Freitag, Oktober 23, 2026

Mehrwert für Manager

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KI-Systeme werden zunehmend autonom und verändern den Arbeitsalltag in Unternehmen und Organisationen tiefgreifend und dauerhaft. Diese Erwartungen teilen Führungskräfte auch in der Region DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz), stellt eine Studie von Accenture fest.

KI-Projekte: Eine Frage des Vertrauens 
Christian Winkelhofer ist Managing Director für neue Technologien bei Accenture.

Mit der Umfrage „Tech Vision 2025“ blickt der IT-Dienstleister Accenture heuer in die „Zukunft der KI“. Das Fazit der Studie (Link), die bereits im 25. Jahr durchgeführt wurde: Autonome KI wird die digitale Zukunft prägen. Während die technischen Systeme rund um KI bereit zur Anwendung in Unternehmen sind, wird der „Schlüssel zum Erfolg das Vertrauen in die Technologie“ sein, bekräftigt Christian Winkelhofer, Managing Director für neue Technologien von Accenture Österreich. Das Vertrauen in KI-Technologien variiert geografisch stark: Während in Indien heute 77 Prozent der Menschen KI-Technologien vertrauen, sind es in China 72 Prozent, in Japan 38 Prozent, in den USA 32 Prozent und in Deutschland 29 Prozent.

Dabei sei der Unterschied im Vertrauensindex bei deutschsprachigen Ländern wahrscheinlich einfach auf einen Übersetzungsfehler zurückzuführen, meint Winkelhofer. Während der englische Begriff „Intelligence“ ursprünglich für nachrichtendienstliche Recherche und Anreichern von Informationen (zum Beispiel für militärische Zwecke) verwendet wurde, konnotieren Deutschsprachige mit „Intelligenz“ ein Bewusstsein, ein Gehirn und Ähnliches. Aus diesem Grund sei die Hürde bei der Akzeptanz von KI-unterstützten Anwendungen nicht auf rationaler, sondern auf emotionaler Ebene, so der Experte. „Mit der Nutzung von KI kann in der Wirtschaft und auch in der Verwaltung relativ rasche Wertschöpfung generiert werden. Wir empfehlen dringend, auch in der öffentlichen Verwaltung nicht bei Digitalisierungsprojekten zu sparen“, so Winkelhofer. Vielmehr sollte für die Sanierung des Staatshaushalts weiter in Digitalisierung investiert werden.

Auch der Wirtschaft stünde nun das Motto „sich zu trauen“, also die Emotion, bei KI-Projekten ganz oben. Die Erwartungen in den Führungsebenen sind jedenfalls da. „64,5 Prozent der Top-Entscheider sind sich der Bedeutung der technologischen Entwicklung bewusst. Allerdings besteht eine hohe Diskrepanz zwischen Potenzialeinschätzung und Umsetzungsbereitschaft“, betont Winkelhofer.

Die vier Technologietrends:

Disruption im Zeitraffer: Dank fortschrittlicher Sprachmodelle ist die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine erstmals in neuem Maßstab möglich. Dies verändert besonders die Softwareentwicklung. Modelle erweitern Softwaregrenzen und integrieren KI tief in Unternehmen. Flexible, generative KI-Lösungen ersetzen starre Architekturen und intelligente Multi-Agenten-Systeme übernehmen komplexe Geschäftsprozesse. 77 Prozent der für die Tech Vision befragten internationalen Top-Manager erwarten eine grundlegende Neugestaltung ihrer IT-Systemlandschaft durch KI-Agenten. 40 Prozent der Führungskräfte erwarten eine deutliche Zunahme des KI-Agenten-Einsatzes in den nächsten drei Jahren.

KI-Persönlichkeit: Wenn Unternehmen auf autonome KI in Kundeninteraktionen setzen, müssen sie auf das individuelle Kundenerlebnis achten, denn die persönliche Note und Individualisierung sind entscheidend für das Vertrauen. Personalisierte KI kann Kundenerlebnisse beleben und Beziehungen stärken, und kognitive KI kann Unternehmenswerte integrieren und monotone Interaktionen vermeiden. Die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden wird neu entwickelt. Die Top-Manager erkennen das Potenzial: 77 Prozent der Befragten sehen in hochgradig personalisierten KI-Erlebnissen einen vielversprechenden Lösungsansatz.

Robotik mit KI:  KI trifft damit auf die physische Welt. LLMs (Large Language Models) und VLMs (Visual Language Models) geben Robotern mehr Autonomie und Umgebungsverständnis. Roboter verstehen physikalische Gesetze besser und setzen komplexe Anweisungen sicher um. Roboter entwickeln verstärkt eigenständige Handlungskompetenz und werden künftig vermehrt direkt mit Menschen in ihrem Arbeitsumfeld interagieren. 80 Prozent der Führungskräfte glauben, dass die Kommunikation in natürlicher Sprache zu mehr Vertrauen und besserer Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine führen wird.

Lerngemeinschaft Mensch & KI: Je mehr Menschen KI einsetzen, desto leistungsfähiger wird sie. Das steigert wieder den Nutzen, Mehrwert und die Attraktivität der KI für den Menschen. Anders als bei der Automatisierung können KI-Systeme kontinuierlich weiterentwickelt werden. Eine positive Wechselwirkung zwischen Mensch und KI ist entscheidend für die kognitive KI. Global sehen 80 Prozent der Entscheider höchste Priorität darin, eine positive Einstellung zur Mensch-KI-Zusammenarbeit zu fördern und Automatisierungsängste abzubauen. 68 Prozent der internationalen Führungskräfte halten KI-Schulungen in den nächsten drei Jahren für unverzichtbar.

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