Donnerstag, Juli 16, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Der Trockenbau leidet unter der anhaltenden Wohnbauflaute ganz besonders. Den Herausforderungen begegnet die Branche mit optimierten Prozessen und mehr Digitalisierung. Wachstumsmärkte gibt es im Bestand und im Modulbau. Das zeigt auch die Übernahme von rhtb: durch die Porr.

Bauarbeiter mit Helm in Innenbereich
Bild: iStock

 

Der österreichische Trockenbaumarkt hat in den vergangenen fünf Jahren eine Achterbahnfahrt erlebt. Nach den Boomjahren 2021 und 2022 sorgten steigende Zinsen, ein massiver Einbruch im Wohnbau und geopolitische Krisen für eine deutliche Abkühlung. Dazu kommen der weiterhin grassierende Fachkräftemangel und ein zunehmend schwieriger Zugang zu Rohstoffen, der durch die Kreislaufwirtschaft nur in geringem Maße abgefedert werden kann. Zu der gesunkenen Nachfrage gesellen sich enorme Kostentreiber wie steigende Personal-, Energie- und Transportkosten. Gleichzeitig sehen viele Unternehmen die zunehmende Regulierung kritisch.

Die Reaktionen der Unternehmen auf diese Gemengelage fallen ähnlich aus. Prozesse werden laufend optimiert, digitale Werkzeuge ausgebaut und Serviceangebote erweitert. Gleichzeitig setzen die Unternehmen verstärkt auf integrierte Lösungen und eine engere Verzahnung ihrer Produkt- und Dienstleistungsangebote. Saint-Gobain hat sich vor exakt fünf Jahren mit einer agileren und kundenfokussierteren Organisationsform neu aufgestellt. Der Grundstein dafür war die Zusammenführung der Marken Isover, Rigips und Weber Terranova in eine Organisation, der Saint-Gobain Austria. Pa­rallel dazu wurde auch eine gemeinsame Vertriebsstruktur etabliert.

»Alles in allem haben uns diese Neuaufstellungen nicht nur agiler, sondern auch deutlich resilienter gemacht«, erklärt Michael Allesch, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb Saint-Gobain Austria. Zudem wurde vor einiger Zeit Rigips rooom gelauncht und damit sämtliche Systemkomponenten, Prüfungen, EDPs sowie Serviceangebote unter einem »Kompetenz- und Service-Dach« vereint. Knauf setzt vor allem auf Digitalisierung und versucht, Effizienzen zu heben. »Dies reicht aber bei weitem nicht aus, die steigenden Kosten der letzten Jahre zu kompensieren«, erklärt Knauf-Geschäftsführerin Ingrid Janker, die zudem die »Regulierungswut« kritisiert. »Zusätzliche bürokratische Anforderungen verursachen Kosten, ohne unmittelbar einen Mehrwert für Kunden oder Unternehmen zu schaffen«, sagt Janker.

Ausblick
Langfristig sehen die Branchenvertreter den Trockenbau gut positioniert, insbesondere dort, wo es um die Transformation des Gebäudebestands geht. »Durch Themen wie Aufstockung, Nachverdichtung, Umnutzung und Revitalisierung hat der Trockenbau an Bedeutung gewonnen, weil er hier seine Stärken perfekt ausspielen kann«, ist Janker überzeugt. Übertriebene Markterwartungen hat man bei Knauf aber nicht. »Peak-Zeiten wie die Jahre 2021 und 2022, in denen eine Überhitzung herrschte, werden wir nicht mehr erreichen«, sagt Janker. Das sei auch gar nicht nötig. Ein Szenario wie in den Jahren 2018 bis 2019 mit gesundem Wachstum sei durchaus ausreichend. Bei Saint-Gobain rechnet man für die kommenden Jahre mit einer schrittweisen Stabilisierung. Langfristige Vorhersagen seien angesichts der instabilen weltpolitischen Lage aber nicht möglich. Auch bei Knauf hat man keine übertriebenen Erwartungen an die Zukunft.

Attraktives Ziel
Dass Trockenbauunternehmen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen interessante Übernahmeziele darstellen können, zeigt das Beispiel rhtb:. Im Mai dieses Jahres hat die Porr 51 Prozent der Gesellschaftsanteile des Trockenbauspezialisten übernommen. Das Leistungsspektrum von rhtb: umfasst den klassischen Trockenbau in allen seinen Varianten samt integrierten Heiz-Kühl-Systemen, Doppel- und Hohlraumböden sowie hochwertigen Systemtrennwänden. Die beiden Unternehmen verbindet zudem eine langjährige Partnerschaft. So hat rhtb: sowohl den Innenumbau des Porr Headquarters in Wien als auch Ausbauarbeiten an weiteren Standorten durchgeführt.

Vor allem aber steuert rhtb: seine patentierten, schlanken Wohnungsinnenwände zum modularen Wohnbausystem Porr Living bei. »Mit der steigenden Bedeutung der modularen Bauweisen ist auch unser Interesse, die Kompetenzen im eigenen Haus zu haben, gewachsen«, erklärt Porr-CEO Karl-Heinz Strauss. Durch die Portfolioerweiterung insbesondere in den Bereichen Heiz- und Kühldecken für den Neubau und für Sanierungen sowie die Doppelböden kann die Porr das Gewerk Innenausbau nun aus einer Hand anbieten.

 

Referenz: Wohnhausanlage Stubenberg

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Im Zentrum der Gemeinde Stubenberg hat die ÖWF Wohnbau eine neue Wohnhausanlage in Holzbauweise errichtet. Die Außenwände wurden als Holzriegelkonstruktionen mit hinterlüfteter Holzfassade ausgeführt, bei den Deckenkonstruktionen kamen Decken aus Brettsperrholz (BSP) zum Einsatz. Im Werk der Firma Kulmer Holz-Leimbau in Pischelsdorf wurden Rigips Riduro Holzbauplatten auf die vorgefertigten Riegelwände als Beplankung aufgebracht. Die innovative Holzbauplatte zeichnet sich durch einen faserverstärkten Gipskern und eine hochfeste Kartonummantelung aus und dient sowohl der konstruktiven Aussteifung als auch der Erfüllung der brandschutztechnischen Anforderungen. Die Holzriegelwände wurden mit Isover Uni Classic gedämmt, zwischen den Wohneinheiten sorgen die druckfesten Akustic EP1 Glaswolle-Dämmplatten für eine gute Wärme- bzw. Trittschalldämmung. An der Außenfassade wurden Isover Kontur FSP 1–034 Wanddämmungen aus Glaswolle angebracht.

 

Referenz: BYD Verkaufsraum

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In der Shopping City Seiersberg bei Graz hat Schreiner Trockenbau den Verkaufsraum des chinesischen Elektroautoherstellers BYD gestylt. Das dominierende Element ist weißes Licht, das die verwendeten Gipsplatten so richtig zum Leuchten bringt. Der einzige »Farbfleck« an der Wand ist die Tafel mit den 21 unterschiedlichen Farbmodellen und zehn verschiedenen Lederbezügen. »Der Raum ist wie ein organisches Gebilde. Besonders heikel waren die ovalen Formen und Rundungen an der Decke«, erklärt Geschäftsführer Manfred Schreiner: »Die, wie ich sie nenne, ›Erdäpfelblende‹, beispielsweise wurde wie die meisten Platten vor Ort angepasst und zugeschnitten. Ich habe den Mitarbeitern gesagt: messt aus und seids kreativ!« Das Ergebnis: An der Decke befindet sich eine, einer Kartoffel tatsächlich sehr ähnliche Aussparung, die lichtdurchflutet und hellgrell ist. Allerdings ist keine Lampe zu sehen. Schreiner verrät das Geheimnis dahinter: »Unter der Decke sind hunderte LED-Punkte und über den Lichtfeldern wurden die vertikalen Blenden um die beleuchtete Spanndecke mit der Knauf Formplatte beplankt.« Die formbare Gipsplatte (6,5 mm) eignet sich ideal für den Einsatz in runden und gebogenen Trockenbau-Systemen – extra für hohe Gestaltungsfreiheit.

 

Hintergrund: Innovationshighlights
Mit DIA70 hat Knauf eine Systemlösung für zahlreiche Einsatzbereiche wie Wand, Vorsatzschale und Schachtwand entwickelt, die Effizienz und Robustheit verspricht. Das System besteht aus einer 15-mm-Knauf-Diamant-Platte je Seite und dazwischen einem CW70-Profil. Trotz nur 100 mm Gesamtstärke überzeugt die Konstruktion mit hoher Belastbarkeit, lässt sich problemlos verfliesen und benötigt keinen reduzierten Achsabstand.

Rigips hat mit ProMix Premium eine lufttrocknende Allzweck-Spachtelmasse auf den Markt gebracht, die auch als Fugenfüller verwendet werden kann. Das leichte, laut Rigips hoch ergiebige, gebrauchsfertige Produkt verfügt dank seiner innovativen mineralischen Leichtfüllstoffe über einen besonders hohen Weißgrad. Mit bis zu 25 Prozent mehr Reichweite gegenüber herkömmlichen Fugenfüllern benötigt ProMix Premium weniger Material für mehr Fläche.

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