Friday, May 01, 2026

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Vergleichbar. Erklärbar. Souverän – unter diesem Motto haben der ORF und der Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) eine gemeinsame Initiative zum Thema "Digital Sovereignty" gestartet. Ziel ist es, ein praxisnahes und transparentes Referenzmodell zu entwickeln, das Organisationen hilft, Digitale Souveränität besser zu verstehen, zu bewerten und in Technologieentscheidungen zu berücksichtigen.

Credit: ORF/Hans Leitner

Bild: Peter Reichstädter (CIO und Leiter der IKT-Strategie im österreichischen Parlament), Astrid Zöchling (CIO des ORF), Doris Lippert (Präsidentin des Verbands Österreichischer Software Innovationen) und Harald Kräuter (Direktor für Digitalisierung und Technik im ORF).


Digitale Souveränität gewinnt für öffentliche Institutionen, kritische Infrastrukturen, regulierte Branchen und verwandte Bereiche zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig fehlt es bislang an neutralen und praxisnahen Instrumenten, die Fragen der technologischen Souveränität, entsprechender Kontrollmöglichkeiten und damit verbundenen Governance-Fragen nachvollziehbar machen.

„Digitale Souveränität bedeutet, zu wissen, wie abhängig man von Technologien, Plattformen und Lieferketten ist – und bewusst entscheiden zu können“, sagt Harald Kräuter, Direktor für Digitalisierung und Technik im ORF. „Gemeinsam mit Industrie, Forschung und öffentlichen Organisationen wollen wir ein Modell entwickeln, das Transparenz schafft und faktenbasierte Entscheidungen ermöglicht.“

„Digitale Souveränität entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch Transparenz, Kompetenz und starke europäische Ökosysteme“, betont Doris Lippert, Präsidentin des Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI). „Mit unserer neuen Initiative ´Digital Sovereignty´ schaffen wir einen Raum, in dem Anbieter, Anwender und Forschung gemeinsam an einem klaren und praktikablen Verständnis von digitaler Souveränität arbeiten.“

Peter Reichstädter wird die neue Initiative koordinierend leiten. „Digitale Souveränität ist eine komplexe Challenge auf der Skala von Autonomy, Authority, Risk und Resilience und betrachtet vor allem drei Ebenen: Operative Souveränität, Daten und Technologie“, betont Peter Reichstädter, CIO des Österreichischen Parlaments. „In der gewählten Herangehensweise des ‚Sharing & Learning‘ sowie der interdisziplinären Zusammensetzung der Arbeitsgruppe mit Vernetzung auf nationaler und internationaler/europäischer Ebene werden wir das Thema ‚Digitale Souveränität‘ angreifbar und nachvollziehbar auf den Boden bringen.“

Referenzmodell in Arbeit
Die Special Interest Group (SIG) „Digital Sovereignty“ setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Software-Unternehmen, IT- und Cloud-Infrastrukturanbietern, Beratung, Forschung sowie Organisationen des öffentlichen Sektors zusammen. Ziel ist es, ein neutral gestaltetes Referenzmodell zu erarbeiten, das Orientierung bietet, ohne als Zertifizierung oder Gütesiegel zu fungieren.

„Digitale Souveränität ist kein abstrakter Begriff, sondern eine sehr konkrete Frage der technologischen Handlungsfähigkeit von Organisationen“, sagt Astrid Zöchling, CIO des ORF und Mit-Initiatorin der Arbeitsgruppe. „Wir wollen ein Modell schaffen, das Souveränität entlang klarer Kriterien sichtbar macht und damit Vergleichbarkeit und Transparenz ermöglicht – besonders für Organisationen im öffentlichen Sektor und in regulierten Branchen.“

Die SIG „Digital Sovereignty“ wird ein Referenzmodell für einen Digital Sovereignty Score entwickeln, der die Souveränität digitaler Lösungen entlang klar definierter Kriterien sichtbar macht. Ergänzend dazu sind standardisierte Transparenz-Dokumente geplant, etwa ein Sovereignty Factsheet, das zentrale Informationen zu souveränitätsrelevanten Eigenschaften digitaler Lösungen strukturiert darstellt, sowie eine Sovereignty Bill of Materials, die Abhängigkeiten und Herkunft zentraler digitaler Komponenten nachvollziehbar macht – beispielsweise hinsichtlich Softwareherkunft, Lizenzmodellen oder Datenverarbeitungsstandorten.

Die Initiatoren laden Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, öffentlichem Sektor und Forschung ein, sich an der Initiative zu beteiligen und ihre Perspektiven einzubringen.

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