Donnerstag, Juli 16, 2026

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Die angespannte wirtschaftliche Lage, wachsende Compliance-Anforderungen und die Einführung von KI werden Unternehmen auch 2025 intensiv beschäftigen. Was bedeutet das für die Qualitätssicherung? Roman Zednik, Field CTO bei Tricentis, gibt Einblicke in die wichtigsten Trends, die das Software-Testing im kommenden Jahr prägen werden.

Software- und Testing-Trends für 2025
Bild: iStock


1. Der Einsatz von KI nimmt weiter zu

Das derzeit am meisten diskutierte Thema im Qualitätsmanagement ist KI. Wie eine Tricentis Studie (Link) zeigt, bewerten fast 70 Prozent der Unternehmen das Potenzial von KI-gestützten DevOps-Tests als äußerst oder sehr wertvoll. Die neue Technologie kann zum Beispiel dabei helfen, risikobasiert zu testen, Testfälle zu erstellen oder Testergebnisse zu analysieren. Generative KI ist mit 45 Prozent die KI-Art, die im DevOps-Bereich am häufigsten eingesetzt wird. Besonders hoch ist die Nachfrage nach Copiloten, die automatisiert Test Cases generieren. Allerdings haben Unternehmen auch hohe Anforderungen an die Datensicherheit. Sie legen zum Beispiel großen Wert darauf, dass Daten, die sie in eine KI-Anwendung in der Public Cloud eingeben, nicht von Wettbewerbern wieder ausgelesen werden können.

2. Barrierefreiheits-Tests rücken in den Fokus

Laut dem EU Accessibility Act müssen Unternehmen und Behörden künftig sicherstellen, dass ihre digitalen Produkte und Services auch für Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung problemlos zugänglich und nutzbar sind. Damit gewinnen Accessibility-Tests an Priorität. In Deutschland wird die EU-Richtlinie durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) umgesetzt, das verbindlich für alle B2C-Anwendungen und -Produkte gilt, die nach dem 28.06.2025 neu in den Verkehr gebracht werden. Als Orientierungshilfe für die technische Umsetzung kann das ARIA-Framework (Accessible Rich Internet Applications) des World Wide Web Consortiums (W3C) dienen. Es definiert zum Beispiel Leitlinien, um Anwendungen so zu gestalten, dass sie mit einem Screenreader navigierbar sind. Eine Testautomatisierungs-Lösung, die ARIA unterstützt, ermöglicht die nahtlose Integration von Accessiblity Testing in die DevOps-Pipeline.

3. Testautomatisierung hilft, wirtschaftlichen Druck abzufedern

Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. Vor allem die Automobilbranche steht unter Druck und sucht nach Wegen aus der Krise. Während sowohl Hersteller als auch Zulieferer Stellen abbauen und Werkschließungen drohen, müssen QA-Teams mit begrenzten verfügbaren Ressourcen immer mehr leisten. Vor diesem Hintergrund wird Testautomatisierung unverzichtbar. Darüber hinaus sehen sich zahlreiche Unternehmen aller Branchen mit einem IT-Großprojekt konfrontiert: Bis spätestens Dezember 2027 müssen SAP-Kunden von SAP ECC auf SAP S/4HANA umsteigen. Da rund 30 Prozent der Kosten für die Transformation auf die Quality Assurance entfallen, kann Testautomatisierung erheblich dazu beitragen, das Projekt möglichst effizient umzusetzen. Für einen reibungslosen Ablauf ist eine Lösung empfehlenswert, die sich nahtlos in das SAP-Transformations-Framework RISE with SAP integriert.

4. Akzeptanz von Cloud-Lösungen steigt weiter

Cloud-Technologie gewinnt noch stärker an Bedeutung. Derzeit betreiben deutsche Unternehmen bereits mehr als ein Drittel (38 Prozent) ihrer IT-Anwendungen in der Cloud, so eine aktuelle Bitkom-Studie. In fünf Jahren wird der Anteil voraussichtlich bei 54 Prozent liegen. Insgesamt nutzen 81 Prozent der deutschen Unternehmen heute Cloud-Technologie, weitere 14 Prozent planen dies. Der Trend zur Cloud spiegelt sich auch in den Umsatzzahlen wider: SAP meldete für das dritte Quartal 2024 ein Plus von 25 Prozent bei den Cloud-Erlösen. Für QA-Teams bedeutet die zunehmende Cloudifizierung, dass sie in der Lage sein müssen, Anwendungen sowohl in On-Premises-, hybriden als auch in Cloud-Umgebungen zu testen. Dafür ist es zum Beispiel wichtig, Testfälle nahtlos in die Cloud zu übertragen. Im SAP-Umfeld kann eine Testing-Plattform die Effizienz steigern, die in SAP Cloud ALM (Application Lifecycle Management) integriert ist.

5. Aufwand reduzieren bei Change Impact Analysen

QA-Teams sehen sich mit immer kürzeren Release-Zyklen konfrontiert. Bei jedem Update und jeder Code-Änderung müssen sie sorgfältig prüfen, ob die Anwendung und damit verknüpfte Geschäftsprozesse noch reibungslos funktionieren. Gefragt sind daher Lösungen, die den Aufwand für solche Change-Impact-Analysen reduzieren. Der Trend geht zu Software Quality Intelligence: einer KI gestützten Methode, um geänderten Code automatisiert zu bewerten und Qualitätsrisiken zu identifizieren. So können QA-Teams auf die Bereiche fokussieren, die tatsächlich kritisch sind. Statt Massentests durchzuführen wissen Qualitätssicherer genau, was sie testen müssen, und sparen dank Quality Intelligence viel Zeit und Ressourcen.

6. Nachhaltigkeit und Green Coding

Den eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern und Nachhaltigkeits-Ziele zu erreichen hat für Unternehmen weiterhin hohe Priorität. Nicht nur aus Compliance-Gründen, sondern auch, um Kosten zu sparen. Die IT und das Qualitätsmanagement können dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Denn Rechenzentren sind für zwei Prozent des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich, so der Jahresbericht der International Energy Agency (IEA). Indem Unternehmen auf sauberen, schlanken Software-Code achten, Ineffizienzen vermeiden und überflüssigen Datenballast abwerfen, können sie ihren Ressourcenverbrauch reduzieren. Dafür ist es wichtig, Quality Engineering in einem Shift-Left-Ansatz möglichst früh in den Entwicklungsprozess zu integrieren.

Fazit

Die Herausforderungen werden im Jahr 2025 nicht weniger. Angesichts der angespannten Wirtschaftslage sind Unternehmen mehr denn je gefordert, Prozesse zu optimieren. Das gilt auch für das Qualitätsmanagement. Roman Zednik, Field CTO bei Tricentis, fasst zusammen: „Die gute Nachricht ist, dass wir beim Einsatz von KI in der Qualitätssicherung große Fortschritte machen. Indem Unternehmen die neuen Möglichkeiten nutzen und QA-Prozesse nahtlos frühzeitig in die DevOps-Pipeline integrieren, können sie schneller, effizienter und ressourcenschonender testen. Das zahlt am Ende sowohl auf die Wettbewerbsfähigkeit, die Compliance als auch die Nachhaltigkeit ein.“

 

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Über den Autor
In seiner Rolle als Field CTO von Tricentis arbeitet Roman Zednik eng mit Kunden und Partnern zusammen, um technische Produktinnovationen voranzutreiben. Zudem fungiert er als Sprecher und Evangelist auf Events und Branchenveranstaltungen und unterstützt den strategischen Vertrieb.

 

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