Donnerstag, Juli 16, 2026

Mehrwert für Manager

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2024 war erneut kein gutes Jahr für die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie. Die wirtschaftliche Schwächephase verschärfte sich durch die hohe Inflation und steigende Energie- und Personalkosten zusätzlich.

Industrie in der Abwärtsspirale

Bild: FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun und -Geschäftsführerin Marion Mitsch pochen auf Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit.

Erstmals seit dem Jahr 2020 verzeichneten sämtliche wirtschaftliche Kenngrößen – Produktionswert, Auftragseingänge und Beschäftigtenzahl – Rückgänge. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Produktionswert 2024 um 4,4 % auf 23,43 Mrd. Euro. Die Auftragseingänge brachen das zweite Mal in Folge ein, und zwar um 5 %. Besonders deutlich zeigte sich die angespannte Lage bei der Beschäftigung: Während es 2023 noch ein Beschäftigungsplus gab, sank die Anzahl der Mitarbeiter*innen 2024 um 2,2 % – das sind rund 1.600 Beschäftigte weniger als im Vorjahr. Betrachtet man Eigen- und Fremdpersonal gemeinsam, wurden sogar mehr als 2.800 Stellen abgebaut.

Als eine Hauptursache der stetig sinkenden Wirtschaftsleistung identifiziert Wolfgang Hesoun, Obmann des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), die deutlich über dem EU-Schnitt liegende Inflation in Österreich.

Mehr Flexibilität
Hohe Zinsen, teure Energie und steigende Lohnkosten setzen die heimischen Unternehmen unter enormen Kostendruck. „Die Anfang August verhängten US-Importzölle von 15 % auf europäische Produkte sowie generell die protektionistische Wirtschaftspolitik der US-Regierung machen der exportstarken Branche zusätzlich zu schaffen. „Die Arbeitskosten in Österreich liegen EU-weit an dritter Stelle – nur Belgien und Dänemark sind noch teurer. In Kombination mit äußeren Faktoren wie den kürzlich verhängten US-Zöllen zieht sich die Schlinge weiter zu. Es darf nicht verwundern, dass immer mehr Betriebe aus Österreich abwandern“, sagt Hesoun und verweist auf eine bereits einsetzende Deindustrialisierung.

Er spricht sich in Hinblick auf die Herbstlohnrunde für „mehr Flexibilität“ bei den Lohn- und Gehaltsabschlüssen aus, um besser auf die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen einzugehen. Um künftig wieder konkurrenzfähig zu sein, brauche es eine zielgerichtete Industriestrategie, die rasche Entlastung für die heimischen Betriebe bietet – etwa durch den Abbau von Bürokratie, gezielte Investitionsanreize für Unternehmen und das Senken der Lohnnebenkosten.

Die Zahlen des ersten Quartals 2025 belegen die anhaltend schwierige Situation: Im März 2025 lag der Produktionswert erneut 4 % unter dem Vorjahreswert. Auch der Gesamtumsatz (-3,5 %) und die Zahl der Beschäftigten (-2,8 %) gingen weiter zurück. Einzig die kumulierten Auftragseingänge verzeichneten in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 erstmals ansteigende Werte (März 2025: +8,0 %). Trotz dieses positiven Signals hält Hesoun eine langfristige Trendwende für unwahrscheinlich.

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