Montag, Jänner 24, 2022

Kundenorientierter, mitarbeiterorientierter und produktiver?

Sind die Unternehmen am richtigen Weg? Als Quality Austria verfolgen wir seit einigen Jahren Studien wie das KonsumentInnen-Barometer, die Czipin-Produktivitätsstudien oder den Mitarbeiter-Engagementindex von Gallup. Nun die Daten stammen aus dem Jahre 2013 und man könnte argumentieren, dies sei eh schon "Schnee von gestern". Aber hat sich wirklich etwas über die Jahre verändert? Vor dem 20. qualityaustria Forum "Intelligente Unternehmen" am 12. März erscheinen mir diese drei Studien doch interessant, kurz hineinzuschauen.

Continue reading

USA: Rezession im zweiten Halbjahr?

Arbeitsprogramm der Bundesregierung 2013–2018: Jetzt geht es um die Umsetzung der angekündigten Aktivitäten in den nächsten Monaten und Jahren.

Continue reading

Kassandra unterwegs

Mit der Drosselung der QE-Maßnahmen der Fed und dem erreichten tiefen Niveau der Zinslandschaft stellt sich immer drängender die Frage, ob die Zinswende schon hinter uns liegt oder ob die Zinsen nochmals deutlich tiefer sinken. Die meisten Beobachter sind sich einig, dass solch tiefe Zinsniveaus wie zuletzt langfristig nicht haltbar sind. Nur – viele haben das schon vor Jahren gesagt, und es ging dennoch weiter runter. Die Zinswende hat darüber hinaus gewichtige Konsequenzen für andere Anlageklassen, etwa Aktien.

Continue reading

BIM-Fachleute gesucht

Das Verkaufstraining beinhaltet verschiedene Komponenten: Methodik, Werkzeuge und Persönlichkeit. Bei den unzähligen Ansätzen, die es heutzutage gibt, ist es jedoch oftmals schwierig, das effektivste Verkaufstraining zu finden. Daher stellt sich die Frage: Was ist das Wichtigste in einem Seminar?

Continue reading

Die Pandemie als Organisationsentwicklung

Die Pandemie als Organisationsentwicklung

Während viele in den Energieferien sich beim Skifahren oder beim Wellness erholen, gibt es für die Wirtschaft und für die Qualitätswelt in Österreich, aber nicht nur für Österreich, zwei interessante und spannende Weichenstellungen. Was ist passiert?

Report hat schon online am 4.2.2014 über die Ausschreibung der Stiftungsprofessur "Integrierte Qualitätsgestaltung" an der JKU in Linz berichtet. Ein Institut dieser Art ist in Österreich einzigartig. Interdisziplinär soll hier in der Forschung und Lehre an den Zukunftsfragen der Produkt- und Prozessqualität, an der Entwicklung neuer Methoden und an gesamthaften Lösungen gearbeitet werden. Innovationen und die Qualität sollen damit vorangetrieben werden. Das Land OÖ und die Quality Austria werden in der Aufbauphase diese Stiftungsprofessur nachhaltig unterstützen.

Nur 2 Tage später stellen das Medienhaus SCIAM aus Wien und die Quality Austria das neue Fachmagazin Q1 - das Fachmagazin für Qualitätsmanagement und Integrierte Managementsysteme vor. Über 70 Interessierte kamen in das qualityaustria Trainingszentrum, um am Vorabend der Auslieferung und des Aboversandes an die ersten knapp 600 Abonnenten exklusiv die erste Ausgabe in Händen zu halten. Dieses Magazin schließt eine Lücke am österreichischen Markt, denn es gab ein derartiges Fachmedium bis dato nicht. Die Auflage beträgt bereits 5.000 Stück, weil es auch im Kiosk, sogar in Deutschland, vertrieben wird. Der Anspruch ist hoch, nämlich Wissen zu vermitteln. Das Feedback der 70 Gäste war sehr positiv bis sensationell. Das spornt an.

Zwischen der JKU und Q1 sind Synergien in der Wissensvermittlung zu erwarten und die österreichische Wirtschaft wird davon profitieren.

Und wie rüsten sich intelligente Unternehmen für die Zukunft? Univ. Prof. Dr. Markus Hengstschläger, ua Autor des Buches "Die Durchschnittsfalle", Dr. Helene Karmasin, Mag. Herbert Pfeilstecher, Vorsitzender des Vorstandes der Sattler AG, Mag. pharm. Dr. Klaus Schirmer, Leiter Team sante obere apotheke, DI Clemens Euler-Rolle, Head of Operational Excellence Europe & International Mondi und qualityaustria Experten wie Konrad Scheiber, Anni Koubek, Wolfgang Hackenauer und Eckehard Bauer versuchen hier Antworten zu geben, und zwar beim 20. qualityaustria Forum "Intelligente Unternehmen" am 12. März 2014 im Congress Salzburg.

Continue reading

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Ländervergleich

Die Finanzmärkte haben in den “Risk-off”-Modus geschaltet, Aktien sinken, Staatsanleihen sind gesucht, Edelmetalle bis zu einem gewissen Grad ebenfalls. Währungen von zahlreichen Emerging Markets kollabieren.

Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in den entwickelten Ländern fallen insbesondere in den USA etwas schwächer aus. Im dritten Quartal waren die Lager stark ausgebaut worden, das lastet auf den aktuellen Produktionsdaten. So hat sich etwa der ISM-Index der USA für Januar deutlich schlechter entwickelt als erwartet, der Sub-Index der neuen Aufträge fällt so stark wie seit 33 Jahren nicht.

 

Aktien in den entwickelten Ländern sind dennoch bisher wenig betroffen im Vergleich zu denen der Emerging Markets (EM), die sich schon seit 2012 deutlich schlechter entwickeln. Unterstellt man, dass heute eine EM-Krise heraufzieht, die mit der Asienkrise von 1997/1998 vergleichbar ist, so zeigt sich, dass Aktien der entwickelten Länder auch damals nicht sonderlich betroffen waren. Das erklärt auch, warum bisher noch wenige Beobachter hier eine gefährliche Entwicklung heraufziehen sehen.

 

Continue reading

Vom EFQM Virus infiziert.

Vom EFQM Virus infiziert.

 

Sie kennen das: Irgendwo in der Mitte des Absatzes schweifen Ihre Gedanken ab. Sie denken ans Abendessen oder an den Ausflug am Wochenende. Nur nicht an den Text, den Ihnen Ihre Chefin vor die Nase geknallt hat. Also lesen Sie noch einmal. Wie es besser geht.

„Unkonzentriert bin ich“, denken Sie sich wahrscheinlich. „Ich sollte ein Gedächtnistraining machen.“ Sie machen sich Sorgen, dass Ihr Gehirn auch nicht mehr das ist, was es einmal war. Doch diverse Studien belegen: Es liegt nicht an mangelnder Konzentration, wenn Ihre Gedanken beim Lesen abschweifen. Sondern daran, dass Sie zu langsam lesen! Denn Ihr Gehirn kann eine große Menge an Informationen verarbeiten. Wird es zu wenig beansprucht – weil Sie langsam lesen –, langweilt es sich. Mit dem Effekt, dass es sich eine andere Beschäftigung sucht. Schneller lesen ist also die wichtigste Methode, damit Sie sich gut konzentrieren können. Wie das geht? Zum Beispiel, indem Sie in einem Schnelllese-Training Ihre Augen und Ihr Gehirn üben.

Die besten Leser

Laut der PIAAC-Studie haben die Menschen in Japan, Finnland und Schweden das beste Leseverständnis. Im hohen Norden erklärt man sich dieses Phänomen damit, dass das Fernsehen dort mit Untertiteln konsumiert wird. Die PIAAC-Studie bestätigt das. Untertitel steigern die Lesekompetenz merkbar, da das Gelesene in Sinngruppen (mehrere Wörter, die zusammen eine Aussage darstellen) gleichzeitig mit nur einer Augenfixierung aufgenommen wird, was zu höheren Lesegeschwindigkeiten und einem verbesserten Textverständnis führt.

Es ist die Idealvorstellung perfekten Schnelllesens, dass Lese- und Denkgeschwindigkeit zusammenfallen. Das ist machbar, da das Auge Sinngruppen wie beispielsweise „ein kleiner grüner Apfel“ mit einem Blick aufnehmen kann. Hier zeigt sich das Dilemma des innerlichen Mitlesens. Denn während das Auge diese vier Wörter in Sekundenbruchteilen auf einmal aufnehmen kann, können sie durch unsere laut oder leise eingesetzten Mundwerkzeuge nur seriell unter erhöhtem Zeitaufwand verarbeitet werden. In Zahlen ausgedrückt: Statt mit mäßigen 200 Wörtern pro Minute (WpM) können gute Leser mit 500 bis 800 WpM lesen.

Verstummen der inneren Stimme

Für die Steigerung der eigentlichen Lesegeschwindigkeit, also die Zahl der aufgenommenen Wörter pro Zeiteinheit, gilt der Tipp: mit den Augen lesen, nicht mit den Ohren. Wir haben die Gewohnheit, gelesene Zeilen mit unserer inneren Stimme mitzusprechen. Nichts behindert die Erhöhung der Lesegeschwindigkeit so sehr wie dieses Subvokalisieren. Die innere Stimme zum Verstummen zu bringen, klingt komplizierter, als es ist. Wenn man sich zwingt, schneller zu lesen, reduziert sich das innere Mitsprechen von selbst.

Continue reading

Kein Grund zur Sorge

Kein Grund zur Sorge

Das Jahr 2013 wird in der Baubranche immer das Jahr bleiben, in dem die Alpine Pleite ging. Nach außen hin gibt sich die Branche natürlich schockiert, nie hätte es so weit kommen dürfen, die Sorge gilt den Mitarbeitern und Zulieferfirmen.

Hinter vorgehaltener Hand klingt das oft ganz anders. Da ist durchaus auch von den positiven Auswirkungen die Rede. Es herrscht die Hoffnung vor, dass durch die Pleite des Preistreibers der Markt wieder etwas stabiler wird. Dass solide heimische Mittelstandsunternehmen mit den übernommenen Alpine-Anteilen sorgsamer umgehen und Vernunft walten lassen. Dass gesundes Wachstum an die Stelle von Umsatz um jeden Preis tritt und sich irgendwann auch wieder Margen erzielen lassen, von denen alle leben können.

Auch wenn hier oft jede Menge Zweckoptimismus mitschwingt, die Stimmung in der Branche ist nicht schlecht. Fast alle Teilbereiche der Bauwirtschaft rechnen 2014 mit einem leichten Wachstum, große Sprünge werden auch im nächsten Jahr nicht möglich sein, aber die Abwärtsspirale sollte gestoppt werden können.

Als Journalist hat man den Vorteil, mit vielen verschiedenen Menschen, in verschiedenen Positionen und Unternehmen, in Kontakt zu kommen. Die Frage »Wie geht’s dem Unternehmen und was erwarten Sie vom neuen Jahr?« beantworten viele mit einer vorsichtigen Gegenfrage: »Was sagen denn die anderen?«. Hält man sich bedeckt, beginnen die meisten – off records – aus dem Nähkästchen zu plaudern. Natürlich seien die Zeiten schwierig, auch die Rahmenbedingungen könnten besser sein, aber eigentlich laufe es ganz gut. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, aber die aktuelle Auftragslage und die Aussichten auf 2014 sind bei den meisten Unternehmen durchaus positiv. In diesem Sinne: Ein gutes und erfolgreiches Jahr 2014. 

Der Bildungskleingeist

Eigentlich könnte man die Entwicklung der Bildungsdebatte, falls es so eine wirklich gibt, als niemals endende Geschichte darstellen. Als Film wäre sie nicht geeignet, da sie einfach zu lange dauert und keinerlei wie immer geartete Spannung aufweist. Kleingeistiges provinziales Denken gepaart mit engstirnigem Machterhalt oder Absicherung der eigenen Pfründe steht dabei immer im Vordergrund.

Warum ist es nicht möglich, sich einfach auf das gemeinsame Ziel zu einigen - nämlich die gesellschaftliche, wirtschaftliche und gerechtere Zukunft unseres Landes durch ein höheres Bildungsniveau hier lebender Menschen zu erreichen? Die bisherige Debatte hat sich doch ausschließlich auf eine Diskussion über mögliche Schulformen beschränkt. Die zu vermittelnden Inhalte traten in den Hintergrund, wenn überhaupt angedacht.

Nun gibt es wieder eine neue Idee mit Modellregionen zu punkten. Was soll das eigentlich? Wieder mit einem Provisorium auf Jahre hinaus wirkliche Veränderungen verhindern? Es scheint sich erneut provinzielles Denken durchzusetzen. Lieber ein Provisorium als gar nichts. Natürlich schmerzen Veränderungen. Gewohntes zu erhalten und zu beschützen ist scheinbar der einfache Weg. Es ist wie die Angst des Torwarts vor einem Elfmeter.

Bildung kann nicht nur in Einzelschritten betrachtet werden. Bildung beginnt schon in frühester Kindheit und hört eigentlich nie auf. Es ist notwendig diese Kettenglieder an einzelnen Schritten zu überdenken, sie auf die Festigkeit der Verbindung hin zu überprüfen. Das Sprichwort, „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“ hat durchaus seine Berechtigung. Nur wenn das Fundament gut gelegt ist, wird das Haus auch gut stehen.

Wie immer auch die Schultypen heißen, entscheidend ist der in jeder einzelnen Institution vermittelte Inhalt. Die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler muss entwickelt werden. Natürliche Talente gefördert und unterstützt werden. All diese Ideen sind nicht neu, wir sind gefordert sie aus dem reinen Wunschdenken in die Realität überzuleiten. Rahmenbedingungen können auch verändert werden, sie sind das Produkt unserer früheren Überlegungen. Sie sind nicht in Stein gemeißelt, dieser kann wieder glatt geschliffen und neu beschrieben werden.

Eine Gesellschaft ist nur dann erfolgreich, wenn sie sich an Leistungszielen orientiert. Je anspruchsvoller diese sind umso mehr sind wir gefordert alle Beteiligten in diesen Prozess zu integrieren und sicher zu stellen, dass sie teilnehmen können. Wir dürfen nicht vergessen, dass Bildung das kostbarste Gut ist, welches wir uns leisten können. Gebildete Menschen sind bei Weitem nicht so anfällig gegenüber extremen politischen Strömungen. Sie sind in der Lage selbst zu entscheiden und auch über Konsequenzen nachzudenken. Das Erreichen individueller Ziele ist mit gesellschaftlichen Werten und Vorstellungen in Einklang zu bringen.

Bildung beschränkt sich nicht nur auf die schulische Ausbildung, sie ist auch einen Notwendigkeit um mit den rasant fortschreitenden wirtschaftlichen Veränderungen klar zu kommen. Notwendige berufliche Veränderungen auf Grund körperlicher Einschränkungen können durch Maßnahmen rechtzeitig vorbereitet werden. Es bedarf aber auch einer Eigeninitiative sich den Veränderungen zu stellen. Nur wenn ich den Wald als Ganzes im Auge habe, kann ich mich um einzelne Bäume kümmern.

Alt werden mit Arbeit

Die Diskussion um das Bildungsangebot der Arbeitsmarktverwaltung hat es wieder gezeigt. Hier werden Bildungsangebote nicht an den Bedarf des „Marktes“ angepasst sondern einfach nur veranstaltet um dem System gerecht zu werden. Noch nie waren Unternehmen und deren Belegschaften in Flexibilität und Innovationsfähigkeit derart gefordert, um in Zeiten des Wandels ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen. Eine Herausforderung wird Europa in den nächsten Jahren noch viel stärker beschäftigen: die demografische Veränderung der Bevölkerungsstrukturen.

Was in manchen Ländern auf gesellschaftspolitischer Ebene (beispielsweise Rentendiskussion und Anhebung des Rentenalters in Deutschland, die Freizügigkeit des Arbeitsmarktes in der EU) bereits erkannt ist, zeichnet sich als Auswirkung auf Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen natürlich auch ab. Die Alterung der Gesellschaft und damit die Alterung der Belegschaften und das stetige Absinken der Erwerbsbevölkerung wird eine radikale Veränderung des Produktionsfaktors Arbeit mit sich bringen.

Um in den Arbeitsprozessen die Quantität und Qualität der Ressource Mensch sicherzustellen, wird es notwendig sein, bestehende HR-Programme neu aufzustellen. Wir müssen den veränderten Rahmenbedingungen neue Instrumente für die Beschaffung, Entwicklung und Veränderung von Personal zur Verfügung stellen. Es genügt keineswegs, nur innerhalb der Gestaltung von HR-Konzepten den demografischen Herausforderungen zu begegnen, vielmehr werden nachhaltige Rahmenbedingungen und Kulturaspekte (Migration) über die Konkurrenzfähigkeit der nächsten zehn bis zwanzig Jahre entscheiden.

Gerade die technologische Entwicklung macht auch vor Veränderungen der Arbeitsorganisation und Arbeitszeitgestaltung nicht Halt. Da sich mit dem Alter auch die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändern, das Interesse für Freizeit, Pflege von Mitmenschen, aber auch das eigene Körperbewusstsein steigen, ist es auch sinnvoll über eine variable Arbeitszeitgestaltung noch intensiver nachzudenken. Wir müssen über neu gestaltete Szenarien für einen individuell angepassten Berufsausstieg ernsthaft diskutieren.

Neue Arbeitsformen bedingen auch neue Lernformen innerhalb der berufsbegleitenden Weiterbildung. Altersbegleitende Weiterbildung muss also den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegenkommen, Erfahrungen und Qualitäten erfragen und Sinnstiftung für neue Inhalte betreiben. Jobrotationen, alt bewährte Rezepte wie Job Enrichment oder Job Empowerment können zukünftig für eine optimale altersspezifische Qualifizierung sorgen.
Es gilt auch den Begriff Wertschätzungskultur nicht nur als Schlagwort zu verwenden, sondern auch in der Praxis umzusetzen. Es darf nicht zu einer noch stärkeren Polarisierung von Jung und Alt kommen. Wir werden in Zukunft mehrere Generationen im Arbeitsprozess vorfinden. Es geht nicht um jung oder alt, sondern um das wertschätzende Miteinander im Arbeitsprozess. Ein erster Schritt auf dem Weg zur gegenseitigen Wertschätzung stellt die Forderung nach dem Abbau bestehen der Diskriminierungen des Alters, sprich Frühpensionierungen dar.

Bestehende Leistungs- oder Qualifikationseinschränkungen als objektive Barrieren können mit dem Ziel der Chancengleichheit behoben, ausgeglichen oder gemindert werden. Die Weitergabe des kritischen Wissens kann nur im Rahmen einer echten Wertschätzungskultur ablaufen.

Wir werden auch nicht umhin kommen unserer Ansprüche im Alter auf eine neue Basis zu stellen. Wir müssen bei der Berechnung uns in Zukunft an der Lebensarbeitszeit zu orientieren und dabei die unterschiedlichen beruflichen Herausforderungen des Arbeitsumfeldes viel stärker berücksichtigen. Maßnahmen zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit dürfen nicht erst dann ergriffen werden, wenn es zu spät ist, sondern rechtzeitig. Der individuelle Anspruch auf lebensbegleitete Bildung auch im Arbeitsprozess muss legitimiert werden.

Agile IT-Vertragsgestaltung und Scrum

 

Wenn die Green Economy die Märkte verändert sollte, hätte dies unmittelbare Auswirkungen auf die Produkte, damit auf die Prozesse und letztlich auf die Unternehmen insgesamt.

Das Zukunftsinstitut in Deutschland kommt in der Studie "Die Zukunft der Umwelt – Auf dem Weg zur Green Economy" genau zu diesen Schlußfolgerungen. Die „Green Economy“ und ihre Auswirkungen auf Unternehmen stehen im Mittelpunkt der Studie.

 

Globalisierung, Klimawandel, Rohstoffknappheit sowie ein stärkeres Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein der Konsumenten führen dazu, dass Wachstum künftig auf einer neuen Mischung aus Ökologie, Ökonomie und gesellschaftlichen Engagement beruht. Freiwillige Maßnahmen wie zB ein anerkannte Umweltlabel, Zertifizierungen nach ISO 14001, ISO 50001, Begutachtungen nach EMAS, Validierung von Nachhaltigkeitsberichten entwickeln sich zunehmend zum Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb.

Continue reading

Essen zwischen Desktop & Terminen

Essen zwischen Desktop & Terminen

In Kürze beginnt das World Economic Forum – die “Mächtigsten” und/oder die “Wichtigsten” kommen zu ihrem jährlichen Treffen in Davos zusammen. In Vorbereitung dazu hatte das Organisationskomitee im November die zunehmenden Einkommensungleichheiten auf der Welt als zweitgrößtes weltweites Risiko innerhalb der näöchsten 12 bis 18 Monate bezeichnet.

Es kann unendlich darüber diskutiert werden, welche Einkommensverteilung gerecht ist, bzw. wo die Ungerechtigkeit anfängt. Ob diese Grenze bei einem Verhältnis der Stundenlöhne von Vorstandsvorsitzenden und einfachen Arbeiter bei 10, 1000 oder 10000 liegt, ist hier nicht Gegenstand – es geht um den gesamtgesellschaftlichen Aspekt.

Zum Thema der Wohlfahrtsökonmie und damit indirekt zu der Frage einer gerechten Einkommenverteilung hat der Wirtschafts-Nobelpreisträger Amartya Sen wichtige Beiträge geleistet. Robert Solow nannte ihn einmal “das Gewissen unseres Gewerbes”.

Eine gewisse Ungleichverteilung ist erforderlich, um Anreize zu geben und diejenigen zu belohnen, die mit Talent, erworbenem Wissen und der Bereitschaft, unternehmerisches Risiko zu übernehmen, dafür sorgen, dass Wachstum und Fortschritt angetrieben werden zum Wohle der Gesamtgesellschaft, die ihnen die Möglichkeit zur Umsetzung ihrer Ideen gab. Ist allerdings der Wohlstand zu sehr in Händen einiger weniger konzentriert, besteht die Gefahr, dass immer mehr Mitglieder der Gesellschaft keine Möglichkeit mehr haben, die Früchte ihrer Talente, Fähigkeiten, Neigungen und harter Arbeit zu genießen.

Die Entwicklungsorganisation Oxfam legt jetzt eine Analyse vor, die zeigt, wie sehr sich das Ungleichgewicht gerade in den zurückliegenden Jahren verschoben hat. Wir hatten uns hier bereits mit dem Thema bezogen auf die USA befasst.

Extrem ungleiche Einkommensverteilung kann negative Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum und Lebensstandard der Gesamtgesellschaft haben. Dadurch können soziale Probleme verstärkt werden, die wiederum produktive gesellschaftliche Kräfte lähmen oder neutralisieren, schreibt Oxfam.

Wenn keine wirksamen Maßnahmen gegen die Einflussmnahme der Reichen auf die Politik implementiert sind, arbeiten Regierungen quasi automatisch für deren Interessen und wirtschaftliche wie politische Ungleichheit nimmt zu.

Übermäßige Konzentration von Wohlstand kann so negative Auswirkungen auf eine gleichberechtigte Vertretung der Interessen aller Mitgleider der Gesellschaft haben. Mit zunehmendem politischen Einfluss der reichen Oberschicht auf die Gesellschaft werden ihre Regeln zu ihren Gunsten und zum Nachteil anderer verbogen, der soziale Zusammenhalt wird schwächer, die Chancengleichheit schwindet. Die massive Konzentration von wirtschaftlichen Ressourcen in den Händen weniger birgt die Gefahr, dass die Mitgleider der Gesellschaft zunehmend gespalten werden hinsichtlich wirtschaftlicher und politischer Macht. Das erhöht die Gefahr sozialer Spannungen.

Oxfam zitiert Louis Brandeis, Richter am US Supreme Court, der treffend sagte: “Wir haben entweder Demokratie oder wir haben Wohlstand in den Händen weniger, aber wir können nicht beides gleichzeitig haben.”

Die wichtigsten Ergebnisse der Oxfam-Studie:

- Fast die Hälfte des Wohlstands auf der Welt gehört 2% der Bevölkerung.
- Ein Prozent der Bevölkerung verfügt über fast die Hälfte des weltweiten Reichtums.
- Die reichsten ein Prozent verfügen über 110 Bill. Dollar – das ist 65 mal so viel wie das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung.
- Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt so viel wie die reichsten 85 Leute auf der Welt.
- Sieben von zehn Menschen leben in Ländern, in denen die wirtschaftliche Ungleichheit in den zurückliegenden 30 Jahren zugenommen hat.
- Das reichste ein Prozent der Weltbevölkerung hat zwischen 1980 und 2012 ihren Anteil am Einkommen in 24 der 26 Länder gesteigert, für die genügend Daten vorliegen.
- In den USA hat das reichste ein Prozent der Bevölkerung seit 2009 95% des Wachstums kassiert, während die unteren 90% der Bevölkerung ärmer wurden.

Eine Befragung von Oxfam in Spanien, Brasilien, Indien, Süd-Afrika, in Grobritannien und in den USA zeigt, dass eine Mehrheit glaubt, dass die Gesetze im Interesse der Reichen gestaltet werden – in Spanien sagen das acht von zehn Befragten. In den USA glauben 65%, dass der Kongress Gesetze zum Wohle der Reichen macht.

Finanzielle Deregulierung, ungerechte und Steuerflucht erleichternde Steuersysteme, Austeritäts-Politik, Benachteiligung von Frauen, Privatisierung von Öl und Rohstoff-Einnahmen sind Punkte, die in der Studie ausführlicher behandelt werden.

Die gefährlichen Trends können umgekehrt werden schreibt Oxfam. In den drei Dekaden nach dem Zwiten Weltkrieg wurde die Ungleichheit in den USA und in Europa abgebaut, während der Lebensstandard gleichzeitig deutlich anstieg. In Latein-Amerika wurde die Ungleichheit in den zurückliegenden Jahren reduziert. Diese, die Interessen der Mehrheit repräsentierende Politik habe allen genutzt, arm wie reich, schreibt Oxfam.

Oxfam hat eine Reihe von richtigen und nachvollziehbaren Vorschlägen erarbeitet, die hier zugänglich sind.

Aus der Studie wird auch deutlich, dass die Gesellschaftsschicht mit mittlerem Einkommen in den westlichen Demokratien immer mehr “unter die Räder” kommt. Hier ist das größte Reservoir für potentielle Unternehmer im obigen Sinne zu sehen.

 

Die Verhältnisse für Deutschland:

 

Continue reading

Intelligente Unternehmen

 

Wie rüsten sich intelligente Unternehmen für die Zukunft?

 

Kennen Sie das Buch „Die Macht der Gene“ oder „Die Durchschnittsfalle“ von Univ. Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger, Institut für Medizinische Genetik, Medizinische Universität Wien? Ich habe beide Bücher mit großem Interesse über die Feiertage gelesen. Falls Sie diese noch nicht gelesen haben sollten, hier einige Aspekte, die ich besonders anregend empfunden habe, trotzdem empfehle ich Ihnen diese Lektüre.

 

Continue reading

S&P 500 am Poller?

In den zurückliegenden 12 Monaten ist die Inflation deutlich zurückgegangen. In der Eurozone haben sich die Preise im Dezember um lediglich 0,8% gegenüber dem Vorjahr erhöht. Der Trend weist abwärts – also ist es korrekt, hier von Disinflation zu sprechen. Auch in den USA liegt die Inflationsrate unter 2%, dem, was gemeinhin als Maß für Geldwertstabilität genommen wird. Die Verbraucherpreisinflation (CPI) kommt per Dezember auf 1,5%, im Oktober hatte sie noch bei 0,94% gelegen – immerhin eine mögliche Trendumkehr.


Die Weltbank hatte vor kurzem ein rosiges Bild der Weltwirtschaft gemalt. Nun warnt IWF-Chefin Lagarde kurz vor der Veröffentlichung IWF-Konjunkturprognose vor den Risiken einer zu niedrigen Inflation, die zu einer “katastrophalen” Deflation werden könnte: “Die Richtung ist insgesamt positiv, aber das globale Wachstum ist zu gering, zu zerbrechlich und zu ungleichmäßig.” Das Plus der weltweiten Wirtschaftsleistung könnte bei 4% liegen. Zu den Problemen, die das verhindern, gehört neben der zu geringen Preissteigerungsrate auch, dass zu wenig Arbeitsplätze geschaffen würden, sowie die seit 2009 immer ungleichere Einkommensverteilung (siehe auch hier!). Es kommt ihrer Meinung nach besonders darauf an, dass die Notenbanken erst dann zu einer normaleren Geldpolitik zurückkehren, wenn „stabiles Wachstum auf ein festes Fundament gründet“. Insbesondere die Fed dürfe ihre QE-Maßnahmen nicht voreilig reduzieren.

Die Fed hatte in einem Forschungspapier aus 2002 festgestellt, dass die deflationäre Entwicklung im Japan der 1990er Jahre nicht vorhergesehen wurde, weder von der Geldpolitik, noch von privaten Investoren, noch von den meisten sonstigen Beobachtern. So lagen auch die Bond-Renditen bis 1995 noch bei 5%. Demzufolge warnt das Papier, dass Deflation schwierig vorherzusagen ist und daher insbesondere bei schon niedriger Inflationsrate frühzeitig massive geldpolitische Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen. Das gelte auch für die Fiskalpolitik, die zwar zu Beginn der 1990er Jahre in Japan Anreize gesetzt hat, die sich aber als nicht ausreichend und nicht ausdauernd genug erwiesen haben.

Niedrige Inflation, bzw. Deflation ist nicht unbedingt immer ein Problem, schreibt Stephen King, Chefvolkswirt der HSBC. Ein positiver Produktivitätsschock kann die Preise relativ zu den Löhnen drücken und damit die Realeinkommen steigern. Eine vergleichbare Situation liegt vor, wenn die Energiepreise deutlich sinken, wie das in den zurückliegenden Jahren in den USA der Fall ist mit der zunehmenden Nutzung von Fracking-Technologien zur Gewinnung von Erdöl und Erdgas. Teilweise kann niedrige Inflation auch deutlich nachlaufen und damit auf zurückliegende Probleme hindeuten. Wenn diese gelöst wurden, kann diese Episode als „Geschichte“ abgehakt werden.

Bei einem Zinsniveau nahe Null allerdings wirkt eine schwache und schwächer werdende Inflation über real steigende Zinsen so, dass Schulden schwerer tragbar werden. Das Risiko fauler Kredite nimmt zu – und das in einem Umfeld bereits überbordender Verschuldung (sonst wären die Zinsen nicht künstlich niedrig gedrückt worden). Das so ohnehin schon fragile Finanzsystem wird noch weiter geschwächt und kleine Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung werden schnell wieder zunichte gemacht. Niedrige Inflation kann so zu sinkendem Wachstum beitragen.

Das war genau der Fall in Japan in den Jahren 1995 und 1996. Es gab einige schwache Anzeichen wirtschaftlicher Erholung, die Erwartung war auf wieder steigende Preise ausgerichtet. Das erwies sich aber als Trugschluss, trotz eines Anstiegs der wirtschaftlichen Aktivitäten begann ein Abstieg in Deflation, angeführt von einem verknöcherten Finanzsystem und schwachem Kreditwachstum, schreibt King.

Continue reading

Start-Ups: Das Geheimnis des Erfolges

Wer noch nicht in »Die Neue Welt des Arbeitens« aufgesprungen ist, sollte es jetzt tun. (Die meisten befinden sich längst darin, wissen es aber nicht.)

Wieder einmal beschäftigt mich der Trend »Die Neue Welt des Arbeitens«. Sofort kommt an dieser Stelle die Frage auf, ob das Wort »Trend« ausschließlich etwas Zukünftiges impliziert – etwas, das noch vor uns liegt, dessen voller Umfang uns noch nicht erreicht hat. Dann nämlich würde ich persönlich die neue Welt der Arbeit nicht als Trend bezeichnen. Der Grund: Sie ist keinesfalls ein Aspekt, der auf uns zukommt, sondern vielmehr ein Phänomen, das uns längst erreicht hat. Es ist ein aktuelles Thema mit vielerlei Einflüssen auf die gegenwärtige Arbeitswelt.

Continue reading

Aktien 2014

Was ist von Aktien in diesem Jahr zu erwarten, nachdem sie sich in den Jahren zuvor bereits überdurchschnittlich gut entwickelt hatten? Gibt ein gutes Vorjahr überhaupt signifikante Hinweise, wie das Folgejahr werden kann? Ich konzentriere mich auf US-Aktien – hier wird immer noch der weltweite Takt geschlagen.

Von Zacks stammt die folgende Auswertung. Aus der geht hervor, dass das Vorjahr kaum signifikante Aussagen darüber zulässt, wie sich das folgende Aktienjahr entwickelt.

 

 

Das bringt uns also nicht weiter. Ich will mich auch nicht mit anderen zweifelhaften statistischen “Omen” aufhalten. Entscheidend sind eher die aktuellen singulären Faktoren. Der wichtigste –lassen wir zunächst die Geldpolitik beiseite- ist in langfristiger Betrachtung der Verlauf der Unternehmensgewinne. Die wiederum hängen hauptsächlich von der Entwicklung der Gesamtwirtschaft ab. Allerdings gibt es erhebliche Verschiebungen zwischen Konjunkturzyklus, Unternehmensgewinnen und Aktienkursen, so dass zwar im langfristigen Mittel Unternehmensgewinne, Aktienkurse und Wirtschaftswachstum recht synchron laufen, kurz- und mittelfristig jedoch nicht unbedingt.

Continue reading

Volltransparenz: Retter der Demokratie?

In dritten Teil der Artikelserie über Blasenbildung an den Finanzmärkten beschäftigen wir uns damit, wie Blasenbildung erkannt werden kann. In den beiden Teilen zuvor ging es um ausgewählte historische Spekulationsblasen und ökonomische, sowie psycho-soziale Voraussetzungen für eine Blasenbildung. Wir fokussieren zunächst einmal Aktien. Ich möchte bei der Frage, wie Blasen erkannt und eingeschätzt werden, im folgenden neue Wege gehen.

Nicht ganz zufällig befasst sich Niels C. Jensen von „Absolute Return Partners“ in seinem „Absolute Return Letter“ von Dezember mit derselben Frage und diskutiert eine Fülle unterschiedlicher Herangehensweisen und Charts. Er kommt zu dem Schluss, es gebe gewisse Zeichen dafür, dass Exzesse in die Aktienmärkte zurückkriechen. Aber nach wie vor sei der Enthusiasmus wenig ausgeprägt, ja es ist für ihn sogar die Rallye mit der geringsten Begeisterung, die er bisher erlebt hat. Also bleibt er ein vorsichtiger Bulle.

Gibt es aktuell überhaupt eine Blase?

Wir hatten bereits festgestellt, dass eine Blase dann vorliegt, wenn sich (getrieben durch Überschussliquidität) der Preis eines Assets zu weit von dessen Wert entfernt. Historische Erfahrungen und Trends geben Richtungen und Bezugspunkte vor, signifikante Abweichungen hiervon liefern wichtige Hinweise.

Ich möchte zur Beantwortung der Frage der Bewertung auf das sogenannte Shiller-KGV (Shiller CAPE) abstellen. Dessen „Für und wider“ wird bei AAII ausführlich diskutiert, der Artikel gibt einen guten Einblick. Vanguard hat 15 populäre Metriken untersucht und dabei ermittelt, dass das Shiller-KGV im langen Zeithorizont den relativ am höchsten liegenden „Erklärungswert“ für die Aktienkursentwicklung aufweist. Damit erscheint mir das Shiller-KGV am geeignetsten, die Bewertung von Aktien abzuschätzen.

Als Vergleichsmaßstab wird häufig der historische Mittelwert oder der historische Median über die Zeitreihe von rund 130 Jahren genommen. Der liegt bei 16,50, bzw. 15,90, womit sich gemessen am aktuellen KGV von 26,18 eine „Überbewertung“ von knapp 59%, bzw. 65% ergibt. Mir ist allerdings der Bezug auf einen historischen Mittelwert über eine solch lange Zeitreihe zu statisch, ich sehe eher eine Referenzlinie in Form einer linearen Regression. Damit wären auch Argumente des genannten Artikels berücksichtigt. Ein mittleres KGV von rund 12,50 im Jahre 1885 entspricht so einem von 20,50 heute. Neben der technischen Erklärung für ein im Zeitablauf ansteigendes mittleres KGV ließe sich das fundamental auch durch steigende Produktivität und sinkende Kapitalkosten rechtfertigen. Die Grenzen des um die Regressionsgerade herum gelegten Trendkanals (siehe „rot“ im Chart) markieren eine Über-, bzw. Unterbewertung von 40%.

Continue reading

Schuld haben immer die anderen

Kürzlich war hier ein Artikel über Ferguson erschienen, der den Niedergang Europas prophezeit. Sein Hauptargument ist, dass Regulierung und Gesetzgebung überkomplex geworden sind. Der heutige Staat interveniert zu viel. Das mindert Eigeninitiative und Wettbewerb, erhöht das Risiko und schwächt die Position des Westens.

Die Eurozone bleibt den Beweis nicht lange schuldig. Die kürzlich zustande gekommende Beschlussvorlage zur Restrukturierung und Abwicklung von Banken in der Eurozone sieht vor, dass von der Warnung der Banküberwachung bis zur endgültigen Entscheidung über den Fall 126 Entscheidungsträger involviert sind. Das gilt für den einfachen Fall, dass nur ein Land betroffen ist, schreibt die FT. Im worst-case einer in mehreren Ländern tätigen Bank müssen neun Gremien mit bis zu 143 Teilnehmern beschäftigt werden.

Barnier, der für die Reformen zuständige EU-Kommissar, warnt, dass das Verfahren zu komplex ist. Er selbst favorisiert eines, das die Beteiligung von mindestens 107 Personen aus der EZB, verschiedenen Kommitees und aus der EU-Kommission erfordert. Was für ein Unterschied – Hut ab!

Nach allgemeinem Verständnis muss die Schließung einer Bank über ein Wochenende erfolgen, um Bank-Runs tunlichst zu vermeiden. Vermutlich wird demnächst in der EU ein Wochenend-Kommissar ernannt, der im Falle einer anstehenden Bank-Schließung festlegt, wieviele Tage das jeweilige Wochenende umfassen wird.

Wolfgang Munchau schreibt in der FT, die jetzt auf dem Tisch liegenden Vorschläge gehören abgelehnt. Viele Beobachter, er selbst eingeschlossen, hätten die kurzfristigen Kosten einer Bankenunion unterschätzt, etwa in Bezug auf die damit verbundene Unsicherheit und Kreditklemme. Die Vorteile einer Bankenunion seien sehr groß, aber die auf dem Tisch liegenden Vorschläge würden diese nicht umsetzen. Der/die vorgesehenen Abwicklungsfonds seien zu klein, sie seien nur geeignet für den Fall, dass der Bank-Chef mit der Kasse durchbrennt. Man sollte zwar niemals die Leichtgläubigkeit von Marktteilnehmern und Journalisten unterschätzen, aber die EU überzieht mit dem zweiten Phantom-Programm nach dem OMT-Programm der EZB nun möglicherweise.

Die USA halten im Wettbewerb der Bürokratie locker mit – 2010 hatte die Obama-Regierung die Großtat des Dodd-Frank-Acts vollbracht, mit dem die Finanzindustrie an die Kandare gelegt werden sollte. Er bringt es auf stolze 2300 Seiten, wichtige frühere, das Finanzsystem betreffende Gesetze kamen nicht über 150 Seiten hinaus (siehe z.B. hier und hier!). Der Act stellt mit seiner Komplexität sicher, dass die Finanzindustrie so weitermachen konnte wie zuvor. Nicht verwunderlich, dass Banken und Investment-Unternehmen aggressiv und erfolgreich für ihn gekämpft haben.

Continue reading

Gewappnet für den nächsten Jahrhundertsommer

Gewappnet für den nächsten Jahrhundertsommer

Mit dem neuen Schulzweig »Rohstofftechnik« an der HTL ­Leoben wird die Ausbildungskette endlich geschlossen.

Nach einer mehrjährigen Planungsphase wurde im Herbst 2013 der neue Schulzweig »Rohstofftechnik« an der HTL Leoben eröffnet. Aus über 45 Anmeldungen wurden 32 junge, wissbegierige Menschen aus ganz Österreich ausgewählt, die voller Erwartungen ihre Ausbildung aufnehmen.

Continue reading

BIS: Wachstum der Weltwirtschaft weiter schwach

Kein Weihnachtsfriede für Gevatter Bär: Die Jagdsaison ist eröffnet und allein in New Jersey stehen hunderte Schwarzbären zum Abschuss.

Continue reading

Log in or Sign up