Sunday, April 05, 2026

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Unter dem Titel „Digitale Barrierefreiheit – umfänglich betrachtet“ hatte der Dienstleister MP2 IT-Solutions Ende Jänner zu einem Business-Breakfast in Wien eingeladen. In entspannter Atmosphäre bei Croissants und Kaffee erhielten die Teilnehmer*innen Einblicke in die Bedeutung digitaler Barrierefreiheit. Das Ziel: Digitale Inhalte und Services so zu gestalten, dass sie von allen Menschen unabhängig von Alter, Behinderung oder individuellen Einschränkungen genutzt werden können.

Bild (vlnr): Manfred Pascher und Sabine Paukner (MP2 IT-Solutions), Laurenz Miller (MyAbility), Gerlinde Macho (MP2 IT-Solutions), Wolfang Kowatsch (MyAbility), Ingrid Korosec (Österreichischer Seniorenbund), Christine Steger (Sozialministerium), Albors Askari (MP2), Martin Zach (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz).

Digitale Barrierefreiheit schafft nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern inkludiert, verbessert Benutzerfreundlichkeit, erschließt neue Zielgruppen und stärkt digitale Strategien. Für Laurenz Miller, Lead Accessibility bei MyAbility, sind etwa bessere Kontraste für die Lesbarkeit, klare Passwortanforderungen oder automatische Untertitel bei Videos die Grundlage für „ein besseres Nutzungserlebnis für alle Menschen“. MyAbility berät dazu Unternehmen und Organisationen und erstellt auch Leitfäden für barrierefreie Produkte im digitalen Raum. Denn die Akzeptanz von Services und damit ihr Erfolg hänge von ihrer Zugänglichkeit und Verständlichkeit ab, so Miller. Auf welches Missverständnis trifft er besonders häufig? „Barrierefreiheit verursacht, wenn sie von Anfang an mitgedacht wird, keineswegs zwingend einen Mehraufwand“, stellt der Experte richtig. 

Auch Albors Askari, technischer Leiter bei MP2 IT-Solutions, betont: „Das Nachbearbeiten, das Korrigieren, ist immer teurer.“ Technik und Usability sollten ganzheitlich betrachtet werden. Askari warnt, dass aufpoppende Cookie-Consent-Fenster und Swipe-Funktionen große Hürden für Screenreader darstellen. Unternehmen sind beim Aufbau von Know-how in diesem Bereich – Stichwort „sauberer Code“ – allerdings auf sich allein gestellt. In der Ausbildung kommt quer durch die Disziplinen das Thema Barrierefreiheit praktisch nicht vor, weder in der Informatik noch im Architekturstudium. Askari verweist auf zahlreiche Tools, Standards und Zertifikate, mit denen Websites durchleuchtet, verbessert und öffentlichkeitswirksam beworben werden können.

Julia Kruselburger, CEO von Independo: „Für manche Menschen machen Technologien das Leben leichter – für andere machen sie Leben erst möglich.“ Sie betont, dass die KI-Welle nebst Vorteilen auch neue Hürden bringe. Prompting bei KI-Tools wie ChatGPT ist noch nicht in Symbolsprachen möglich – eine Kommunikationsform, die Menschen mit eingeschränkten sprachlichen Fähigkeiten nutzen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Manfred Pascher und Gerlinde Macho. „Mit unserem Business-Breakfast möchten wir Bewusstsein schaffen und zeigen, dass digitale Barrierefreiheit viele Dimensionen hat – technisch, rechtlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Der offene Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen ist dabei entscheidend“, so die beiden Gründer von MP2 IT-Solutions.

Die weiteren Vortragenden waren Sabine Paukner (MP2 IT-Solutions), Wolfgang Kowatsch (MyAbility), Ingrid Korosec (Seniorenbund), Martin Zach (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz) sowie Christine Steger, Anwältin für Gleichbehandlungsfragen.

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