Donnerstag, Oktober 15, 2026

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Bau | Immobilien

Die österreichischen Betonfertigteilwerke erwarten bessere Umsätze, sind bei der Branchenentwicklung aber skeptisch. Vor allem der schwache Wohnbau bremst eine Trendwende.

Das aktuelle Konjunkturbarometer des Verbands Österreichischer Betonfertigteilwerke (VÖB) zeigt ein zwiespältiges Bild: 73 % der befragten Unternehmen rechnen im zweiten Halbjahr 2026 mit steigenden Umsätzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erwarten 70 %, dass das Gesamtjahr für die Branche eher weniger zufriedenstellend ausfallen wird.
Die bisherige Geschäftsentwicklung bleibt schwierig. Im ersten Halbjahr verzeichneten 47 % der Betriebe Umsatzrückgänge, bei 20 % stagnierten die Erlöse und 33 % erzielten Zuwächse. Bei der vorherigen Erhebung hatten lediglich 18 % steigende Umsätze gemeldet. Zwar stellt dies gegenüber der vorherigen Erhebung, bei der lediglich 18 % von steigenden Umsätzen berichteten, eine Verbesserung dar. Dennoch überwiegen weiterhin die Unternehmen mit rückläufiger Geschäftsentwicklung. »Was wir derzeit erleben, ist eher das Prinzip Hoffnung als eine breit getragene Aufbruchsstimmung«, sagt VÖB-Vorstandsvorsitzender Michael Wardian. Für den eigenen Betrieb erwarten dennoch 83 % eine sehr oder eher zufriedenstellende Entwicklung im zweiten Halbjahr. Nur 3 % rechnen mit weiteren Umsatzrückgängen. Der Erwartungsindikator steigt auf plus 70 und erreicht den höchsten Wert seit dem ersten Halbjahr 2022.

Wohnbau bleibt Schwachstelle
Im Wohnbau meldeten im ersten Halbjahr lediglich 11 % steigende Umsätze, während 43 % Rückgänge verzeichneten. Hohe Finanzierungskosten, Unsicherheit über die Zinsentwicklung und wenige neue Baubewilligungen bremsen laut VÖB die Erholung. Hinzu kommt, dass die Fertigteilindustrie eine Belebung der Baukonjunktur nach Verbandsangaben in der Regel erst mit rund drei Monaten Verzögerung spürt: Bauunternehmen lasten zunächst ihre eigenen Kapazitäten aus. »Entscheidend ist, ob neue Projekte bewilligt, finanziert und tatsächlich umgesetzt werden«, betont VÖB-Geschäftsführer Anton Glasmaier. Solange Baubewilligungen und Investitionsbereitschaft niedrig bleiben, fehlt der Impuls für eine breitere Belebung.

Tiefbau stützt die Branche
Stabilisierend wirkte bisher der Tief- und Straßenbau: 38 % der Unternehmen berichteten von gestiegenen, weitere 58 % von unveränderten Umsätzen. Angespannte Budgets der Gemeinden und Länder könnten allerdings zu verschobenen Infrastrukturinvestitionen führen und die Nachfrage zusätzlich belasten.
Potenzial sehen die Betriebe weiterhin für die Betonfertigteilbauweise im Hochbau: 57 % erwarten eine steigende Marktentwicklung, 40 % eine gleichbleibende und 3 % einen Rückgang. Als wichtigste Argumente nennen sie kürzere Bauzeiten (97 %), höhere Vorfertigungsgrade (83 %) sowie Präzision und Qualität. Damit diese Vorteile wirksam werden, fordert der VÖB Investitionsimpulse und eine bessere Abstimmung der für das Bauen zuständigen Ministerien.

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