Thursday, April 30, 2026

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Die Solarrevolution in Schwellenländern wie Pakistan zeigt den Weg in eine erneuerbare Zukunft. In Afrika wird dieser nun auch beschritten.

Bild: iStock

Der zweitgrößte Kontinent des Planeten, mit der zweitgrößten und zugleich jüngsten Bevölkerung ist dabei, in Sachen Energieerzeugung einen Sprung zu machen: Afrika schickt sich an, die solare Revolution einzuleiten. Noch ist man nicht ganz so weit wie der Solarenergie-Vorreiter Pakistan, doch ein neuer Report des globalen Thinktanks Ember Energy sieht eine ähnliche Entwicklung am Horizont. Die Londoner Analysten haben dafür die Exportdaten der chinesischen Industriebehörde ausgewertet.

Die Importe chinesischer Solartechnologie in die Staaten des afrikanischen Kontinents belegen deren rasant beginnende Energietransformation: Innerhalb des letzten Jahres stiegen die diesbezüglichen Einfuhren um 60 %, und das verteilt auf den ganzen Kontinent. Der durch diese Importe potenziell erzeugte Solarstrom überschreitet die 15-GW-Marke.

Solare Explosion
Die Importraten chinesischer Solartechnik sind dabei zum Teil förmlich explodiert: Jene nach Algerien stiegen in den zwölf Monaten bis Juni 2025 um das 33-Fache an, in Sambia betrug der Anstieg das Achtfache des Vergleichswert des Vorjahres. Auch in Botswana, Sudan, Liberia, Benin, Angola und Äthiopien haben sich Solartechnik-Importe dramatisch vervielfacht.

In beinahe der Hälfte der 54 Staaten des Kontinents überstiegen die Importe an Solaranlagen chinesischer Produktion in den zwölf Monaten vor Juni 2025 die 100-MW-Marke; ein Jahr zuvor war das nur bei 15 Ländern der Fall gewesen. Südafrika war mit 3,7 GW mit Abstand der größte Einzelimporteur, gefolgt von Nigeria (1,7 GW) und Algerien (1,2 GW). Inzwischen haben die Vorreiter Marokko und Südafrika ihre eigene Solarpanel-Industrie auf jeweils 1 GW Produktion pro Jahr erweitert. In Ägypten sollen in den nächsten Monaten und Jahren drei Solarkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 9 GW ans Netz gehen.

Die Stromerzeugungskapazitäten der Importe dieser letzten zwölf Monate allein bedeuten für manche afrikanischen Staaten einen Game-Changer: Werden alle dieser innerhalb des letzten Jahres etwa nach Sierra Leone importierten Solarpanele ans Netz gehen, wären sie zur Deckung von 61 % des Strombedarfs des Landes fähig. Im Tschad kann der Import knapp die Hälfte des insgesamt verbrauchten Strombedarfs decken.

Good News
Um es in Relation zu setzen: Noch übersteigen die Importe fossiler Energieträger, vor allem Öl, in den meisten afrikanischen Staaten jene an Solartechnologie um das bis zu Siebzigfache. Trotzdem ist der Boom an Solarenergiepotenzial der erste Schritt, um diese Abhängigkeit zu reduzieren. In nur sechs Monaten haben sich etwa in Nigeria die Kosten eines Solarpanels im Vergleich zur in derselben Zeit verbrauchten Menge Diesel für die Stromerzeugung bezahlt gemacht. Es ist also keine Frage, ob Afrika wie Pakistan zuvor den Weg in die autarke Energiezukunft einschlagen wird – nur wann der Turbo endgültig gezündet wird.

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Grafik: 20 Länder Afrikas haben in den zwölf Monaten bis Juni 2025 neue Rekorde bei den Importen von Solarmodulen aufgestellt – mit Importen von jeweils mindestens 30 MW.

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