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Unter dem Motto „Mission Zukunft - Wirtschaft und Technik neu denken“ haben die Deutsche Handelskammer in Österreich (DHK) in Kooperation mit Fraunhofer Austria Mitte März das Deutsch-Österreichische Technologieforum mit einem Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, Transformationsprozesse und KI in der Industrie abgehalten.

KI, nachhaltige Energiesysteme und Kreislaufwirtschaft für die Krisenbewältigung
Tobias Lange, CIO Freudenberg, im Gespräch mit Gerhard Krennmair, Geschäftsführer msg Plaut Austria.

Rund 190 Gäste wurden begrüßt, diese bisher höchste Beteiligung in der Forumsgeschichte ist für Wilfried Sihn, Senior Advisor bei Fraunhofer Austria, der durch den Abend führte, Beweis, dass das Thema bewegt. Vito Cecere, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Österreich, verwies in seiner Eröffnung unter anderem auf die Regierungsbildung in Deutschland und die geplanten 500 Mrd. Euro für Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung. „Ich hoffe, das Versprechen wird diesmal gehalten, seit 2009 ist diese finanzielle Stärkung ein Thema.“ Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung, schloss mit der Forderung, das Tempo beim KI-Einsatz im Unternehmen zu erhöhen, Forschung & Entwicklung zu stärken, Kooperationen auszubauen und das KI-Know-how zu forcieren. Es wurde bereits teilweise realisiert: Die F&E-Quote in Österreich soll bis 2030 vier Prozent betragen. Der Einsatz von KI in der Industrie hat sich im Vergleich zum Vorjahr beinahe verdoppelt.

KI ist zentraler Innovationsmotor
Österreich erlebt beim Thema KI in nahezu allen Branchen eine beachtliche Innovationskraft. Das bestätigte Hermann Erlach, CEO Microsoft Österreich, in seiner Keynote "Durch Digitalisierung Österreich jetzt nach vorne bringen" und warnte vor einem Negieren von Künstlicher Intelligenz. „90 % der Unternehmen werden in fünf bis zehn Jahren nicht mehr da sein, wenn sie nicht jetzt in das Thema einsteigen.“" Dringend erforderlich sei eine digitale Infrastruktur. Dazu eröffnete Microsoft jüngst die AI Innovation Factory in Wien, drei moderne Rechenzentren starten im Sommer. Entscheidend seien ferner Partnerschaften, denn man könne nicht mehr alles allein umsetzen. Auch für Professor Michael Heiss, Siemens Österreich, sind diese KI-Ökosysteme ein ganz wesentlicher Teil der Infrastruktur. Auf die Transformation, die neben der KI auch im Energiebereich zu erkennen ist, verwies Susanna Zapreva, Vorständin Verbund. „Der technologische Fortschritt wird es uns ermöglichen, den Energieverbrauch stark zu reduzieren und die Energie nachhaltig aufzubringen.“

Digital denken
Innovation bildete den Einstieg in den Forumstag. „Wir sind mitten im Thema Transformation. Es wird einem das eine oder andere Mal schwindlig dabei, aber es ist spannend“, betonte AVL List-Geschäftsführer Jens Poggenburg und berichtete von Effizienzsteigerungen in der Entwicklung von bis zu 25 % durch KI. Profitieren von KI könne man aber nur durch Datenqualität, was laut Tobias Lange, CIO Freudenberg SE im Gespräch mit Gerhard Krennmair, Geschäftsführer msg Plaut Austria, auch professionelles Datenmanagement erfordert. Von hochwertigen Daten im Gleisbau berichtete anschließend Fabian Hansmann von Plasser & Theurer. „Gleisbaumaschinen erkennen heute selbständig schadhafte Komponenten, agieren voll automatisiert und lernen daraus, was die laufende Instandhaltung von Weichen erheblich erleichtert.“ KI hilft auch bei der Batterieentwicklung. Noch werden 60 % der Batterien von zwei chinesischen Unternehmen hergestellt. „Die Battery Tech Alliance soll ein starkes europäisch-nordamerikanisches Netzwerk bilden“, kündigte Hans Kostwein, CEO Kostwein Maschinenbau, an.

Der digitale Wandel in der Praxis war das Thema einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion mit DHK Vizepräsident Harald Pflanzl, Senior Vice President BASF EMEA South-East, Laura Friederike Sasse im Vorstand der Dr. Sasse Gruppe, Martina Klenkhart, msg Plaut Austria und Balazs Bezeczky von Beckhoff Automation.

Einen Wandel im Geschäftsalltag stellte Isabel Poppek, Gründerin & CEO Alpas, vor. „Alpas AI ist eine KI-gestützte Sourcing Lösung für den Einkauf, gesetzt wird auf proprietäre Machine-Learning-Modelle.“ Mission Zukunft umfasste auch neue Wege in der Abfallwirtschaft wie das Projekt EPSolutely, das Christoph Ecker, Geschäftsbereichsleiter Logistik und Supply Chain Management bei Fraunhofer Austria, und Christoph Pröbstl, Werkleiter EPS-Werke Österreich bei Austrotherm, vorstellten. Damit können 80 % der Styropor-Baustellenabschnitte und 70 % der Verpackungen im Kreislauf geführt werden.

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