updated 5:50 PM, Jun 16, 2021 Europe/Vienna
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5 Tipps für moderne Führung in und nach der Krise

Wir leben in einer VUKA- bzw. BANI-Welt. Sprich: Die Rahmenbedingungen, mit denen sich Unternehmen und besonders Führungskräfte derzeit konfrontiert sehen, sind extrem volatil, unsicher, komplex und ambivalent.

Auf der einen Seite stehen sich ständig ändernde Vorgaben rund um Home Office und Remote Work, auf der anderen Seite befinden sich Mitarbeiter*innen, die sich aufgrund von zunehmender Unsicherheit in einem persönlichen Spannungsfeld befinden. Von Führungskräften unterschiedlichster Ebenen wird erwartet, agil auf diese „neuen, normalen" Herausforderungen zu reagieren, gleichzeitig auf Sicht zu fahren und dennoch das große Ganze – den Purpose eines Unternehmens – nicht aus den Augen zu verlieren.

Wir haben einige Tipps für Sie zusammengefasst, um Ihre Mitarbeiter*innen gut durch krisenbehaftete Zeiten zu führen und weiterhin den Prinzipien des New Leadership gerecht zu werden.

1. Neue Generation, neue Bedürfnisse

Die Generation Y (Millennials, alle Menschen geboren zwischen 1980 – 1999) und Generation Z (geboren ab 2000 bis heute) wissen genau, was sie wollen: sie möchten aktiv im Betrieb mitwirken, selbstbestimmt arbeiten, die Sinnhaftigkeit ihres Handelns und die „Lust an der Arbeit" spüren. Sie wollen eine vertrauensbasierte Unternehmenskultur, flache Hierarchien und viel Freiraum im Sinne einer ausgeprägten „Work-Life-Balance".

Für Führungskräfte bedeutet das im Umgang mit Mitarbeiter*innen aller Altersgruppen, zukunftsträchtige Perspektiven zu schaffen, Visionen miteinander zu teilen und weniger „geführt" als „gecoacht" zu werden. Investieren Sie in eine Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter*innen und ermöglichen Sie diesen, sich mittels Trainings fortzubilden. Last but not least: Sprechen Sie wertschätzende Worte aus und legen Sie die „Respekt muss man sich erst verdienen"-Mentalität ab.

2. Da sein ohne da zu sein

Besonders in Zeiten von Home Office braucht Führung Präsenz – und zwar in Form von sozialer bzw. emotionaler Präsenz. Mitarbeiter*innen dürfen sich nicht mit ihren Fragen und Sorgen alleine gelassen fühlen, denn das führe unweigerlich zu Unsicherheit und letztendlich Performanceverlust.

Die Wertschätzung in der Kommunikation kommt – oft ungewollt – zu kurz, ist aber in Krisenzeiten umso wichtiger: Aufmerksamkeit darauf legen, was gelingt, Begeisterung aussprechen und Optimismus und Zuversicht seitens der Führungskräfte zeigen. Eine im Jänner 2021 von Great Place to Work durchgeführte Studie
hat gezeigt, dass es nicht unbedingt physische Nähe braucht, um sich „gehört zu fühlen".

3. Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind die Basis

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser: Damit Führen auf Distanz allerdings gelingt, ist Vertrauen aktuell so wichtig wie noch nie zuvor. Dazu gehören immer zwei Seiten, also das Vertrauen in die Mitarbeitenden sowie das Vertrauen der Mitarbeiter*innen in die Handlungen von oben. Eine transparente, nachvollziehbare Kommunikation, ehrlicher Optimismus und das faire Miteinbeziehen aller Mitarbeitenden wie auch die Vermittlung von Orientierung und Zuversicht stärken die Vertrauenskultur.

4. Agile Führung

Von uns allen wird derzeit viel abverlangt: Anpassungsfähigkeit, Schnelligkeit und Mut sind notwendig, um einen Betrieb zu führen. Gleichzeitig nimmt eine agile Führungskraft eine Art Coaching-Funktion ein: also das Coachen auf Augenhöhe, gleichermaßen klare Ansagen transportieren wie ein offenes Ohr zu haben. Dabei ist es herausfordernd, die richtige Geschwindigkeit gesetzter Schritte zu finden und gleichzeitig immer die Sinnhaftigkeit – also das „Wie" und das „Warum" parallel zu vermitteln.

5. Mit Struktur und System durch die Krise und darüber hinaus

Im Falle eines Worst-Case-Szenarios kann zusätzlich ein Business Continuity Management (BCM) helfen, Führungskräften und den dahinterstehenden Teams einen entscheidenden Vorsprung zu sichern und Betriebsunterbrechungen weitestgehend zu verhindern. Der festgelegte Krisenplan sollte zeitnah und transparent an die Mitarbeitenden kommuniziert werden, denn Mitarbeiter*innen, die auch in Krisensituationen wissen, was zu tun ist, reagieren besser und kommen somit schneller zum gewünschten Output.

Commitment als Top-Down Anforderung

Das Thema Führung bzw. Leadership spielt auch in Standards wie etwa der ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 45001 (Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagement) eine entscheidende Rolle. Dabei wird deutlich, dass das Top-Management heute stärker gefordert ist, Leadership zu zeigen und die jeweiligen Qualitäts-, Umwelt- oder Sicherheitsaspekte in die strategische Planung und Entscheidungsfindung miteinzubeziehen sowie eine aktive Führungsposition einzunehmen. Nur wenn das Top-Management mit gutem Beispiel vorangeht, die kontinuierliche Verbesserung im Betrieb fördert und Ziele der Qualitätspolitik nach außen lebt, kann Qualität auch effektiv und nachhaltig im Betrieb umgesetzt und gelebt werden.

Die Anforderungen in puncto Führung ändern sich dennoch laufend, um in dynamischen Zeiten stets am Ball zu bleiben möglichst effektiv zu bleiben – so könnte 2021 wieder eine ISO 9001 Revision starten.

Mag. Dr. Anni Koubek, Prokuristin Innovation, Business Development Zertifizierung Qualität, über die möglicherweise bevorstehende Revision:

„Am Markt besteht keine großartige Lust auf eine große Überarbeitung der ISO 9001. Derzeit werden aber noch Surveys ausgewertet, um zu sehen, an welchen Stellen, wenn überhaupt, die Norm weiterentwickelt werden soll. Bis in den Herbst 2021 wird es dazu eine Entscheidung geben. Im Rahmen der „Future Concepts" wird jedoch schon an möglichen Handlungsfeldern gearbeitet. Ethik, Integrität und Unternehmenskultur sind dabei Bereiche, die von der Führung geprägt werden. Ob diese Themen in eine mögliche ISO 9001 Revision einfließen werden, oder zuerst in Form von Leitfäden weiterentwickelt werden, ist derzeit noch unklar."

Weiterführende Informationen und Whitepaper

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