Wednesday, May 13, 2026

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Mit dem digitalen Bildungsprojekt Pi Mal Daumen bietet Heinz Mayr Schüler*innen eine kostenlose Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Mathematik-Matura. Report (+) hat mit dem Salzburger über seine Motivation und Ziele gesprochen.

Der YouTuber Heinz Mayr aus Bergheim ist hauptberuflich in der IT-Branche tätig.


Was bieten Sie auf Ihrer Plattform konkret? Wer nutzt Ihren Service?

Heinz Mayr: Mathematik-Unterstützung darf keine Frage des Einkommens sein. Nicht jede Familie kann sich private Nachhilfe leisten, aber jeder junge Mensch sollte dieselbe Chance haben, sich gut auf Prüfungen und die Matura vorzubereiten. Mit Pi Mal Daumen biete ich kostenlose Mathematik-Erklärvideos, Matura-Vorbereitung und Live-Streams auf YouTube an, in denen Fragen direkt gestellt werden können. Der Fokus liegt vor allem auf Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichsten Schulformen wie AHS, HAK, HTL, BRP oder BAFEP/BASO und anderen.

Aktuell entwickle ich zusätzlich eine komplett kostenlose App, die im Sommer verfügbar sein sollte. Sie soll Lernpfade, Flashcards, einen Prüfungsmodus, Gruppen und Community-Funktionen enthalten – ohne Werbung, ohne Abo und ohne versteckte Kosten.

Was ist Ihre Motivation dahinter? Wie ist es zum Start Ihres YouTube-Kanals gekommen?

Ich habe eigentlich nie gerne klassische Mathe-Nachhilfe gegeben – nicht, weil ich nicht gerne erkläre, sondern weil ich es schwierig fand, Geld dafür zu verlangen, jungen motivierten Menschen zu helfen. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich fast immer in Villen, großen Häusern oder Penthouse-Wohnungen Nachhilfe gegeben habe. Erst da habe ich wirklich bewusst darüber nachgedacht: Natürlich kommen eher wohlhabende Familien auf die Idee, Nachhilfe zu organisieren, und sie können sie sich auch leisten. Einkommensschwächere Familien konnten ja gar nicht wissen, dass ich das unentgeltlich mache. Also habe ich begonnen, Erklärvideos auf YouTube zu machen und später auch Live-Streams anzubieten, völlig kostenlos, öffentlich zugänglich und für alle.

Sie bieten auch einen Premiumbereich des Kanals. Wie läuft generell die Finanzierung Ihres Dienstes, was sind Ihre Ziele?

Der Premiumbereich dient in erster Linie dazu, einen kleinen Teil meiner eigenen Kosten abzufedern. Diese Inhalte sind nur als Zusatz und als Unterstützung zu verstehen, nicht als Voraussetzung, um den Service nutzen zu können. Rund 99 Prozent meiner Inhalte sind kostenlos. Alle regulären Live-Streams sind gratis. Im Premiumbereich gibt es aktuell nur wenige zusätzliche Zusammenfassungen und pro Matura ein paar Lern-Streams, in denen intensiv Beispiele geübt werden. Die eigentliche Vorbereitung ist aber auch ohne Mitgliedschaft vollständig möglich.

Meine laufenden Kosten für Software, Lizenzen, Technik und Hardware liegen derzeit bei etwa 1.500 Euro pro Jahr. Das Ziel war und ist aber nie, mit dem Kanal Geld zu verdienen, sondern Menschen zu helfen. Dafür zahle ich auch gerne selbst drauf. Sollte irgendwann tatsächlich mehr eingenommen werden, als ausgegeben wird, würde das Geld auf das Konto meiner sieben Monate alten Tochter wandern. Mein langfristiges Ziel wäre aber, durch Kooperationen mit Unternehmen ganz auf Premium-Inhalte verzichten zu können, sodass wirklich 100 Prozent des Kanals kostenlos sind.

Mathematik wird als die universelle Sprache von Natur und Technik bezeichnet. Welchen Stellenwert sehen Sie für mathematische Kenntnisse in Zukunft unserer Wirtschaft und Gesellschaft?

Ich glaube, Mathematik wird in Zukunft noch wichtiger, aber vielleicht auf eine andere Art, als viele denken. Nicht jeder Mensch muss komplizierte Gleichungen auswendig lösen können. Aber mathematisches Denken, also logisch zu argumentieren, Zusammenhänge zu erkennen, Daten richtig einzuordnen und Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, wird immer zentraler. KI kann uns enorm viel Arbeit abnehmen, sie kann rechnen, Texte schreiben, Muster erkennen und Vorschläge machen. Aber um beurteilen zu können, ob ein Ergebnis sinnvoll ist, braucht man weiterhin ein Grundverständnis. Wer Zahlen, Wahrscheinlichkeiten, Statistiken oder Modelle gar nicht einordnen kann, läuft Gefahr, Technik nur noch blind zu vertrauen.

Mathematik ist nicht nur ein Schulfach, sondern ein Werkzeug zur Orientierung. Ob in Technik, Medizin, Finanzen, Klima, Digitalisierung oder KI – überall werden mathematische Modelle verwendet. Deshalb sollten möglichst viele Menschen Zugang zu guter mathematischer Bildung haben. Nicht, damit alle Mathematiker werden, sondern damit sie die Welt, in der sie leben, besser verstehen und mitgestalten können.

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