelgrad, Chefredakteur Telekom- und IT Report, übernommen.

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Digital Natives bestimmen die Zukunft der Arbeit

Mehr und mehr Infokanäle in Unternehmen: Wie groß ist der tatsächliche Mehrwert? Denn wenn alle alles nutzen, funktioniert die Kommunikation nicht mehr.

Unlängst erzählte mir ein Bekannter von folgender Situation: Er saß in einem Meeting und erkannte, dass ihm im Gegensatz zu den anderen Meetingteilnehmern eine wesentliche Information fehlte. Anfänglich peinlich berührt, ärgerte er sich rasch, denn die Information war über einen neuen Kommunikationskanal verschickt worden. Mein Bekannter hatte sich bei dem Kanal erst eine Woche davor registriert und dem noch nicht viel Bedeutung geschenkt.

Kennen Sie solche oder ähnliche Vorfälle? »Wann denn?«, hieß es früher auf die Aussage: »Aber das habe ich Ihnen doch geschickt!«. Heutzutage fragt man auf so einen Satz besser: »Wohin denn?«

Wir sind in unserer Arbeit und auch in unserem Privatleben pausenlos von Kommunikation, Wissen und Information umgeben. Unsere Mitmenschen versuchen uns über unterschiedliche Kanäle zu erreichen. Es sind Kommunikationspfade, die leider die Angewohnheit haben, bestehende Wege nicht zu ersetzen, sondern parallel dazu zu existieren. »Aber Kommunikation und Information sind doch das A und O in unserer Wissensgesellschaft«, höre ich da Stimmen laut werden, und ich pflichte ihnen völlig bei. Die Schwierigkeiten kommen allerdings dort auf, wo es schlicht und ergreifend zu viel wird. Zu viel Information, zu viel Wissen und vor allem zu viele Kanäle, über die wir uns austauschen.
 
Kanalisierte Infofluten
Wir alle bekommen zahllose E-Mails am Tag, die alle gelesen werden wollen, oftmals mit großen Verteilerlisten (damit auch andere etwas davon haben). Vielleicht klingelt hin und wieder das Festnetz. Das Handy klingelt jedenfalls definitiv oft. Manchmal heben wir ab, manchmal geht der Anruf auf die Sprachbox, die dann natürlich abgehört werden will. Privat sind wir auf Facebook, das immer wieder in Ansätzen auch beruflich genutzt wird, wie mir auffällt. Wir sind auf Xing vernetzt und auf LinkedIn und wo auch immer noch. Wir nutzen Skype und im beruflichen Kontext vielleicht Lync. Und die ganz fortschrittlichen Unternehmen haben auch noch ihre eigenen Social-Collaboration-Tools im Einsatz, über die sich Mitarbeiter und wenn gewünscht auch Externe über Projekte und Themen austauschen können.

Bei all diesen vielen Kanälen, über die wir uns fleißig austauschen, stellt sich für mich schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Wie groß ist der tatsächliche Mehrwert gegenüber dem Risiko, buchstäblich aneinander vorbei zu kommunizieren? Denn wenn alle alles nutzen, funktioniert die Kommunikation nicht mehr.

Weniger ist mehr
Eine Lösung könnte sein, nicht mehr jedem Mitarbeiter jeden Kommunikationskanal und jedes Tool zur Verfügung zu stellen, sondern im Gegenzug Gruppen zu definieren. Diese Mitarbeitergruppierungen könnten anhand der Mobilität der Mitarbeiter, ihres Kommunikationsverhaltens – welche Apps und Tools werden genutzt, wird in Excel oder SAP gearbeitet – und Sensibilität der Informationen erfolgen. Jemand, der mit hochsensiblen und strategischen Informationen arbeitet, sollte nicht im Webcafé darauf zugreifen können. Andersrum wäre es verkehrt, einem Kundenbetreuer den mobilen Zugriff auf Unternehmensdaten einzuschränken. Aber brauchen Mitarbeiter auch in der Buchhaltung tatsächlich Lync auf ihrem Laptop? Es finden sich noch viele weitere Beispiele. Wenn Sie solche Gruppen definieren, wird sich rasch herausstellen, dass diese sich wenig an hierarchische Überlegungen koppeln, sondern rein die Arbeitsweise der Mitarbeiter widerspiegeln. Die Gruppen können sich somit quer durchs Unternehmen ziehen.

Ein nächster Schritt wäre dann, gemäß den Bedürfnissen dieser Gruppen zu bestimmen, welche Tools und Kanäle genutzt werden, und ob Sie den Zugriff auf unternehmensintern beschränken oder auch extern zulassen. Auf diese Weise sparen Sie nicht nur an Kosten, die für Software, Hardware oder Lizenzen anfallen, sondern Sie reduzieren auch die genannten Leerzeiten, in denen man zig Kanäle nach den richtigen Informationen durchsuchen muss. All dies sollte nicht passieren, um jemanden einzuschränken. Kanäle und Kommunikation haben aber bereits ein derartiges Ausmaß angenommen, dass allen alles nutzbar zu machen nicht sinnvoll ist.

Berufung versus Beruf

Der mobile Arbeitsplatz wird zur Selbstverständlichkeit. Doch wie soll seine technische Infrastruktur gestaltet sein, damit Arbeitgeber und Nutzer zufrieden sind?

Bereits heute bieten laut der Cisco-Studie „Workplace of the Future“ etwas mehr als ein Viertel aller Unternehmen ihren Mitarbeitern mobile Arbeitsplätze an. Zwei Eigenschaften prägen diese Arbeitsplätze heute: der Mobilitätsgrad und die Art der Arbeit.

Klarer Trend
Der Mobilitätsgrad ist durch den Arbeitsradius bestimmt. Laut „Mobile Workforce Survey 2012“, einer globalen Unternehmensumfrage von Novacrea Research Consulting in Zusammenarbeit mit The Future of Work Unlimited, wird zwischen intern mobilen, lokal mobilen und remote mobilen Arbeitsplätzen unterschieden. Intern mobil bedeutet, dass innerhalb des Firmengeländes, jedoch nicht am Arbeitsplatz gearbeitet wird. Lokal mobile Arbeitsplätze erlauben es, regelmäßig einen oder mehrere Tage in der Woche von zu Hause oder einem anderen Ort aus zu arbeiten. Remote mobile Arbeitsplätze sind für Personen gedacht, die weit weg vom Firmengebäude arbeiten und nur selten auf dem Firmengelände anzutreffen sind.

Mehr als die Hälfte aller mobil arbeitenden Personen sind gemäß der Cisco-Untersuchung hauptsächlich mit Arbeiten beschäftigt, die eine Form von Interaktion mit anderen erfordert – also Sitzungen (23 Prozent der Arbeitszeit), Telefongespräche (25 Prozent) oder auch andere Arten der Online-Zusammenarbeit (sieben Prozent).

2020 möchten 90 Prozent der Unternehmen mobile Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Damit sie dieses Vorhaben umsetzen können, müssen sie die heute gängige Praxis der vorgeschriebenen Arbeitsgeräte, der nur eingeschränkt zur Verfügung stehenden IT-Systeme und der engen Zugangsbeschränkungen auf Anwendungen und Daten verändern. Selbst Telefonie und Mail – die heute zur Verfügung stehenden Hauptkommunikationsinstrumente – sind in naher Zukunft stark zu verbessern.

Darüber hinaus ist es notwendig, die beiden wichtigsten Faktoren, Anwendungen und Daten, den Nutzern so zur Verfügung zu stellen, dass die interne IT die verschiedenen mobilen Arbeitsformen unterstützt.Intern mobil Arbeitende verbringen jeden Tag in einem Bürogebäude des Unternehmens, sind jedoch die meiste Zeit nicht an ihrem Arbeitsplatz. Eine ideale Arbeitsumgebung muss innerhalb der Firmengrenzen mitwandern und darf nicht fest an irgendein Gerät gebunden sein. Nur dann können sich intern mobil Arbeitende innerhalb der Firmengrenzen frei bewegen. Lokal mobil arbeitende Personen, die regelmäßig einen oder mehrere Tage in der Woche von zu Hause oder einem anderen Ort aus arbeiten, brauchen den gleichen sicheren und umfassenden Zugriff auf Anwendungen und Daten, den sie innerhalb des Firmengeländes haben.

Remote mobile Mitarbeiter, die weit entfernt vom Firmengebäude arbeiten und nur selten oder gar nie dort anzutreffen sind, benötigen diesen Zugriff ebenfalls – mit einem Unterschied: Sie brauchen ihn rund um die Uhr. Darüber hinaus sind Kommunikationsinstrumente notwendig, die eine physische Sitzungspräsenz weitgehend ersetzen – beispielsweise Videokonferenzen.

All diese Instrumente sind in die Organisationsabläufe des Unternehmens zu integrieren. Das erfordert nicht nur die Bereitschaft zu größeren Investitionen, sondern auch ein Umdenken auf Ebene der Unternehmen, die mobile Arbeitsplätze nicht nur als betriebswirtschaftliches Instrument der Rationalisierung sehen, sondern in ihre Unternehmenskultur integrieren.

24x7 Zugriff auf Daten
Die neuen Instrumente, die eine IT bereitstellen muss, werden sich von den heutigen Anwendungen stark unterscheiden. Sie unterstützen verschiedenste Plattformen und Geräte. Mobile Workers verfügen dank neuer Infrastrukturen künftig rund um die Uhr über einen sicheren Zugriff auf Daten und Dokumente – ganz gleich, wo sie sich gerade aufhalten. Die Unternehmens-IT wird sich in Zukunft flexibel an solche neuen Arbeitsmodelle anpassen und exakt da sein, wo sich gerade der mobile Arbeitsplatz befindet.

US-Aktien im Himmel

Im April hatte die japanische Regierung unter Ministerpräsident Abe das größte QE-Programm aller Zeiten angekündigt. Mit einem Umfang von 25% des BIP, bzw. 1,4 Bill. Dollar, und einer Laufzeit von zwei Jahren übertrifft es sogar alle QE-Aktivitäten der Fed. Die haben sich in den zurückliegenden vier Jahren auf vergleichsweise bescheidene 16% des US-amerikanischen BIP summiert. Würde die Fed dem japanischen Vorbild folgen, müsste sie QE-Programme im Volumen von 3,75 Bill. Dollar auflegen.


Die Abenomics genannte „neue“ japanische Wirtschaftspolitik sollte das Land aus der seit zwei Dekaden anhaltenden Deflationsspirale heraus katapultieren und der Wirtschaft einen nachhaltigen Wachstumsimpuls geben.

Neu an dieser Wirtschaftspolitik ist allerdings bestenfalls der Name und ihr Ausmaß – die Rezepte sind im Grunde nichts anderes als Keynessche Anreizpolitik. Diese mag unter bestimmten Bedingungen zeitweiliges Wachstum initieren, in einem deflationären Umfeld mit hoher Liquiditätspräferenz ist ein dauerhafter Impuls allerdings mehr als zweifelhaft.

Jetzt wurden die ersten BIP-Zahlen nach Beginn dieses „einmaligen Experiments“ gemeldet. Das japanische Bruttoinlandsprodukt ist demnach im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal nur um 0,6% angewachsen. Die bereits zuvor gesenkten Erwartungen von plus 0,9% wurden damit deutlich verfehlt.

Abe hätte es eigentlich wissen müssen: Die verschiedenen Regierungen haben in den zurückliegenden 20 Jahren bereits schon QE-Programme im Wert von zusammengerechnet rund 25% des BIP aufgelegt.

Japans Industrieproduktion ist im Juni um 3,3% gegenüber Mai zurückgegangen. Gleichzeitig ist der japanische Verbraucherpreisindex zum ersten Mal in den zurückliegenden 14 Monaten angestiegen. Der Zuwachs war zugleich der größte seit 2008, als die Rohstoffpreise auf Rekordflug waren.

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Einhorn oder Esel mit Stanitzel

Sparen, sparen, sparen. Die Rufe der neoliberalen Proponenten sind nicht zu überhören. An sich ist es ja nicht schlecht sorgsam mit den vorhandenen Mittel der Volkswirtschaften umzugehen. Die Frage ist nur wie. Hier scheint sich ein Ideologiekampf zwischen kurzfristigen Finanzerfolgen und gesellschaftspolitischen daher volkswirtschaftlich ausgerichteten Gedankenwelten abzuspielen. Diesem Spiel kann oder will sich die Politik nicht entziehen. Am Beispiel des öffentlichen Verkehrs kann man dies derzeit schon in Deutschland bei der Bahn sehen. Köpfe reduzieren um jeden Preis rächt sich letztendlich immer. Systeme können nur bedingt Menschen ersetzten, vor allem dann wenn es um Sicherheit und Qualität geht. Auch der verhehrende Unfall in Spanien lässt sich auf dieses Denkmuster zurückführen.

Auch in Österreich müssen wir uns den Problemen stellen. Hier verspricht die Politik, durchaus zu Recht, für den öffentlichen Verkehr immer bessere Angebote. Gleichzeitig werden aber die Möglichkeiten diese umzusetzen immer mehr verschlechtert. Auflagen an die Unternehmen und deren Verantwortliche sind einfach nicht nachvollziehbar. Ein Mehr an Angeboten bei gleichzeitiger Reduzierung der Mitarbeiteranzahl, Reduzierung der Arbeitszeit, Abbau von Überstunden, Verminderung der Krankenstandstage bei gleichzeitigem Aufahmestopp passt einfach nicht zusammen. Unabhängig davon ist es aber auch notwendig den technischen Zustand der Infrastruktur auf einem Niveau zu halten, welcher die Sicherheit und die langfristige Qualität nicht beeinträchtigt. Der Einsatz von hochtechnischen Systemen ist nur dann möglich, wenn auch eine entsprechende Anzahl von Menschen vorhanden ist, die den Einsatz dieser Einrichtungen auch ermöglichen. Ein Computer ersetzt keinen Menschen, es bedarf sogar mehrerer Personen um die Funktion aufrecht zu erhalten.

Die Politik und die Verantwortlichen in den Unternehmen sollten sich diesem Paradigmenwechsel mal stellen. Man kann sparen, aber nicht einfach nur über das präsentieren von beliebigen Kennzahlen. Man sollte sich mal auch mit den Prozessen auseinandersetzen und darüber nachdenken ob nicht unsere „Kontrollitis“ überzogen ist. Ist unser überzogener Regulierungswahn nicht Schuld am Geld ausgeben? Könnte man nicht mit etwas mehr an gesunden Menschenverstand auch Probleme lösen? Eines ist klar eine ausgepresste Zitrone gibt keinen Saft mehr und sie kann sich auch nicht mehr erholen. Orientieren wir uns wieder mehr an der Realwirtschaft und nehmen wir die unproduktive Finanzwirtschaft an die Leine.

Garant für die hintere Reihe

Alles beim Alten in Europa. Die EU-Kommission diskutiert neue Förderungen für Atomkraftwerke, das Bahnnetz schrumpft weiter und die Autobahnen werden kräftig ausgebaut. Wenn es ums Thema Infrastruktur geht, denken wir zuerst an Wasser und Asphalt. Die Netze der Informations- und Kommunikationstechnologien kommen in den Überlegungen der Politik kaum vor.

Rühmliche Ausnahme der traditionellen Missachtung des Konjunkturfaktors IKT sind jene 250 Mio. Euro aus den Erlösen der Frequenzversteigerungen im Herbst, die Infrastrukturministerin Doris Bures für den Breitbandausbau versprochen hat. Wenigstens fließt nicht der gesamte Inhalt des Versteigerungstopfes in den Wohnbau, dem der Rest zugesagt ist! Es zeigt sich: Die Bauwirtschaft ist im Lobbying seit jeher um Welten besser aufgestellt.

Was haben die IKT-Branche, und allen voran die Mobilfunker, da falsch gemacht? Zwei Dinge: Zum einen ist der Mobilfunk in den Anfangsjahren der Eroberung des Sprachtelefoniemarktes so erfolgreich gewesen, dass sich die klingelnden Kassen uns allen eingeprägt haben. Dieses Image hält nachhaltig an. Das gegenwärtige Herausapern von Korruptionsfällen und Parteienfinanzierungen rund um die Telekom sind Versatzstücke des Bühnenspiels IKT in Österreich, in dem die Telekom eine Hauptrolle unter den Melkkühen gespielt hat. Doch sind die goldenen Zeiten vorbei.

Heute schlägt die heimische Marktregulierung unter EU-Flagge in die Gegenrichtung aus und dreht so wichtige Einnahmequellen wie das Roaming ab. Derweil ist in der Politik gegenüber der IKT so weit Verständnis aufgekommen, dass bei Branchenevents anwesende Regierungsvertreter gebetsmühlenartig auf die Gefahren und Risiken des Internets verweisen. Das aber ist ebenfalls gefährlich: Sich zu ducken und traditionell österreichisch abzuwarten ist in der immer noch schnell wachsenden IT ein Garant für eine der hinteren Reihen unter den Wirtschaftsstandorten.

Narzissten unter sich

Wer in New York Theater machen will, muss ein Business-Profi sein.

Wien am Vorabend des Ersten Weltkrieges, das ist der Schauplatz des Theaterstücks »Final Analysis« von Autor Otho Eskin. Die Protagonisten: Sigmund Freud, Gustav Mahler, Alma Mahler, der junge Hitler und ein Revolutionär aus Georgien namens Jossif Vissarionovich Dzuhugashvili, alias Stalin.

Seine Premiere feierte das Stück beim Midtown International Theater Festival in New York City und heimste gleich sieben Preise ein.  Durch den Erfolg motiviert, versucht die Truppe um Regisseurin Ludovica Villar-Hauser das Stück im Pershing Square Signature Center auf die Bühne zu bringen – und das ist kein leichtes Unterfangen. Broadway-Produktionen kosten Millionen, aber auch Off-Broadway ist eine teure Angelegenheit. Das Theater liegt zwar in der 42. Straße, aber einige Blocks vom Epizentrum der Szene entfernt.

Wer hier Theater machen will, muss zuerst einmal Sponsoren finden. »Die geplante Produktion kostet 315.000 Dollar«, sagt Villar-Hauser, die in London aufgewachsen ist und deren Mutter eine Österreicherin war.  Die ersten 50.000 schaffte sie über Kickstarter, eine Online-Plattform für die Kreativwirtschaft. Das System dort funktioniert so: Der Projektbetreiber beschreibt sein Vorhaben, definiert sein Finanzierungsziel, und nur wenn er die selbst gesteckte Hürde tatsächlich überschreitet, kriegt er das Geld. »Final Analysis« schaffte es und landete auf Anhieb unter den 25 bestfinanzierten Theaterproduktionen. Das Geld ist vorgesehen für Design, Versicherungen und vor allem für Marketing und PR, also hauptsächlich dafür, die restliche Finanzierung aufzutreiben. Weitere 100.000 Dollar kosten die Kostüme, der Proberaum, die Bühnenausstattung und die Depotzahlung, damit das Theater die Reservierung aufrecht hält. Bis 31. Juli braucht die Produktion dann weitere 165.000 Dollar , um endgültig grünes Licht zu bekommen.

»Wir werden das Ziel erreichen«, zeigt sich Villar-Hauser optimistisch. Die Spender bekommen neben dem guten Gefühl, das die Unterstützung zeitgenössischer Kunst verleiht, eine ganze Menge: Sie können den Betrag von der Steuer absetzen und erhalten ein Sponsorenpaket. Für 35.000 Dollar darf man sich »Associate Producer« nennen, mit 20.000 ist man immerhin »unterstützender Produzent«. Außerdem gibt es zwei Tickets und Einladungen zu allen Partys. Um 7.500 Dollar kriegt man zwei Premieren-Tickets, samt Einladung zur Feier. Wer 1.000 Dollar spendet, darf bei einer Probe dabei sein und bekommt Autogramme von allen Schauspielern.

»Man muss ein bisschen verrückt sein, um sich das anzutun«, räumt die Regisseurin ein. Aber das macht die Faszination New Yorks aus: die größte Ansammlung von Träumern und Verrückten auf diesem Planeten

Wertvolle Ressourcen

Nicht zu viele Bauunternehmen am Markt sind schuld an der hohen Bau-Arbeitslosigkeit, sondern zu wenige Aufträge und ausländische Firmen, welche durch Dumpingpreise seriös arbeitende österreichische Unternehmen verdrängen. Dieser falsche Trend kann nur mit neuen Vergaberichtlinien gestoppt werden.

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Mitt Romney in der Stadt

Das Interessanteste am neuen Lehrer-Dienstrecht ist, dass es die Regierung vorbei an den Gewerkschaften in Kraft setzen will. Mit dem Mut der Verzweiflung beschließt eine Regierung, die im Eck steht, in aller letzter Sekunde, sich nicht länger am Nasenring der Blockierer durch die Arena ziehen zu lassen. Das ist für die Faymann/Spindelegger-Verhältnis schon mehr als man eigentlich erwarten durfte.

Das Problem ist, dass das „Neue Dienstrecht“ altes Denken ist, weil es in Wirklichkeit sich nur der Frage widmet, wie das ganze falsche System billiger finanziert werden kann. Die eigentliche Frage, die es zu beantworte gelte, ist: Wie macht man aus einem falschen System ein richtiges? Wie erreicht Österreich, dass es Kindern eine Ausbildung sichert, die sie nicht an das Ende der OECD-Rangliste sondern an die Spitze setzt.

Ob Lehrer zwei oder drei Stunden mehr im Klassenzimmer stehen ändert dabei gar nichts, solange man bei einem im Kern „kommunistischen“ System bleibt. Was Lehrer verdienen, entscheidet ihr Alter und der Schultyp, in dem sie unterrichten. Ob sie gute Lehrer sind, sich engagieren, sich weiterbilden, tatsächlich in der Lage sind Talente zu entwickeln, ist nach wie vor kein Kriterium.

Wettbewerb bleibt ein Fremdwort.

Das österreichische Bildungssystem ist tot und mehr vom selben wir es mit Sicherheit nicht zum Leben erwecken. Es braucht ein neues System und um dies zu finden, braucht es Freiraum und Innovation, den Mut zum Experiment und den Abschied von der Illusion, dass einige pragmatisierte Bildungsexperten wissen, was gut für Kinder ist.

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Mammutaufgabe: Datenlogistik in der industriellen IT

Alle Tagesmedien berichteten ausführlich über die Katastrophenmeldung: Österreichs Schuldenstand liege in Wirklichkeit bei 949 Milliarden oder 251 Prozent des BIP. Die Wirtschaftsforscher von Eco Austria haben das im Auftrag der Industriellenvereinigung errechnet und sie kommen auf diese Horrorzahl, indem sie zu den heutigen Schulden die künftigen Pensionszahlungen dazurechnen.

Einen Poster in einem Onlinemedium regte die Nachricht ungemein auf und er kommentierte sinngemäß: Das sind ja nur Verpflichtungen und keine Schulden! Der Mann hat Humor, das Blöde daran ist, er schrieb, was Handlungsmaxime der Regierung ist: die Hände in den Schoß legen, nichts tun und das dann als besonders ausgeklügeltes Krisenmanagement verkaufen.

Was gehen uns heute die Zahlungsverpflichtungen von morgen an?, fragt sich die Koalition und rechnet allen Ernstes damit, dass am 29. September das Mandat verlängert wird. Handelsrechtlich bringt  Realitätsverweigerung jeden Kaufmann ins Kriminal, politisch soll es zu Regierungsämtern verhelfen? Wenn da nicht der Wähler gewaltig unterschätzt wird.

Hitachi wird zu Hitachi Vantara

Hoisington Investment Management nimmt im jüngsten Quartalsbericht des Unternehmens eine Minderheits-Meinung zur Entwicklung der Zinsen von US-Bonds ein: „The secular low in bond yields has yet to be recorded.” Nachfolgend bringen wir eine zusammenfassende Übersetzung des Berichts.


Die Verfasser schließen an ihre frühere Argumentation an und stellen in ihrem Bericht auf folgende Faktoren ab:

  • Verminderter Inflationsdruck
  • Verlangsamtes BIP-Wachstum
  • Schwächer werdende Fundamentaldaten, die Verbraucher betreffend
  • Gegen Wachstum ausgerichtete Geld- und Fiskalpolitik

Nachhaltig steigende Inflation war immer und ist auch jetzt eine Voraussetzung für dauerhaft steigende langfristige Zinsen. Irving Fisher hat dies vor 83 Jahren in seiner “Theory of Interest” gezeigt. Langfristige Zinsen ergeben sich als Summe aus Inflationserwartungen und realen Zinsen. Dieser Zusammenhang ist in zahlreichen statistischen Studien bestätigt worden und kann empirisch am Vergleich der Treasury-Bond-Zinsen mit der Inflationsrate beobachtet werden. Seit 1954 sind die Bondzinsen und die Inflationsrate (auf Basis Kern-PCE-Deflator) in 80% der Zeit in die gleiche Richtung gelaufen.

Die jährlichen Änderungen im Kern-PCE-Deflator, dem die Fed besondere Beachtung schenkt, stehen am Tiefpunkt der über fünf Dekaden reichenden Zeitreihe.

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US-Aktien in der Fahnenstange

 

Positive Auswirkungen auf das finanzielle Ergebnis. Es kommt aber auf die Umsetzung an.

Die Autoren Basak Manders, PHD-Studentin an der Rotterdam School of Management, Nl und Dr.-Ing. Henk J. de Vries, außerordentlicher Professor für Normung an der Rotterdam School of Management haben 42 Einzelstudien analysiert, mit dem Ziel herauszuarbeiten, wie stark sich die finanzielle Effizienz einer Organisationen nach einer Zertifizierung gemäß ISO 9001 im Vergleich mit nicht zertifizierten Organisationen verbessert hat. Die Quality Austria steht nun im engen Kontakt mit Basak Manders, da weitere neue Erkenntnisse zu erwarten sind. Betrachtet wurden finanzielle Indikatoren:

  • Kapitalrendite, Verkauf, Eigenkapital
  • Gewinnspanne, Rentabilität, verbesserter Absatz und Marktanteil

Der niederländischen Studie lag die Annahme zugrunde, dass durch die ISO 9001 Zertifizierung es zu geringeren Kosten (=interne Vorteile durch verbesserte Prozessteuerung, Produktqualität, gesteigerte Produktivität) und zu gesteigerten Erträgen (externe Vorteile durch Zugang zu neuen Märkten, erhöhter Marktanteil, Signaling-Vorteile durch das Zertifikat) kommt. Aus der qualityaustria Perspektive folgende erste Erkenntnisse zusammengefasst werden:

Die Metaanalyse zeigt, dass eine Zertifizierung gemäß ISO 9001 in den meisten Fällen das Finanzergebnis tatsächlich verbessert, va durch gesteigerten Absatz. Offen bleibt, ob dies durch eine höhere Kundenzufriedenheit oder durch den Signaling-Effekt des Zertifikates bedingt ist. Signaling-Theorie von Spence: auf den Märkten besteht eine Informations-Asymmetrie: die Kunden sind häufig nicht umfassend über die Merkmale eines Produktes und eines Lieferanten informiert. Normen und Zertifizierungen können dies zum Teil lösen.

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Erwarten wir das Beste

Erwarten wir das Beste

Wie aus Barack Obama innerhalb weniger Jahre Richard Nixon, der Zweite wurde.

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Studie in UK - Höheres Bruttosozialprodukt und höhere Beschäftigung durch Qualitätsmanagement

 

Der Report „The Contribution of quality management to the UK economy“, den das Centre for Economics and Business Research im Juni 2012 abgeschlossen hat, kommt zum Schluss, dass Qualitätsmanagement zur Steigerung des Bruttosozialproduktes, von Arbeitsplätzen und des Steueraufkommens beiträgt. Bezogen auf das Jahr 2011 kommt das Centre for Economics and Business Research zu folgenden Schlüssen:

Qualitätsmanagement fördert Wirtschaftswachstum

Ohne Qualitätsmanagement in der Wirtschaft wäre das Bruttosozialprodukt in UK um 6,02% geringer ausgefallen. Weiters schlussfolgerten die britischen Experten, dass das Bruttosozialprodukt um weitere 3,37% höher sein könnte, wenn Qualitätsmanagement durchgängig in der britischen Wirtschaft angewendet werden würde.

Qualitätsmanagement sichert und schafft Arbeitsplätze

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Die Wiege der USA ...

Die Welt hat Hans-Werner Sinn interviewt, Präsident des ifo-Instituts und wortgewaltiger Mahner in der Euro-Krise.

Sinn führt zu Beginn aus, die Euro-Krise sei nie weg gewesen, es habe nur eine Verschiebung von Lasten und Risiken von den Kapitalanlegern aus aller Welt zu den Steuerzahlern der noch gesunden Euroländer gegeben: „Die Finanzmärkte haben sich beruhigt, weil die Steuerzahler in die Haftung genommen wurden.“

Während das OMT-Programm der EZB die Finanzmärkte beruhigt hat, hätten die Steuerzahler allen Grund, beunruhigt zu sein. Es sei gut, dass das Bundesverfassungsgericht über dessen Verfassungskonformität entscheiden wird. Sinn rechnet damit, dass es das OMT für verfassungswidrig erklärt und die Bundesbank daran hindert, mitzumachen.

Damit wird zwar nicht verhindert, dass die Bundesbank mit ihrem EZB-Anteil beteiligt ist, wenn die anderen Zentralbanken Schrottanleihen kaufen. Aber ein solches Urteil des BVG verändert nach Sinns Auffassung die politische Atmosphäre und dürfte die EZB veranlassen, von ihrer Politik Abstand zu nehmen. Das würde manche Krisenländer zu echten Reformen zwingen.

Darüber hinaus hätte das BVG auch die Möglichkeit, dem Bundestag aufzuerlegen, ESM-Mittel nur dann freizugeben, wenn sich die EZB zuvor von ihrem Programm verabschiedet. Es kann die Bundesregierung aber auch verpflichten, den Maastrichter Vertrag neu zu verhandeln.

Ein solches Urteil könnte zwar der Anfang vom Ende der Eurozone sein, meint Sinn, aber wahrscheinlicher sei eine Stärkung des Euro und seiner rechtlichen Basis. Das sei letztlich auch für die ökonomische Funktionsfähigkeit besser. Der Euro würde nämlich auf Dauer zerstört, wenn die Politik darauf besteht, dass kein Land den Euro verlassen kann und Länder durchfinanziert, die sich nicht an die Maastricht-Regeln halten. Der Euro könne langfristig nur überleben, wenn Länder austreten können, die nicht in die Währungsunion passen.

Griechenland gilt Sinn als Paradebeispiel für die bisherige verfehlte Rettungspolitik. Das Land wolle im Euro bleiben, weil es sich hier das Geld drucken kann, für das es auf den Märkten hohe Zinsen zahlen müsste, abgesehen von den Hilfsgeldern über die Rettungsschirme. Diese Mittel scheinen der griechischen Regierung wichtiger als Arbeitsplätze für ihre Bevölkerung.

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Das Ende der Insel der Seeligen?

Jugendliche ohne Arbeit? Jugendliche ohne Zukunft? Was bedeuten diese Schlagzeilen für uns? Sie zeigen klar, dass in unserer vernetzten Welt der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft an sich vieles nicht funktioniert. Über lange Zeit haben wir einigen Ländern zugesehen, wie sich die Arbeitsmarktsituation zusehend verschlechtert hat. Was haben wir getan? Wir haben uns auf einen Standpunkt zurückgezogen, dass das bei uns ja nicht so passieren kann, und die Auswirkungen in anderen Ländern für uns ja nicht in Betracht kommen.

Nun stellt sich aber zunehmend heraus, dass dies auch für uns sehr wohl von Bedeutung ist. Einerseits haben wir Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften, andererseits gibt es Widerstände bei der Integration von Menschen, die uns in dieser Situation helfen könnten. Vergessen dürfen wir aber auch nicht, dass dieses Potential an Fachkräften dann aber in diesen Ländern fehlt. Daraus ergeben sich aber wieder Probleme, die wir derzeit gar nicht richtig einschätzen können.

Aber denken wir einige Jahre zurück. Wir haben doch unseren Wohlstand auf das Mitwirken der Gastarbeiter aufgebaut. Viele dieser für uns damals so wichtigen Arbeitskräfte sind bei uns geblieben und fehlen aber in ihrer ursprünglichen Heimat. Wie sollen sich diese Länder entwickeln, wenn wir sie der „Konsolidierunsdoktrin“ der „reichen Länder“ unterwerfen? Wie sollen sie die vorgegebenen Sparziele bei sinkender Wirtschaftskraft erfüllen können?

Nun sind wir so stolz auf unser duales Ausbildungssystem, unsere geförderte Lehrlingsinitiative. Wie soll das auf einen Wirtschaftsraum umgelegt werden, der schon, wie ganz offensichtlich in Griechenland, sein Gesundheitssystem finanzieren kann? Was geschieht nach Abschluss der Ausbildung? Wo sind denn die Arbeitsplätze für die jungen Menschen in diesen Ländern? Zu glauben, dass das wie bei uns gefordert, über eine Reduzierung der Arbeitszeit oder den Abbau von Überstunden möglich ist, grenzt fast an wirtschaftspolitische Naivität. Gerade in den viel gescholtenen Bereichen der Wirtschaft, die im öffentlichen Interesse tätig ist, ist dies unmöglich. Hier wird von den Verantwortlichen, sprich dem Eigentümer, immer wieder gefordert Arbeitsplätze abzubauen. Gleichzeitig verspricht und fordert die Politik, also die Eigentümervertreter, Leistungen, das Angebot zu erhöhen - stellt aber die notwendigen finanziellen Mittel nicht zur Verfügung. Die Folge ist, dass es über kurz oder lang zu einer Verschlechterung der Qualität und damit zu Sicherheitsproblemen kommen wird.

Wir brauchen einfach wieder eine Politik, die sich nicht den Schlagzeilen populistischer Medien unterwirft, sondern ganz klar Ziele über einen längeren Zeitraum hinweg verfolgt. Wichtig dabei ist, dass dieses nachhaltige politische Wirken nicht über den Versuch „großer Schritte“ erfolgt. Es muss gelingen, mit Hilfe überschaubarer Maßnahmen den Menschen klar zu machen, dass es notwendig ist, individuelle Bedürfnisse mit gesellschaftlichen Notwendigkeiten zu verbinden. Dies gelingt, wenn sich die Verantwortlichen auch persönlich mit den Wählerinnen und Wählern auseinandersetzen, zuhören und einer Diskussion stellen. Denn damit gelingt es kreative Ideen zielorientiert auch umzusetzen.

Wir sind gefordert einen Paradigmenwechsel sowohl für uns persönlich, als auch für die Gesellschaft insgesamt durchzuführen. Wenn wir uns dieser Herausforderung nicht stellen, dann sind alte Forderungen wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität nicht erfüllbar. Viele Ursachen haben dazu geführt, dass sich unsere Lebensumstände insgesamt deutlich verbessert haben. Nun gilt es aber auch diese Erfolge nachhaltig für unsere Jugend aufzubereiten. Dies nicht nur im eigenen Land sondern in der unmittelbaren Umgebung in Europa.

Wir brauchen neue Modelle für das Erwerbsleben, neue Modelle, um unsere Bedürfnisse der Infrastruktur zu bewältigen. Dies alles geht aber nur gemeinsam und mit einem gewagten Blick über den Tellerrand. Gerade die Thematisierung der Datensicherheit zeigt, wie wichtig es ist, diesen Paradigmenwechsel voranzutreiben. Nationale Lösungen sind nett aber nicht zielführend. Die Lösung der Jugendarbeitslosigkeit in den Krisenländern bedarf eines gemeinsamen Kraftaktes. Ein hohes Bildungsniveau kann helfen, ist aber nicht das Allheilmittel.

Es kann nur in Verbindung mit wirtschaftlichen Maßnahmen gehen. Modelle für Steuergerechtigkeit, Arbeitszeiten, soziale Absicherung und vieles mehr sind auf ihre Praxistauglichkeit hin zu überprüfen und umzusetzen. Das wird sicher Einiges an Mut erfordern. Es wird sich auszahlen, nicht nur für die Jugend, sondern für uns alle.

Revision der ISO 9001 & Co - ein Zwischenbericht

 

Nach dem Jahr 2000 arbeitet die Internationale Organisation für Normung (ISO) wieder an einer großen Revision der führenden Norm für Managementsysteme, sprich ISO 9001. Die Veröffentlichung der nächsten Ausgabe wird im Jahr 2015 erwartet. Die erste öffentlich zugängliche Version ist seit Anfang Juni als ISO/CD 9001:2013 verfügbar.

 

Bei der Entwicklung ist noch eine weite Wegstrecke zurückzulegen, da die internationale Community erst jetzt erstmalig Gelegenheit hat, die erfolgte Arbeit zu kommentieren. Die Inhalte könnten sich immer noch erheblich ändern.

 

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Die Mehrfassade - VHF als Schutz gegen Hitze

Die Mehrfassade - VHF als Schutz gegen Hitze

Was ist los mit Fed-Chef Bernanke? Bis vorgestern hatte er eher den Eindruck erweckt, dass er die QE-Aktivitäten der Fed schon im Spätjahr reduzieren will. Nun hat er verlautbart, dass in der näheren Zukunft weiterhin ein hohes Maß davon gebraucht würde. Die Arbeitslosenquote von gegenwärtig 7,6% stelle den Zustand des Arbeitsmarktes zu positiv dar. Und selbst wenn die Ziel-Arbeitslosenquote von 6,5% erreicht ist, würden die Zinsen noch für einige Zeit nicht angehoben werden.

Finanzmarkt-Akteure hatten sich von der gestrigen Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten FOMC-Sitzung mehr Klarheit über den künftigen geldpolitischen Kurs erhofft. Das Protokoll ergab aber, dass die Mitglieder sich über den richtigen Zeitpunkt für die Reduzierung der aktuellen Anleihekäufe nicht einig waren. Die Märkte hatten darauf mit lediglich geringen Ausschlägen reagiert. Als aber die nach Börsenschluss erfolgten „pro QE“-Äußerungen von Bernanke bekannt wurden, war die Reaktion umso heftiger. Die US-Aktien-Futures brachen nach oben aus, der Dollar-Index fiel scharf, der Goldpreis stieg kräftig an, Bonds waren auf einmal wieder stark gesucht, Edelmetalle befestigten sich.

 

In den zurückliegenden Tagen kannte der Dollar-Index nur eine Richtung, die nach oben, weil sich die Akteure an den Finanzmärkten auf ein baldiges Ende der extrem lockeren Geldpolitik einzustellen begannen. Der Dollar-Index war am Vortag auf den höchsten Stand seit drei Jahren geklettert. Nach der Wortmeldung von Bernanke fiel der Index per EoD um 1,8%, eine Tagesbewegung, die zuvor nur auf der Höhe der Finanzkrise beobachtet worden war.

 

Die langfristigen US-Zinsen hatten nach dem Allzeittief Mitte 2012 Anfang Mai ein wichtiges zyklisches Tief markiert. So kamen die 10-jährigen Zinsen für US-Treasurys auf unter 1,64%, aktuell liegen sie bei 2,65%, also gut 62% höher. Eine ähnliche Bewegung gab es auch bei den 30-jährigen Zinsen, die ihr Tief bei rund 2,83% hatten und nun bei gut 3,64% liegen. Hier beträgt der Aufschlag knapp 30%. Die 30-jährigen Hypothekenzinsen sind im gleichen Zeitraum von 3,4% auf 4,6% angestiegen, ein Anstieg um 35%, zugleich der größte drei-Monats-Zuwachs seit 2004.

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Darum sollten Sie 2021 auf Software as a Service setzen

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hatte kürzlich eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute war, dass sie den Höhepunkt der Krise für überschritten hält. Die schlechte war, die Wirtschaft käme auch durch ein Andauern der Geldschwemme alleine nicht in Schwung.

In ihrem Jahresbericht stellt die „Zentralbank der Zentralbanken“ dar, dass die lockere Geldpolitik seit 2008/2009 das globale Finanzsystem und die Wirtschaft zwar stabilisiert hat. Das billige Geld der Zentralbanken habe Zeit erkauft. Aber diese Geldpolitik verliere nun mehr und mehr an Wirksamkeit, zumal die gekaufte Zeit nicht gut genutzt wurde. “Niedrige Zinsen und unkonventionelle Methoden haben es dem Privatsektor leicht gemacht, seine Entschuldung zu verzögern, den Regierungen, Schulden zu finanzieren und den Behörden, die Reformen der Wirtschaft und des Finanzsystems zu verschieben”, heißt es.

Und so träten nun die negativen Nebenwirkungen einer dauerhaft expansiven Geldpolitik in den Vordergrund: Erhöhte Risikoneigung, Fehlallokationen von Kapital und Verlängerung der Schuldenwirtschaft. BIZ-Chefvolkswirt Cecchetti warnt, die Wachstumsschwäche könnte nur durch wirtschaftspolitische Reformen, nicht aber durch die geldpolitischen Mitttel der Zentralbanken überwunden werden.

Die Lobby der Liquiditäts-Süchtigen sieht das natürlich völlig anders. Versuchen Sie mal einen Drogen-Süchtigen davon zu überzeugen, dass ihn seine Droge nicht voranbringt. Und so schrie die „Financial Times“ auch gleich auf und bezeichnete die Quintessenz des BIZ-Berichts als „zutiefst und gefährlich falsch“. Die BIZ wolle der Welt eine Schrumpfkur verschreiben; das sei „nicht nur sadistisch, sondern sado-masochistisch“, befand das Blatt. Eine expansive Geldpolitik könne sehr wohl helfen, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu stärken und die Kreditvergabe zu erleichtern, heißt es. Der zweite Punkt stimmt ganz sicher, aber der führt nicht notwendigerweise dazu, dass die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nachhaltig steigt. Und genau darum geht es – „nachhaltig“!

Anfang 2008, vor Ausbruch der Finanzkrise, lag die Geldbasis der Welt nach Addition der Bilanzsummen der drei Dutzend größten Zentralbanken bei gut 10 Bill. Dollar. Mittlerweile ist dieser Wert auf über 20 Bill. Dollar angewachsen. Die Zentralbanken der Industrieländer Amerika, Europa und Japan haben dabei besonders stark expandiert. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 wurden die Leitzinsen radikal auf nahe Null reduziert, inflationsbereinigt sind sie durchweg negativ. Die Politik der „quantitativen Lockerung“ (QE) generiert meist per Aufkauf von Wertpapieren Geld, das zunächst den Geldkreislauf des Finanzsektors flutet – insgesamt mit 10 Bill. Dollar seit 2008.

Die Fed hat ihre Bilanz am zweitstärksten ausgeweitet, ihre Bilanzsumme ist um fast 300% angewachsen (siehe Chart). China hat seine Zentralbankbilanz um gut 3 Bill. Dollar oder knapp 200% ausgeweitet, nach der Fed die größte Expansion der Notenbanken. Die EZB hatte ihre Bilanzsumme mehr als verdoppelt, sie sinkt seit kurzem, weil Banken mehrere hundert Milliarden Euro an LTRO-Krediten vorzeitig zurückzahlen. Die SNB hält mit fast 500% den Rekord bei der Steigerungsrate seit 2007, sie hat zur Bekämpfung der Aufwertung des schweizer Franken massiv ausländische Wertpapiere, u.a. deutsche Staatsanleihen, aufgekauft. Auch in Relation zum BIP hält sie den weltweiten Rekord der größten Zentralbankbilanz. In Japan kommt man erst jetzt so richtig in Fahrt: Die BoJ will die japanische Geldbasis bis Anfang 2015 nochmals verdoppeln, dann soll sie 60% des BIP ausmachen.

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