Dienstag, Oktober 13, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Das Wiener Softwareunternehmen reebuild hat eine Seed-Finanzierung über drei Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital soll in den Teamaufbau, neue KI-gestützte Module und die Expansion in weitere europäische Länder fließen. Die Plattform automatisiert kaufmännische Prozesse für Bauunternehmen und Projektentwickler.

Die vier Gründer von reebuild

Die reebuild-Gründer Nicolaus Lederer (COO), Matteo Cimadom (CRO), Alexander Cornell (CEO) und Luca Papay (CTO). Bild Oskar Fleischanderl

Die Finanzierungsrunde wird vom europäischen Investor Fortino Ventures angeführt. Beteiligt sind außerdem Rise PropTech und CuriosityVC. reebuild beschäftigt derzeit rund 25 Mitarbeitende am Hauptsitz in Wien und will in den kommenden Monaten sowie 2027 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Bereichen einstellen.

Die branchenspezifische Plattform automatisiert Rechnungsprüfung, Kostenmanagement und Materialverwaltung. Eingehende Dokumente wie PDFs, Fotos, Scans oder E-Rechnungen werden zeilengenau ausgelesen und in strukturierte Daten umgewandelt. Lieferscheine, Rechnungen und Auftragsbestätigungen werden automatisch zusammengeführt, Rechnungskorrekturen neu berechnet. Auf der Baustelle können Poliere Lieferscheine mit der App fotografieren und direkt ins System übertragen.

Nach Unternehmensangaben nutzen bereits mehr als 120 Unternehmen die Software auf über 8.200 Baustellen und Projekten. reebuild verarbeitet ein Rechnungsvolumen von mehr als 530 Millionen Euro; bislang sind über 345.000 Dokumente durch die Plattform gelaufen. Zu den Kunden zählen Pittel+Brausewetter, 3SI Immogroup, Rödl & Herdegen und die Kratzert Gruppe. Entwickelt wird die Software in Wien, gehostet in Deutschland.

Weniger Aufwand für die Verwaltung
reebuild setzt bei Prozessen an, die in vielen Unternehmen noch manuell über Excel-Listen und Papierordner abgewickelt werden. Dazu zählen der Abgleich von Rechnungen mit Vertragsbedingungen und Lieferscheinen sowie die Freigabe und laufende Verfolgung von Projektkosten.

„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt CEO und Gründer Alexander Kornell. Kornell und Mitgründer Matteo Cimadom sind über ihre Familienbetriebe in der Baubranche verwurzelt. Gemeinsam mit Luca Papay und Nicolaus Lederer verbindet das Führungsteam Erfahrung in Bau und Immobilien mit Know-how in KI-Forschung und -Entwicklung.

Laut reebuild verkürzt sich die Bearbeitung einer Rechnung von mehr als zwanzig auf rund drei Minuten. Der Zeitraum zwischen Rechnungseingang und Freigabe sinkt demnach von fünf auf eineinhalb Tage. Kunden berichten zudem von einer Senkung der Beschaffungskosten um bis zu 20 Prozent.

KI-Agenten sollen Routinen übernehmen
Mit dem neuen Kapital entwickelt reebuild weitere Module, die kaufmännische Abläufe von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisieren sollen. Ziel ist ein „Agentic Backoffice“, in dem KI-Agenten Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung eigenständig übernehmen. Die Software bereitet Arbeitsschritte vor und empfiehlt nächste Schritte; Freigaben und Entscheidungen bleiben beim Team.

Neben dem Ausbau der Plattform plant das Unternehmen die Expansion über Österreich und Deutschland hinaus. In weiteren europäischen Ländern bestehen bereits Entwicklungspartnerschaften.

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren“, sagt Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures. reebuild sei auch aufgrund der Branchenverwurzelung des Gründerteams dafür gut aufgestellt.

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