Freitag, August 28, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Die STRABAG ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gewachsen und hebt nach einer starken Entwicklung im zweiten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr an. Die Aktie hat daraufhin um fast 14 % zugelegt (stand: 28. August, 12:00 Uhr).

Strabag-Zentrale


Die Leistung des Baukonzerns stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf knapp 10 Mrd. Euro und erreichte damit erstmals bereits zur Jahresmitte diese Marke. Der Umsatz legte um 15 Prozent zu. Nachdem Verkehrswegebauprojekte aufgrund der kalten Witterung im ersten Quartal verspätet angelaufen waren, nahm die Dynamik im zweiten Quartal deutlich zu. Den größten Leistungszuwachs erzielte STRABAG in Deutschland, insbesondere in der Energieinfrastruktur und im Bahnbau. Deutliche Steigerungen gab es auch in Großbritannien, Tschechien und Kroatien.  

Einen neuen Höchststand erreichte auch der Auftragsbestand. Per Ende Juni standen knapp 36 Mrd. Euro in den Büchern – 27 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 15 Prozent mehr als Ende 2025. Besonders stark wuchs das Auftragspolster in Deutschland, der Region Americas, Australien, Österreich sowie in Polen und Tschechien. Zu den Großaufträgen zählen mehrere Infrastrukturprojekte in Deutschland, darunter Vergabepakete für den Pfaffensteigtunnel und die Korridorsanierung Lehrte–Oebisfelde. In Chile kamen Mining-Aufträge von rund 800 Mio. Euro hinzu, in Australien Bahnbauprojekte im Wert von rund 490 Mio. Euro. In Österreich nennt STRABAG neue Aufträge im Wohnbau und in der Energieinfrastruktur.  

Auch ergebnisseitig konnte der Konzern deutlich zulegen. Das EBITDA erhöhte sich um 30 Prozent auf 560,1 Mio. Euro, das EBIT um 35 Prozent auf 174,4 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern stieg von 144,8 auf 203,9 Mio. Euro. Unter dem Strich verblieb ein Konzernergebnis von 119,1 Mio. Euro nach 94,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Belastet wurde das Ergebnis durch eine Firmenwertabschreibung von 50 Mio. Euro im Zusammenhang mit einer Akquisition. Besonders positiv entwickelte sich das Segment Nord + West. Süd + Ost blieb saisonbedingt im Minus, verbesserte sich aber gegenüber dem Vorjahr.  

Die gute Entwicklung schlägt sich auch in der Beschäftigung nieder: Im ersten Halbjahr waren durchschnittlich 80.923 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Zuwächse resultierten insbesondere aus den Übernahmen von Van Elle und der WTE Gruppe sowie dem Kapazitätsaufbau für Großprojekte in Deutschland und Großbritannien.  

Auf Basis des hohen Auftragsbestands und des starken zweiten Quartals erhöht STRABAG die Prognose für 2026. Statt bislang rund 22 Mrd. Euro erwartet der Vorstand nun eine Jahresleistung von nahezu 23 Mrd. Euro. Auch bei der Profitabilität wird STRABAG optimistischer: Die erwartete EBIT-Marge wurde von bislang 5 bis 5,5 Prozent auf 5,5 bis 6 Prozent angehoben. Die Nettoinvestitionen sollen unverändert höchstens 1,5 Mrd. Euro betragen.

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