Tuesday, March 31, 2026

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Bau | Immobilien

Im Rahmen des EU-geförderten Projekt RENOINVEST wurde ein "Action Plan" zur strategischen Weiterentwicklung der Finanzierung von Gebäudesanierungen entwickelt. Zentrale Punjkte sind die finanzielle Unterstützung der Gemeinden und die Errichtung einer Wohnbau-Förderbank. Dazu kommen begleitende Maßnahmen wie Beratungsstellen und gezielte Informationskampagnen.

Die Sanierungsrate in Österreich ist derzeit zu niedrig: Laut IIBW und Umweltbundesamt stagniert sie seit 2015 auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und lag 2022 bei nur 1,5 %. Mit dem Projekt RENOINVEST – Roundtables enhancing smart investments in sustainable renovation of buildings wurde in den vergangenen zweieinhalb Jahren das Ziel verfolgt, Investitionen in die Sanierung bestehender öffentlicher und privater Gebäude in Österreich, Ungarn und Slowenien zu erleichtern und damit die Energie- und Klimaziele für 2030 und 2050 zu unterstützen. Die Projektlaufzeit reichte von 2. Oktober 2023 bis 1. April 2026. Projektpartner in Österreich sind das Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen und das Innovationslabor RENOWAVE.AT.

Breiter Stakeholder-Dialog
Im Zentrum von RENOINVEST stand ein strukturierter Dialog zwischen Finanzwirtschaft, öffentlicher Hand, Immobilienwirtschaft und über 500 Expert:innen. „Wir haben im Projekt sehr eng mit u.a. Banken, Versicherungen und öffentlichen AkteurInnen gearbeitet und dabei ein belastbares Fundament für alternative Finanzierungsansätze geschaffen. Dieses Know-how ist jetzt die Grundlage, um konkrete Lösungen in die Umsetzung zu bringen“, erklärt DI Susanne Formanek, Vorstand und kaufmännische Projektleiterin von RENOWAVE.AT und Geschäftsführerin GRÜNSTATTGRAU.
Über nationale und internationale Roundtables sowie Arbeitsgruppen wurden Investitionshemmnisse analysiert und konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt. Dazu wurden die Arbeitsgruppen in 4 Themenbereiche eingeteilt: Schrittweise Sanierung, Kreislaufwirtschaft & naturbasierte Lösungen (NBS), Fernwärme & Energiegemeinschaften und Monitoring & Visualisierung des Energieverbrauchs.

Die Bilanz: 50 Best-Practice-Beispiele, sechs Fallstudien, 18 nationale Roundtables, mehr als 60 Arbeitsgruppentreffen sowie drei internationale Roundtables in Slowenien, Ungarn und Österreich.

Finanzierung bremst Sanierungen
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die bestehenden Finanzierungsstrukturen halten mit den Anforderungen der Sanierungspraxis nicht Schritt. Genau das bremst Investitionen „Finanzierung ist oft der ausschlaggebende Faktor für oder gegen eine Sanierung. Genau hier müssen wir ansetzen, wenn wir die Sanierungsrate erhöhen wollen“, betont Dr. Wolfgang Amann, Geschäftsführender Gesellschafter des IIBW und Aufsichtsrat bei RENOWAVE.AT. Einzelne Förderungen reichen dabei nicht aus. Gefragt sind kombinierte Modelle aus Zuschüssen, Darlehen, Garantien und Kapitalmarktinstrumenten.

Mehr Unterstützung für Gemeinden
Gemeinden sollen laut Action Plan bei der Sanierung kommunaler Gebäude gezielt entlastet werden, etwa durch Förderprogramme für professionelle Unterstützung bei der Projektentwicklung und bei alternativen Finanzierungsmodellen, insbesondere dort, wo Budgets, Wissen und personelle Kapazitäten knapp sind. Gleichzeitig sollen gemeinnützige Wohnbauträger durch rechtliche Anpassungen stärker als strategische Partner für öffentliche Sanierungen eingebunden werden.

Neue Wohnbau-Förderbank wird vorgeschlagen
Im Finanzierungsbereich schlägt der Aktionsplan die Einrichtung einer Wohnbau-Förderbank vor, die im Rahmen einer Public Private Partnership günstige Mittel, etwa von der Europäischen Investitionsbank, in den österreichischen Wohnungssektor lenken und insbesondere umfassende Sanierungen sowie Baukredite unterstützen soll.

Begleitende Maßnahmen stärken die Umsetzung
Flankiert sollen diese Maßnahmen durch regionale Beratungsstellen zur Finanzierung und Umsetzung von Sanierungen, die Einführung von Sanierungsfahrplänen und Renovierungspässen sowie gezielte Informations- und Verbreitungsaktivitäten, um Wissen zu stärken, Orientierung zu geben und die Sanierungsrate nachhaltig zu erhöhen.

Zentrale Rolle bei Sanierungsfinanzierung
Aus den Ergebnissen des Projekts ergibt sich eine klare Rolle für die Zukunft. RENOWAVE.AT soll als zentrale Anlaufstelle für Sanierungsfinanzierung etabliert werden und unterschiedliche AkteurInnen zusammenführen.

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