Freitag, September 11, 2026

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Bau | Immobilien

Während sich die österreichische Bauwirtschaft nur langsam aus der Krise arbeitet, behaupten sich Strabag und Porr erfolgreich im internationalen Wettbewerb. Das zeigt die aktuelle Deloitte-Studie »Global Powers of Construction«, in der die 100 umsatzstärksten börsennotierten Bauunternehmen der Welt analysiert werden.

Sonnenuntergang auf einer Baustelle

Die Strabag verteidigte mit einem Umsatz von 21,159 Milliarden US-Dollar Rang 21 im Ranking der umsatzstärksten Baukonzerne der Welt. Die Porr kam auf 7,118 Milliarden US-Dollar und belegt Platz 52, nach Rang 51 im Vorjahr. Besonders deutlich fällt die Entwicklung an der Börse aus.
Die Marktkapitalisierung der Strabag erhöhte sich um 105,1 Prozent, die der Porr um 84,9 Prozent. Strabag verzeichnete damit den stärksten Anstieg unter den 30 größten Baukonzernen nach Marktkapitalisierung und rückte in diesem Ranking auf Platz 27 vor. »Auch wenn die österreichische Bauwirtschaft mit volatilen Rohstoffpreisen, einer unübersichtlichen Zollpolitik und einem anspruchsvollen Zinsumfeld konfrontiert ist, zeigen Strabag und Porr eindrucksvoll, dass sie sich in diesem herausfordernden Umfeld nicht nur behaupten, sondern gestärkt positionieren können«, sagt Gabriele Etzl, Partnerin und Head of Real Estate bei Deloitte Legal.

Heimmarkt bleibt schwach
Die starke Entwicklung der beiden Konzerne steht im deutlichen Gegensatz zur Lage auf dem österreichischen Baumarkt. Nach einem Minus von 5,2 Prozent im Jahr 2024 schrumpfte sie 2025 nochmals um 1,3 Prozent. Für 2026 wird lediglich eine Stagnation erwartet. Erst 2027 und 2028 soll der Markt mit 0,8 beziehungsweise einem Prozent wieder leicht wachsen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist deshalb die internationale Ausrichtung. Besonders die Strabag zählt zu den global am stärksten diversifizierten Baukonzernen. 86,6 Prozent des Umsatzes werden außerhalb Österreichs erwirtschaftet. Mit internationalen Erlösen von 18,32 Milliarden US-Dollar erreicht das Unternehmen im entsprechenden Deloitte-Ranking weltweit Platz sechs.

Europa holt auf
Insgesamt erzielten die 100 größten Bauunternehmen 2025 einen Umsatz von rund 1,972 Billionen US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem leichten Rückgang von 0,4 Prozent. Dieses Ergebnis ist allerdings stark von Wechselkursen beeinflusst: In den jeweiligen Landeswährungen stiegen die Umsätze um 1,9 Prozent.
Regional entwickelt sich der Markt zunehmend auseinander. China bleibt mit einem Anteil von 48,5 Prozent am Gesamtumsatz die dominierende Baunation. Die Umsätze der chinesischen Konzerne gingen jedoch um 4,7 Prozent zurück. Auch die US-Unternehmen verbuchten ein Minus von 0,8 Prozent. Die europäischen Baukonzerne steigerten ihre Erlöse dagegen um rund neun Prozent. Getragen wurde das Wachstum unter anderem von Infrastrukturprojekten, Investitionen in die Energiewende und einer starken internationalen Präsenz. Für die kommenden Jahre bleibt Deloitte trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten grundsätzlich optimistisch. Bis 2030 wird für die globale Bauindustrie ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 5,9 Prozent erwartet.

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