Freitag, Juli 17, 2026

Mehrwert für Manager

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Nur 14 Prozent der österreichischen Bankvorstände sind einer aktuellen zeb-Analyse zufolge Frauen. Auch bei der Nutzung der Anlageformen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Nachholbedarf in allen Bereichen
Michaela Schneider: "Diversität auf Führungsebene ist ein echter Wettbewerbsvorteil."

In den Aufsichtsräten von Österreichs Banken und Finanzinstituten liegt der Frauenanteil bei 38,8 Prozent, in den Vorständen gar nur bei 14 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Analyse des internationalen Beratungsunternehmens zeb. Betrachtet man die Top-200-Unternehmen, dann lag der Frauenanteil in der Geschäftsleitung im Bereich „Finanz“ Ende 2024 bei 19,3 Prozent. Niedrig – aber dennoch deutlich vor den Kategorien „Dienstleistung“, „Handel“ oder „Industrie“. In der Industrie liegt der Anteil von Frauen in den Chefetagen der 200 größten Unternehmen überhaupt nur bei 7,7 Prozent.

„Dass Banken beim Frauenanteil besser liegen als andere Wirtschaftszweige, ist nur ein schwacher Trost“, sagt Michaela Schneider, Managing Partner von zeb Austria. „Die Hälfte der Bankkund*innen sind Frauen, wir brauchen zeitgemäße Finanzprodukte und Beratungsangebote eben auch für Frauen, die deren Bedürfnisse stärker berücksichtigen – und dafür braucht es deutlich mehr Frauen in Entscheidungspositionen von Banken und Finanzinstituten.“

Das „sichere“ Sparbuch

Auch beim Investitionsverhalten gibt es deutliche Geschlechterunterschiede. Eine Analyse einzelner Anlageformen zeigt: Frauen setzen mit 63 Prozent Nutzung deutlich stärker auf Sparkonto und Sparbuch als Männer (57 %). Risikoreichere Anlageformen nutzen sie hingegen deutlich weniger:

  • Fondssparen: Männer 27 %, Frauen 19 %
  • Aktien: Männer 28 %, Frauen 13 %
  • Kryptowährungen: Männer 16 %, Frauen 6 %
  • Anleihen: Männer 12 %, Frauen 7 %

Bei gleich ausgeprägtem Interesse schätzen Männer ihr Finanzwissen deutlich höher ein als Frauen. zeb fordert daher Maßnahmen, die früh und langfristig Wirkung zeigen, wie eine nachhaltige Finanzbildung bereits ab der Volksschule, eine nationale Finanzbildungsstrategie, die tatsächlich alle Bevölkerungsgruppen einschließt sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarung von Beruf und Familie auch für Frauen im Top-Management, etwa durch flexible Arbeitsmodelle und Führung in Teilzeit, gezielte Mentoring- und Netzwerkmöglichkeiten für weibliche Führungskräfte, transparente Karrierepfade mit verbindlichen Gleichstellungszielen. „Es braucht einen Kulturwandel in der Finanzbranche“, betont Michaela Schneider. „Diversität in Führungsetagen ist kein Selbstzweck, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil.“

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