Dienstag, August 04, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Zukunftsfit Bauen: heute bauen, morgen profitieren


Die Plattform ReConstruct – eine gemeinsame Interessenplattform des Center of European Policy Studies (CEPS) und des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) – beschäftigt sich intensiv mit dem Thema »Bauen der Zukunft«. Aktueller Fokus: der Beitrag von Gebäuden zur CO2-Reduktion.

Der 2. »CEPS Construction Day« in Brüssel am 28.10.2025 machte deutlich, wie stark sich die europäische Bau- und Gebäudewirtschaft im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz, technologischer Transformation und gesellschaftlichen Anforderungen befindet. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Frage, ob Gebäude einen aktiven Beitrag zur Kohlenstoffreduktion leisten können – durch energieeffizienten Betrieb einerseits und durch Aktivierung von CO₂-Senken über ihren gesamten Lebenszyklus andererseits.

Deutlich wurde, dass ein umfassendes Umdenken im Umgang mit dem Gebäudebestand notwendig ist. Eine klimafitte Bauwirtschaft stützt sich auf erneuerbare Energiesysteme, intelligente Gebäudetechnik, thermische Bauteilaktivierung und digitale Werkzeuge.

Treiber Innovation
Auf europäischer Ebene rücken neben der Reduktion betrieblicher Emissionen zunehmend die Emissionen im Lichte einer Kreislaufkultur in den Fokus. Neue Regelwerke und Leitmärkte für CO₂-arme Baustoffe sollen entstehen, flankiert durch Maßnahmen zur Förderung leistbaren Wohnens und zur Dekarbonisierung des Bauens. Innovation gilt dabei als zentraler Treiber. Serielles Bauen, Vorfertigung oder Digitalisierung in der Produktions- wie auch in der Rezyklierungsphase sind wesentliche Instrumente.

Echte Kreisläufe
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau funktionierender Kohlenstoffkreisläufe. Ein neues Zertifizierungssystem »carbon removals« zur Bewertung von CO₂-Entnahme und -Speicherung soll künftig unterschiedliche Ansätze – von naturbasierten Lösungen bis zur Speicherung in mineralischen Baustoffen – einheitlich abbilden. Besonders relevant ist dabei die Möglichkeit, CO₂ dauerhaft in Baustoffen zu binden, etwa durch mineralische Karbonatisierungsprozesse. Für die mineralische Baustoffindustrie eröffnen sich damit neue Potenziale, um zusätzliche Senkenoptionen zu implementieren.

Keine Dogmen

Die Diskussionen zeigen, dass eine klimaneutrale, resiliente und sozial ausgewogen gebaute Umwelt nur durch Interaktion von Technologie, Regulierung und wirtschaftlichen Anreizen gelingt. Entscheidend wird sein, Emissionen konsequent zu reduzieren, CO₂-Senken intelligent zu nutzen und Ressourcenströme im Sinne einer echten Kreislaufwirtschaft zu schließen. Dafür braucht es Rahmenbedingungen, die Technologieoffenheit und Baustoffneutralität anstatt Dogmatismus forcieren. Wer dies nicht unterstützt, befindet sich schnell am sprichwörtlichen Holzweg und behindert tragfähige Zukunftslösungen.


Bild: iStock

×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

Ein Bauernopfer ist nicht genug
Friedensangst in der EUdSSR

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

Nagarro
31 Juli 2026
Firmen | News
Die Einreichung für die Nagarro Innovation Challenge 2026 läuft noch bis 18. September. Unternehmen haben die Chance, ihre vielversprechendsten Digitalisierungs- und KI-Ideen von Expert:innen bewerten zu lassen und die besten als Proof of Concept im ...
Firmen | News
29 Juli 2026
Firmen | News
Die Welt von VMware ist im Umbruch – mit anderen Lizenzmodellen, einem neuen Partnerprogramm und einem konsolidierten Portfolio. Axians ist in Österreich Pionier der Virtualisierungsplattform und begleitet Unternehmen auch künftig von der Lizenzierun...
Vertiv
23 Juli 2026
Firmen | News
Die Investition steigert die Produktion von Kältemaschinen, die Testkapazitäten und die Beschäftigungsmöglichkeiten am Standort Vertiv, ein weltweit führender Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, gibt Investitionen zur Erweiterung der Fer...
Firmen | News
23 Juli 2026
Firmen | News
Wer KI-Modelle dauerhaft trainiert oder produktiv betreibt, stößt mit Cloud-GPUs bei Dauerlast schnell an Kostengrenzen – und gibt Daten aus der Hand. Dedizierte KI- und GPU-Server im eigenen Rechenzentrum bieten planbare Kosten, volle Datenkontrolle...

Neue Blog Beiträge

03 August 2026
Intelligente Netze
Europa
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der KI-Verordnung. In Zeitungen, Newslettern und LinkedIn-Postings liest man dazu einen Satz, der eingängig klingt und trotzdem falsch ist: Ab jetzt müsse alles gekennzeichnet werden, was mit kü...
29 Juli 2026
Intelligente Netze
Neue Welt des Arbeitens
Warum die meisten Organisationen KI einführen und trotzdem alles beim Alten lassen. 1890 kauften Fabrikbesitzer den Elektromotor. Sie stellten ihn dorthin, wo vorher die Dampfmaschine gestanden hatte. Die Produktivität stieg um null Prozent, und das ...
24 Juli 2026
Intelligente Netze
Mensch und Gesellschaft
500 Milliarden fließen dieses Jahr in KI. Die Produktivitätskurve zuckt kaum. Irgendwo dazwischen sitzt der Fehler — und er sitzt nicht im Chip. 1987 sagte der Ökonom Robert Solow einen Satz, der bis heute hält: Man sehe das Computerzeitalter überall...