Friday, May 15, 2026

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Elektrisch, flexibel, transparent: Das Flottenmanagement verschiebt sich zunehmend von der bloßen Verwaltung des Fuhrparks zu einem nachhaltigen, datengestützten Mobilitätsmanagement.

Bild: iStock


Das Thema Mobilität bringt die Unternehmen in Bewegung. Regulatorische Vorgaben wie EU-Taxonomie, CSRD-Berichtspflicht, CO2-Flottenziele, aber auch städtische Nullemissionszonen stellen Betriebe vor die Herausforderung, ihre Mobilitäts- und Logistikprozesse neu zu denken. Nachhaltigkeitsziele spielen in Ausschreibungen von Transportleistungen bereits eine zentrale Rolle:

Auch Arbeitnehmer*innen erwarten heute ökologische Verantwortung und fordern nachhaltige Mobilitätsangebote ein – der Firmenwagen als Statussymbol hat ausgedient. Als Alternative setzen sich vor allem im urbanen Raum Klimaticket und Dienstfahrrad durch, als Benefit können diese auch privat genutzt werden. Der Fuhrpark wird zunehmend elektrisch, zudem teilen sich oft mehrere Mitarbeitende ein Poolfahrzeug. Neben dem Thema Nachhaltigkeit bleibt der Kostendruck auch im Flottenmanagement präsent. Steigende Spritpreise und Mautzahlungen zwingen Unternehmen dazu, ihren Fuhrpark bis ins kleinste Detail zu analysieren. Die Nachfrage nach integrierten Software-Lösungen steigt daher signifikant. Mithilfe solcher Tools, die den Kraftstoffverbrauch, die Wartungsplanung und Routenführung optimieren, kann eine nicht unerhebliche Kostenersparnis erzielt werden.

Grüne Flotte
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten investieren auch Österreichs Unternehmen weiter in die Entwicklung ihrer Flotten, wie das Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2025 des Arval Mobility Observatory zeigt. 92 % der weltweit über 8.000 befragten Entscheidungsträger*innen – 300 davon in Österreich – rechnen in den kommenden drei Jahren mit einem stabilen oder wachsenden Fuhrparkvolumen. 16 % davon sogar mit einem Wachstum. »Mobilität ist für viele Unternehmen ein strategisches Thema. Sie spiegelt sich zunehmend in Werten wie Nachhaltigkeit und Arbeitgeberattraktivität wider«, sagt Gregor Bilik, Geschäftsführer von Arval Austria.

Der globale Trend zur Elektromobilität hält auch in Österreich an. Besonders als Firmenwagen sind alternative Antriebe beliebt: 57 % der heimischen Unternehmen setzen bereits solche Fahrzeuge ein. Der Anteil von E-Autos bei den Neuzulassungen erreichte 2025 mit 20 % einen Rekordwert. Inklusive Hybridantriebe lag der Anteil sogar bei fast 60 %. Rund 70 % der neuen E-Autos wurden auf Unternehmen angemeldet. Wer den Fuhrpark ausweiten oder modernisieren möchte, kommt an elektrischen Fahrzeugen nicht mehr vorbei. Auch bei schweren Nutzfahrzeugen verläuft die Weiterentwicklung alternativer Antriebe rasant – batterieelektrische Lkw nähern sich dem Niveau von Dieselfahrzeugen an und werden auch wirtschaftlich attraktiver.

Mit der Elektrifizierung der Firmenflotte erweitert sich auch das Fuhrparkmanagement um technische und strategische Komponenten. Es geht längst nicht mehr um die bloße Verwaltung von Fahrzeugen und die Abrechnung von Tankbelegen. Die Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse, die Energieversorgung – etwa durch eine Photovoltaikanlage am Betriebsgelände – und letztlich die Standortfrage müssen geklärt werden.

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»Ohne durchdachte Ladeinfrastruktur bleibt Elektrifizierung Stückwerk«, erklärt Bilik. Arval berät und begleitet deshalb Unternehmen beim Umstieg zur E-Mobilität.

Einige Betriebe entwickeln ein eigenes Konzept, das öffentliches, betriebliches und privates Laden umfasst. Oft bleibt es aber bei punktuellen Einzelinitiativen, eine ganzheitliche Strategie fehlt. Betriebliches Mobilitätsmanagement könnte ein entscheidender Hebel sein, um diese Potenziale besser auszuschöpfen. Damit die Maßnahmen zielgerichtet wirken, braucht es jedoch einen transparenten, datenbasierten Prozess.

Vernetzt und optimiert
Das Unternehmen Bridgestone, das mit Webfleet eine eigene SaaS-Mobilitätslösung anbietet, sieht den Bereich Flottenmanagement europaweit vor einem Umbruch. Steigende Kosten, komplexere Abläufe und strengere EU-Vorgaben verändern die Spielregeln für gewerbliche Fuhrparks.

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»Das Flottenmanagement tritt in eine neue Phase ein«, sagt Jan-Maarten de Vries, President Fleet Management Solutions bei Bridgestone. »Daten zu sammeln und sich auf Erfahrung zu verlassen, reicht nicht mehr aus. Gefragt sind gute Strategien, um vorausschauend handeln zu können.«

Ein entscheidender Hebel liegt seiner Meinung nach in der Verknüpfung von Daten und KI-gestützten Analysen. Divergente Systeme führen oft zu Doppelgleisigkeiten. Eine einheitliche Darstellung aller Fahrzeuge und Prozesse sollte daher oberste Priorität haben. Der Fokus liegt auf benutzerfreundlichen Tools. Die KI übernimmt im Hintergrund die Aufgabe, die Rohdaten richtig zu gewichten und konkrete Handlungsschritte abzuleiten – von der Routenplanung über Kostenanalysen bis zu Prognosen zum Zustand der Fahrzeuge.

Beim Management komplexer Logistikvorgänge sieht De Vries noch viel Potenzial: »Fahrzeuge sind heute vernetzt und optimiert. Viele Assets sind für Flottenmanager aber noch größtenteils nicht darstellbar. Diese Diskrepanz verursacht unnötige Kosten, Verzögerungen und Sicherheitsrisiken. Der nächste Entwicklungsschritt im Flottenmanagement betrifft deshalb nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern alles, was mit ihnen zusammenhängt.« So benötigen Unternehmen präzise Informationen darüber, wo sich ihre Auflieger und Container befinden, wie sie genutzt werden und welche Stehzeiten sie während des gesamten Transportwegs aufweisen.

Gesetzliche Vorgaben könnten diese Entwicklungen beschleunigen: Ab Juli 2026 gilt die EU-Regelung der Lenk- und Ruhezeiten auch für leichte Nutzfahrzeuge über 2,5 Tonnen im grenz­überschreitenden Verkehr. Mit digitalen Tachographen-Management-Tools, wie sie derzeit für schwere Lkw-Flotten genutzt werden, könnten Unternehmen die Vorgaben ohne zusätzlichen administrativen Aufwand erfüllen.

 

»Unternehmen sind Treiber der E-Mobilität«

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Der Trend zu »grünen« Fuhrparks ist in Österreich ungebrochen. Warum Renato Eggner, Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement GmbH, verpflichtende E-Auto-Quoten als wenig sinnvoll erachtet, erklärt er im Report(+)-Interview.

Sind E-Autos mittlerweile die attraktiveren Fahrzeuge für Firmenflotten?

Renato Eggner: 2025 waren bereits 61,4 % der Neuzulassungen in den von uns gemanagten Firmenflotten vollelektrisch und weitere 8,2 % waren Hybride. Die heimischen Unternehmen sind damit nach wie vor die Treiber der E-Mobilität und leisten einen wichtigen Beitrag für die österreichischen Klimaziele. Dennoch sehen wir die geplante EU-Verordnung zu verpflichtenden E-Auto-Quoten kritisch. Sinnvoller wäre es, wenn die EU ihren Fokus z. B. auf verlängerte Garantien und die Sicherstellung der Reparaturfähigkeit von Batterien richtet.

Welche Services bieten Sie im Bereich Green Leasing?

Eggner: Unternehmen, die sich für E-Mobilität entscheiden, setzen sich naturgemäß auch mit dem Thema Ladeinfrastruktur auseinander. Als einzige Universal-Leasinggesellschaft des Landes kann Raiffeisen-Leasing hier auch maßgeschneiderte Finanzierungen für PV-Anlagen, Ladesäulen oder Batteriespeicher anbieten. Besonders gefragt ist auch das smarte Service RaiCharge, das wir unseren Flottenkunden anbieten. Damit können Heimladungen finanzamtskonform abgerechnet und über unsere Fuhrpark-App verwaltet werden.

Wie steht es um die Digitalisierung der Fuhrparks?

Eggner: Wir bieten unseren Fuhrparkkunden mit unserer Fuhrpark-App und unserer Reporting-Plattform »Mein Fuhrpark« zwei Tools an, mit denen Firmenflotten einfach und transparent gemanagt werden können. Leider wird seitens der Politik der regulatorische Aufwand für die Unternehmen immer größer – siehe etwa das Beispiel für die verpflichtende Erfassung von Heimladungen in den Lohnkonten der Arbeitnehmer. Daher ist es wichtig, mit digitalen Lösungen Prozesse »end2end« zu automatisieren und zu vereinfachen.

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