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Europa kämpft im Batterie-Markt maximal noch um Nischen. Ein Marktkommentar von Stian Ueland, DNB Asset Management.

Bild: iStock

40 % Wachstum im Jahr 2025 – der Batteriemarkt boomt. Doch hinter den beeindruckenden Zahlen verbirgt sich ein Markt, der von wenigen asiatischen Akteuren dominiert wird und westliche Investoren vor strategische Fragen stellt.

Europa steht dabei vor einem strukturellen Wettbewerbsproblem. Zwar existieren mit Akteuren wie PowerCo (Batterietochter des Volkswagen-Konzerns), Verkor (französischer Batterieentwickler mit Fokus auf europäische Produktion) oder ACC – Automotive Cells Company (Joint Venture u. a. von Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies) erste industrielle Ansätze, doch im globalen Vergleich fehlt es weiterhin an Skaleneffekten, Kosteneffizienz und technologischem Vorsprung. Ein Großteil der Produktionskapazitäten in Europa wird derzeit von chinesischen oder südkoreanischen Unternehmen kontrolliert. Europäische Anbieter dürften daher kurzfristig kaum in der Lage sein, im Massenmarkt mit den führenden internationalen Herstellern gleichzuziehen.

Dennoch gibt es Nischen, in denen Europa strategisch relevant bleiben kann. Dazu zählen hochwertige Batteriezellen, regulierte Märkte sowie Anwendungen, bei denen Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle spielt. In diesen Segmenten sehen wir realistische Chancen für europäische Anbieter, sich zu behaupten – auch wenn der Wettbewerb global strukturell herausfordernd bleibt.

Der Markt wird derzeit maßgeblich von wenigen großen Anbietern geprägt. Unternehmen wie CATL (weltweit führender Hersteller von Batteriezellen) und BYD (integrierter Elektrofahrzeug- und Batterieproduzent) verfügen über signifikante Wettbewerbsvorteile – sowohl technologisch als auch in der Kostenstruktur. CATL etwa kombiniert starke Forschungs- und Entwicklungskapazitäten mit kontinuierlichen Fortschritten in der Zellchemie und treibt damit sowohl Effizienz als auch Kostensenkungen voran. Diese Innovationskraft ist ein wesentlicher Grund für die führende Marktstellung. Aus Investorensicht bleiben beide Unternehmen daher zentrale Bausteine im Batterie-Exposure.

Für Investoren ist zudem die gesamte Wertschöpfungskette relevant. Neben Zellherstellern spielen auch Rohstoff- und Systemanbieter eine Rolle. Dazu zählen etwa Albemarle (US-Lithiumproduzent) als wichtiger Zulieferer für Batteriematerialien sowie Sunrun (Anbieter von Heimspeicher- und Solarlösungen) und Enphase (Technologieanbieter für Wechselrichter und Batteriesysteme im Wohnbereich), die Batterien in dezentrale Energiesysteme integrieren.

Gleichzeitig stellt die Abhängigkeit von einzelnen Regionen eine strategische Herausforderung für westliche Volkswirtschaften dar. Politische Initiativen zur Diversifizierung der Lieferketten sind bereits sichtbar, wovon insbesondere südkoreanische Anbieter profitieren könnten. Eine vollständige Entkopplung erscheint jedoch weder realistisch noch ökonomisch sinnvoll, da sie mit deutlich höheren Kosten verbunden wäre.

In den USA zeigt sich ein differenziertes Bild. Der Markt wird maßgeblich von asiatischen Herstellern in Kooperation mit lokalen Automobilkonzernen geprägt. Die Nachfrageentwicklung leidet derzeit unter einer moderateren Dynamik im Bereich Elektromobilität. Gleichzeitig bleibt offen, inwieweit Unternehmen wie Tesla ihre Ambitionen zur Eigenproduktion von Batteriezellen erfolgreich skalieren können.

Langfristig bleibt der strukturelle Wachstumstrend intakt. Batterien sind ein zentraler Baustein der Energiewende – nicht nur im Mobilitätssektor, sondern zunehmend auch als Speicherlösung zur Stabilisierung der Stromnetze. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Volatilität in der Energieerzeugung und steigender Stromnachfrage kommt ihnen eine Schlüsselrolle zu. So können Batteriespeicher kurzfristig helfen, Angebot und Nachfrage im Stromsystem auszugleichen und damit Engpässe im Netz zu überbrücken.

Technologisch sehen wir derzeit keine kurzfristige Disruption der Lithium-Ionen-Technologie. Alternative Ansätze wie Natrium-Ionen-Batterien könnten in spezifischen Anwendungen an Bedeutung gewinnen, doch die bestehende Infrastruktur, Skalierung und kontinuierliche Weiterentwicklung sprechen dafür, dass Lithium-Ionen auf absehbare Zeit dominant bleiben wird.

Für Investoren bedeutet dies: Der Batteriemarkt bietet weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial, ist jedoch stark konzentriert und von geopolitischen sowie technologischen Faktoren geprägt. Selektivität bleibt entscheidend – sowohl entlang der Wertschöpfungskette als auch mit Blick auf regionale Unterschiede und strukturelle Wettbewerbsvorteile.

 

Über den Autor

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Stian Ueland ist Portfoliomanager bei dem Vermögensverwalter DNB Asset Management.

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