Freitag, Juli 17, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Während der Wohnungsneubau weiter darniederliegt, nimmt die Sanierung trotz des unmotivierten Förderstopps des Umweltministeriums weiter an Fahrt auf. Der Bau & Immobilien Report hat sich bei Bauträgern, Bauunternehmen und Architekten umgehört und zeigt besonders ambitionierte, interessante oder einfach gut gelungene Sanierungsprojekte.


Gesiba
Wohnpark Alt-Erlaa

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Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum des Wohnparks Alt-Erlaa startete eines der größten thermischen Sanierungsprojekte Österreichs. In den kommenden Jahren wird die gesamte Anlage umfassend modernisiert und zukunftsfit gemacht. Im Zentrum der Maßnahmen steht der Austausch von rund 24.000 Fenstern sowie Terrassen- und Loggiatüren. Insgesamt sind 3.182 Wohneinheiten in den Blöcken A, B und C von der Sanierung betroffen. Ergänzend dazu werden umfassende Fassaden- und Dämmmaßnahmen umgesetzt. Die gesamte Sanierungsfläche beträgt rund 103.000 Quadratmeter. Durch die thermische Erneuerung kann der Heizwärmebedarf um etwa 50  Prozent gesenkt werden. Die Sanierung erfolgt schrittweise und unter besonderer Rücksichtnahme auf die Bewohnerinnen und Bewohner. Ziel ist es, die Belastungen während der Bauphase möglichst gering zu halten und gleichzeitig eine nachhaltige Verbesserung des Wohnkomforts zu erreichen.

 

Rhomberg Bau
Südtiroler Siedlung, Bludenz

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Der Komplettanbieter Rhomberg Bau hat als Generalunternehmer für die Alpenländische Gemeinnützige WohnbauGmbH zwei Wohnanlagen in der Bludenzer St. Antoniusstraße umfassend saniert – und damit den Auftakt für die geplante Erneuerung der gesamten Südtiroler Siedlung mit 77 Häusern in der Alpenstadt gesetzt. Als Teil des Forschungsprojekts SüdSan verwandelte Rhomberg Bau die Wohneinheiten – in bewohntem Zustand – in moderne, barrierefrei zugängliche Lebensräume. Unter anderem wurde erstmals eine Wandheizung eingebaut. Die dezentrale Heizungsanlage mit Einzelöfen wurde mit einer zentralen Heizungsanlage ausgetauscht. Zudem wurde das Dachgeschoß ausgebaut und so nachverdichtet. Dadurch sank der Heizwärmebedarf um bis zu 88 Prozent, die CO₂-Emissionen um 94 Prozent. Auch der Wartungsaufwand ist deutlich geringer geworden. Beide Häuser erreichen den klimaaktiv SILBER Standard.

 

Soluto
Brandschadensanierung

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Nach einem Brandereignis in der Sagedergasse stand nicht nur die Beseitigung sichtbarer Schäden im Vordergrund, sondern die umfassende Wiederherstellung der betroffenen Immobilie. Die Projektdokumentation zeigt das gesamte Ausmaß der Schäden: verkohlte Einrichtungsgegenstände, großflächige Rußablagerungen sowie Wasserschäden infolge der Löscharbeiten prägten das Bild unmittelbar nach dem Ereignis. Im Zuge der Sanierung wurde der Innenbereich vollständig geräumt und gereinigt. Die Entfernung von Ruß und Schadstoffen stellte dabei einen wesentlichen Arbeitsschritt dar, um die Räumlichkeiten wieder nutzbar zu machen. Parallel dazu erfolgten Maßnahmen an der Gebäudehülle, wo Fassadenbereiche und Zugänge instand gesetzt wurden. Auch beschädigte Fensterelemente wurden demontiert und durch neue Verglasungen ersetzt. Das Projekt zeigt exemplarisch, dass Brandschadensanierungen weit über reine Reparaturarbeiten hinausgehen. Sie erfordern eine systematische Schadensaufnahme, spezialisierte Reinigungsverfahren und die koordinierte Instandsetzung von Gebäude- und Ausstattungsbestandteilen, um die Grundlage für eine sichere und nachhaltige Weiternutzung zu schaffen.

 

Wiener Wohnen
Wohnanlage Theodor Herzl

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Wiener Wohnen setzt eine große Sanierungsinitiative um, um Gemeindebauten zu modernisieren, ihren Energieverbrauch zu senken und sie für die Zukunft fit und sicher zu machen. Darunter auch die Wohnhausanlage Theodor Herzl im zweiten Bezirk. Die Arbeiten umfassten sowohl Verbesserungen am Gebäude als auch Maßnahmen für mehr Wohnqualität, bessere Energieeffizienz und einen attraktiven Außenbereich. Dazu gehören unter anderem eine deutlich verbesserte Wärmedämmung, neue Fenster, Wohnungseingangstüren und Stiegenhaustüren sowie die Sanierung von Dach und Fassade. Durch die thermisch-energetische Sanierung konnte der Energieverbrauch um 74 Prozent gesenkt werden. Weiters wurden Fernwärmeleitungen zu bisher nicht angeschlossenen Wohnungen verlegt, ein neuer, barrierefreier Aufzug eingebaut und zusätzliche Maßnahmen für Brandschutz, Barrierefreiheit und Sicherheit umgesetzt.

 

Wilhelm Sedlak Gmbh
Wohnanlage Donaustadt

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In Wien-Donaustadt wird eine Wohnhausanlage aus dem Jahr 1987 von einer ARGE aus Grafbau GmbH und Dipl. Ing. Wilhelm Sedlak GmbH umfassend saniert. Die Arbeiten laufen seit Jänner 2025 und sollen bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Im Mittelpunkt des Projekts steht die energetische Erneuerung der Gebäudehülle. Dazu werden die bestehende Alu-Siding-Fassade samt Dämmung entfernt und durch ein modernes Wärmedämmverbundsystem mit bis zu 20 Zentimetern Mineralwolledämmung ersetzt. Gleichzeitig werden sämtliche Fenster durch neue Elemente mit außenliegendem Sonnenschutz ausgetauscht. Auch die Dach-, Terrassen- und Loggienflächen werden grundlegend erneuert. Ergänzt wird die Sanierung durch neue Geländer, den Austausch der Eingangs- und Wohnungstüren, eine Kellerdeckendämmung sowie die Errichtung einer Photovoltaikanlage. Eine besondere Herausforderung stellt die Sanierung im bewohnten Zustand dar. Zusätzlichen Aufwand verursacht der unebene Untergrund aus Durisol-Mantelsteinen, der vor der Montage des Wärmedämmverbundsystems aufwendig ausgeglichen werden muss.

 

Immo 360 grad
Plus-Energie-Quartier RUGInnovation

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Das Sanierungsprojekt RUGInnovation in der Rugierstraße 28 in Wien Donaustadt wird seit 2024 von der immo 360 grad gmbh für die ÖSW AG umgesetzt und soll im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden. Als zertifiziertes Plus Energie Quartier ist es Teil des Forschungsprojekts »LehB:KlimafitDemo2+1«, das von der FH Technikum Wien und dem IBO wissenschaftlich begleitet und von Urban Innovation Vienna sowie Renowave bei der Skalierung der Ergebnisse unterstützt wird. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftigen Sanierungsprojekten im gemeinnützigen Wohnbau zugutekommen. Das Projekt integriert bauliche und energetische Sanierungsmaßnahmen im bewohnten Zustand, die sich an den Zielen der Klimaneutralität 2040 orientieren. Im Mittelpunkt stehen sozial verträgliche, minimalinvasive Eingriffe, die den Wohnkomfort erhöhen und die sommerliche Überhitzung reduzieren. Eine umfassend optimierte Gebäudehülle, neue Dreifach Isolierverglasungen sowie ein modernes Energiesystem aus Photovoltaik mit 115 kWp und einer grundwasserbasierten Wärmepumpe steigern die Energieeffizienz der Wohnanlage deutlich. Wassergeführte Deckenpaneele ermöglichen effizientes Heizen und Free Cooling, unterstützt durch ein IoT und KI basiertes Monitoringsystem. Außerdem verbessern ein außenliegender Sonnenschutz sowie sanierte Loggien und Terrassen die energetische Leistung zusätzlich. Die Mieter*innen der 90 Wohnungen werden während des gesamten Prozesses über Workshops, Themenabende, einen Infopoint und digitale Kanäle eng begleitet.

 

Wohnbau
Modulares Pilotprojekt

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In der Arenberggasse 4 in Wien-Landstraße wurde ein Pilotprojekt zur energetischen Sanierung umgesetzt. An einem Wohnhaus der Genossenschaft Wohnbau wurden vorgefertigte Fassadenmodule mit integrierter Bauteilaktivierung zur Heizung und Kühlung der Fassade angebracht. Der große Vorteil dieser neuen Methode ist, dass eine komplette thermische und energetische Sanierung eines großvolumigen Gebäudes minimalinvasiv, im vollständig bewohnten Zustand, ohne Schmutz und ohne Lärm in wenigen Tagen abgeschlossen werden kann. Insgesamt wurden 60 vorgefertigte Vorhangmodule montiert. Diese Module wurden im Werk vorgefertigt und dabei mit 16 cm Wärmedämmung plus ca. 6 cm Ausgleichsdämmung ausgestattet. In den Modulen wurden Steigstränge für die Gebäudetechnik integriert sowie auch ein Wärmeabgabesystem für Beheizung und moderate Kühlung in Vorfertigung angebracht, das im Montageverfahren automatisch an die Bestandswand gepresst wird. Das Bestandsmauerwerk kann dabei als Wärmespeicher genutzt werden und dient in Verbindung mit einer zentralen Sole-Wasser-Wärmepumpe (7,6 kW) im Keller und zwei weiteren Luft-Wasser-Wärmepumpen am Dach (2 × 12,8 kW) als Flexibilitätselement zur prioritären Nutzung des vor Ort aus einer Photovoltaikanlage (10,6 kWp) generierten Stroms. Die Wärmequelle für den Betrieb der zentralen Wärmepumpe bilden zwei Erdsonden, angeordnet im Innenhof des Gebäudes. Zusätzlich zur Vorhangfassade sowie zur Photovoltaik- und Wärmepumpenanlage erfolgten noch Dämmmaßnahmen an der obersten Geschossdecke sowie im Kellergeschoss – beide mit integrierter Bauteilaktivierung. Die gesamte Sanierung erfolgt im laufenden Betrieb, ohne Umsiedlung der Bewohner*innen.

 

3SI Immogroup
Gründerzeithaus in Döbling

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Die 3SI Immogroup startet die umfassende Sanierung eines Gründerzeithauses im 19. Wiener Gemeindebezirk. Das Bestandsgebäude mit rund 960 Quadratmetern Nutzfläche soll technisch und optisch auf den neuesten Stand gebracht und für die künftige Nutzung nachhaltig aufgewertet werden. Im Mittelpunkt des Projekts steht neben der Oberflächensanierung von drei Wohnungen die Generalsanierung von fünf Wohnungen mit Größen zwischen 43 und 107 Quadratmetern. Die Einheiten werden bis auf den Rohbau zurückgebaut und erhalten neue Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallationen. Geplant sind unter anderem Fußbodenheizungen, neue Fenster, moderne Bäder sowie hochwertige Parkettböden. Auch die Allgemeinbereiche stehen im Fokus. Das Stiegenhaus erhält neue Beleuchtung, Fliesen und Malerarbeiten, zudem werden die Fenster instand gesetzt. Die Fassade wird auf Straßen-, Hof- und Rückseite neu gestaltet. Vorgesehen sind außerdem drei neue Hängebalkone mit jeweils rund sechs Quadratmetern Fläche, für deren Errichtung Eingriffe in die bestehende Gebäudestruktur notwendig sind. Die Umsetzung bringt die für Altbauten typischen Herausforderungen mit sich. Neben statisch anspruchsvollen Eingriffen und möglichen Überraschungen in der Bestandsstruktur müssen behördliche Genehmigungen, Materiallieferungen und die Koordination mit noch bewohnten Einheiten sorgfältig abgestimmt werden.

 

BIG
Grünes Update für das Juridicum

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Mit einer umfassenden Sanierung macht die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) das Juridicum der Johannes Kepler Universität Linz fit für die Zukunft. Das Gebäude aus den 1970er-Jahren wurde seit Herbst 2024 bei laufendem Universitätsbetrieb modernisiert. Das Projektvolumen liegt bei rund 15,5 Millionen Euro. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stand die thermische Erneuerung des rund 10.100 Quadratmeter großen Gebäudes. Dazu wurden die Außenwände und das Dach gedämmt, sämtliche Fenster ausgetauscht sowie ein außenliegender Sonnenschutz installiert. Ergänzt wurde die Sanierung durch ein extensiv begrüntes Dach und eine umlaufende Fassadenbegrünung, die das Erscheinungsbild des Gebäudes prägt und zugleich zur Verbesserung des Mikroklimas auf dem Campus beitragen soll. Auch die Gebäudetechnik wurde auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Für die Kühlung kommen energieeffiziente Fan-Coils zum Einsatz, die Wasser als Energieträger nutzen. Das System sorgt für ein ausgewogenes Raumklima und reduziert gleichzeitig den Energiebedarf des Gebäudes. Geplant und umgesetzt wurde das Projekt von Querkraft Architekten. Dafür gab es eine klimaaktiv-Auszeichnung in Gold.

 

Schwarzatal
Dreiersiedlung Pottschach

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Die Dreiersiedlung in Pottschach in der Gemeinde Ternitz aus den 1940er-Jahren verfügt über rund 400 Wohnungen und ist heute umfassend sanierungsbedürftig. Im Rahmen des Forschungsprojekts »Transform Ternitz« (2021–2024) wurden in einem interdisziplinären Konsortium Strategien zur schrittweisen Erneuerung der Siedlung entwickelt. Die erste Umsetzungsphase steht nun kurz vor dem Baubeginn und umfasst drei unterschiedliche Maßnahmen: die Basissanierung eines Bestandsgebäudes, die umfassende Sanierung zweier leerstehender Häuserzeilen sowie einen Ersatzneubau in Holzbauweise. Die Pläne stammen von einszueins architektur. Im Fokus stehen die energetische Sanierung der Gebäude, die Umstellung auf erneuerbare Wärmeversorgung, die Modernisierung und Diversifizierung des Wohnungsangebots sowie die Schaffung barrierefreier Wohnformen. Ergänzend werden private Balkone angebaut, gemeinschaftliche Freiräume aufgewertet und die wohnungsbezogene Infrastruktur verbessert. Die umfassende Sanierung beinhaltet zudem einen Dachgeschoßausbau, eine barrierefreie Erschließung über einen Laubengang sowie die Organisation als Wohngruppe.

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