Donnerstag, Mai 09, 2024
50 Millionen Euro für private Gebäude, 50 Millionen für gewerbliche Immobilien. Die Bauwirtschaft zeigt sich mit dem Konjunkturpaket der Bundesregierung zur thermischen Sanierung zufrieden. Für die Opposition greifen die Maßnahmen viel zu kurz.
"Die Verabschiedung des 100-Millionen-Euro-Paketes zur thermischen Sanierung durch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Umweltminister Niki Berlakovich ist der richtige Schritt zur Konjunkturbelebung, der gerade zur rechten Zeit kommt", sind sich der Bundesinnungsmeister der Baugewerbe, Hans-Werner Frömmel, und NR Josef Muchitsch von der Gewerkschaft Bau-Holz einig. 50 Millionen Euro sind für die Sanierung privater Gebäude und 50 Millionen Euro für gewerbliche Immobilien vorgesehen. Die BAU-Pakt-Partner haben sich seit mehreren Monaten immer wieder vehement für die Bereitstellung von Mitteln zur Forcierung der thermischen Sanierung eingesetzt. Für Robert Schmid vom Fachverband Steine-Keramik und Klaus Kastenhofer von GLOBAL 2000 ist diese Maßnahme nicht nur ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der Gebäudesubstanz und zur Einsparung von Heizkosten, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen. Jedenfalls, so die BAU-Pakt-Partner, ist das Geld damit sinnvoller investiert als mit dem Ankauf von Klimaschutzzertifikaten. Nach Schätzung der Wirtschaftskammer lässt sich mit dieser Initiative ein Investitionsvolumen von bis zu einer Milliarde Euro mobilisieren. „Jetzt muss sichergestellt werden, dass die Mittel ohne Verzögerung fließen und die zu erwartenden positiven Impulse für die Bauwirtschaft, die Umwelt und den Arbeitsmarkt rasch greifen können“, sagt WKÖ-Präsident Christoph Leitl.

Weit weniger zufrieden zeigt sich die Opposition. "Um die thermische Sanierung in Österreich ernsthaft zu fördern, muss man in Milliarden denken, nicht in Millionen“, kritisiert BZÖ-Umweltsprecher Robert Lugar. Auch der oberösterreichische Energielandesrat Rudi Anschober kritisiert die Initiative als „viel zu gering dotiert“ und fordert ebenfalls Milliarden in die Hand zu nehmen. Der Verband der institutionellen Immobileninvestoren vermisst den Mut, nicht nur Geld in Form von Förderungen zur Verfügung zu stellen, sondern sich auch über eine Adaptierung des Miet- und Steuerrechts zu trauen, um tatsächlich echte Impulse generieren zu können. VII-Präsident Wolfgang Louzek hätte sich deutlich höhere Investitionsanreize gewünscht. „Das hätte unter anderem durch einen erhöhten AfA Satz, wie auch durch die Wiedereinführung des Investitionsfreibetrages sein können. Doch dieses Instrumentarium, das zwar wieder eingeführt wurde, wurde völlig unverständlich für Hausbesitzer außer Kraft gesetzt", so Louzek. Es könne nicht angehen, dass der Hausbesitzer thermisch saniert, der Mieter aber, der in den vollen Genuss der geringen Heizkosten kommt und somit Geld spart, keinen Beitrag zur Investition leisten muss.

Meistgelesene BLOGS

Firmen | News
01. März 2024
Unter dem Motto „Mission Zukunft - Transformation der Wirtschafts- und Energiesysteme" veranstalten die Deutsche Handelskammer in Österreich in Kooperation mit Fraunhofer Austria Research das Deutsch-...
Nicole Mayer
26. Jänner 2024
Der Bewerb um die höchste staatliche Auszeichnung für Unternehmensqualität in Österreich ist eröffnet. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) sucht Quality Austria wieder...
Firmen | News
14. März 2024
Bereits zum dritten Mal verleiht die auf Informationssicherheit spezialisierte Zertifizierungsinstanz CIS - Certification & Information Security Services GmbH die begehrte Personenauszeichnung „CI...
Firmen | News
25. März 2024
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel und Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unternehmen weltweit erkennen zunehmend die Bedeutung von KI für ihre Produktivität und W...
Alfons A. Flatscher
26. Jänner 2024
Ganz oben auf der Agenda unserer Leser*innen steht: Neues schaffen! Wir haben gefragt, 150 Leser*innen haben uns qualifizierte Antworten geliefert. (Zum Artikel: Chancen überall, nicht erst ab 2025) D...
Katharina Bisset
07. Februar 2024
Ab 14. Februar 2024 müssen alle Pflichten des Digital Services Act von betroffenen Unternehmen umgesetzt werden – aber was bedeutet dies konkret? Der Umfang der Pflichten hängt davon ab, welche Dienst...
Alfons A. Flatscher
21. März 2024
 Mit KI-Technologien bleibt kein Stein auf dem anderen. Ganze Berufsstände, die sich bisher unangreifbar fühlten, geraten plötzlich in eine Krise. Legionen von Programmierern arbeiten gerade an d...
Mario Buchinger
22. Jänner 2024
In der Consulting- und Coaching-Branche gibt es sicher einige Leute, die kompetent Organisationen unterstützen können. Aber viele der Coaches und Consultants nützen meist nur sich selbst. Worauf Unter...

Log in or Sign up