Wednesday, April 15, 2026

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Steigende Energie- und Rohstoffpreise, zunehmende Lieferkettenrisiken und die wachsende Nachfrage nach CO2-armen Produkten treiben die Kreislaufwirtschaft voran. Sie wird auch zunehmend in der Politik Thema.

Bild: Durch Schrottrecycling können bei Stahl bis zu 75 Prozent Energie gespart werden, bei Aluminium 95 und bei Kupfer 65 – und damit entsprechende Produktionskosten.

Hohe Energiekosten, ungleiche Bedingungen im internationalen Wettbewerb und z. B. Investitionsbedarf für die Dekarbonisierung treffen die gesamte Bauwirtschaft. Kreislaufwirtschaft bietet hier einen Ausweg, vor allem im Metallbereich. Das erkennen nicht nur immer mehr Unternehmen, sondern zunehmend auch die Politik. Der europäische Aktionsplan für Stahl und Metalle als Teil des Clean Industrial Deal steht für eine Förderung der Kreislaufwirtschaft und Beschleunigung des Übergangs zur Klimaneutralität. Bis zum vierten Quartal 2026 wird die Einführung von Verpflichtungen in Bezug auf den Rezyklatanteil von Aluminium in bestimmten Bauprodukten vorbereitet.

Der europäische Emissionshandel wertet Kreislaufwirtschaft durch den CO₂-Preis auf. Brigitte Reich, Geschäftsführerin der B2B Online-Handelsplattform Secontrade, verweist ferner auf die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie. Anna Pixer, Autorin der neuen Studie des Kontext-Instituts für Klimafragen »Kreislaufwirtschaft als Pulsgeber für Österreichs Wettbewerbsfähigkeit«, nennt die Industriestrategie Österreich 2035, wonach Kreislaufwirtschaft kein Nischenthema mehr sein darf, sondern Teil der zentralen industriepolitischen Zukunftsagenda.

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»Mit Secontrade bieten wir eine B2B Online-Handelsplattform, auf der sich Käufer und Verkäufer von Sekundärrohstoffen in ganz Europa finden und ihre Wertstoffe handeln können«, beschreibt Brigitte Reich das Konzept.

Gelebter Kreislauf
»Aus meiner Sicht ist das Bewusstsein für Kreislaufwirtschaft im Metallbau deutlich gestiegen, aber es ist noch stark projekt- und kundenseitig getrieben«, betont Thomas Glanzer, Head of Business Development and Sustainability bei AluKönigStahl. »Dort, wo ein Bauherr oder ein Planer das Thema ernsthaft einfordert und sauber in Ausschreibung, Nachweisführung und Vergabe übersetzt, passiert spürbar mehr«, so Glanzer und verweist auf die Schüco-/Jansen-Systeme.

Erfolgreich arbeitet auch Hydro. Schrott wird zu hochwertigen Aluminiumprodukten wie Hydro Circal recycelt, das zu mindestens 75 Prozent aus recyceltem Post-Consumer-Aluminium besteht, derzeit u. a. eingesetzt bei der Sanierung des Gebäudekomplexes der Pensionsversicherungsanstalt in Wien.

Reinhard Pierer, Prokurist bei Loacker Recycling und Vorstand vom Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe Vorarlberg, berichtet aus seiner Branche. »Wir sind laufend dabei, unsere Aufbereitungsanlagen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, um eine bestmögliche Trennung der einzelnen Fraktionen gewährleisten zu können, u. a. mit Röntgen-, Nahinfrarotautomaten und Robotersortiertechnologien.« Wo nice to have vorherrscht, dominiert laut Glanzer weiterhin das klassische Dreieck aus Preis, Termin und Risiko. »Und Kreislauf bleibt eine Überschrift ohne operative Konsequenz.«

Quelle und Qualität
Gleichzeitig wächst die Sorge, dass es zu wenig Schrott für die stark wachsende Nachfrage nach Sekundärmetallen gibt. Anton Resch, Geschäftsführer der AMFT, sieht einen Grund im Export von Metallschrott. Mit der Abfallverbringungsverordnung, die ab Mai 2026 gilt, werden die Vorschriften für die Ausfuhr von Abfällen in Länder außerhalb der EU verschärft, hofft er. »Es muss Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass wir diese Materialien benötigen.«

»Eine verpflichtende Rezyklat- und Wiedereinsatzquote ist zu begrüßen, aber man muss sicherstellen, dass die benötigten Schrottmengen vorhanden sind. Sonst schneiden wir uns ins eigene Fleisch«, betont Anton Resch (AMFT) und verweist auf das Vorzeigeprojekt A/U/F in Deutschland.

Thomas Glanzer erkennt systemische Hürden. Man brauche sichere Herkunftsdaten, Material-/Bauteilkennzeichnung, nachvollziehbare Prüf- und Freigabeprozesse und ein Vertrags- und Haftungsregime, das alle Projektbeteiligten akzeptieren. In der Praxis funktioniert Re-Use daher dort am besten, wo Rückbau und Neubau zeitlich und organisatorisch zusammenpassen, wo Bauteile modular und demontierbar geplant wurden und wo mit klaren Standardbauteilen gearbeitet wird.

Bei alten Stahlbauteilen steht ReUse noch am Anfang. »In Österreich zieht uns das rechtliche Thema quasi sehr starke Bremsschuhe an, vor allem wenn es sich um ältere Bauteile handelt«, betont Georg Matzner, Geschäftsführer des Österreichischen Stahlbauverbandes und verweist auf bestehende Gewährleistungsfristen. Dieses Thema wurde bereits beim Stahlbautag 2025 angesprochen. »Material vor 1970 sollte besser recycelt werden, weil die heute durch den Eurocode geforderten Sicherheiten strenger sind als die damaligen Berechnungsregeln. Außerdem fehlen oft die Materialdokumentationen, weshalb es wirtschaftlicher ist, solchen Stahl zu recyclen anstatt ihn einzeln zu prüfen und aufwendig nachzurechnen«, erwähnt Georg Matzner ein Referat der RWTH Aachen.

Droht Überdimensionierung?
Es sei auch schwierig, genau nach den eigenen Bauvorgaben passende Teile in sinnvoller Nähe zu erhalten. Damit entsteht für Georg Matzner auch das Problem der Überdimensionierung. »Eigentlich würde ein 200er Träger reichen, ich habe aber einen 300er. Anstatt ihn zu recyceln, wird er vielfach eingesetzt«, erklärt er. ReUse wird vermutlich ein Nischenprogramm wegen der bestehenden Problematik des Matchmakings und der Quantitäten bleiben. »Ich müsste iterativ planen. Das Ganze wird sich erst rechnen, wenn die Rohmaterialpreise extrem in die Höhe gehen. Aber dann steigen auch die Schrottpreise. Das Ganze ist ein Null­summenspiel.«

Pädagogisch wird ReUse an mehreren Stellen behandelt, u. a. durch den Re:Use Stahlbaupreis, gestiftet vom Österreichischen Stahlbauverband. Er wurde 2025 erstmals an der TU Wien vergeben. »Die Student*innen haben sich die alte Pauker-Halle in Wien Donaustadt angesehen, unter Berücksichtigung der Wiederverwendung von Stahlbauteilen wurden Entwürfe für neue Hallen gezeichnet,« informiert Kai Merkert. Aus 61 Projekten wurde die Arbeit von Lukas Fitsch durch die Jury erstgereiht.



Hintergrund: Stärkung 10R
Das Kontext-Institut hat führende Kreislaufwirtschaftsunternehmen gefragt, mit welchen Maßnahmen die 10R der Kreislaufwirtschaft (Refuse, Rethink, Reduce, Re-use, Repair, Refurbish, Remanufacture, Repurpose, Recycle, Recover) gestärkt werden können: Abfallrecht grundlegend reformieren, um die rechtliche Gleichstellung von qualitätsgesicherten Sekundärmaterialien gegenüber Primärrohstoffen sicherzustellen Mindestanteil an Recyclingmaterial verankern, um eine verlässliche Nachfrage nach Sekundärrohstoffen zu schaffen und Leitmärkte für zirkuläre Produkte aufzubauen. CO2-Bepreisung weiterführen, um Kostenunterschiede zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen zu verringern und faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

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