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Holzbauoffensive in Österreich
Mit dem CO2-Bonus im Rahmen des Waldfonds wurde vor fünf Jahren ein mit 28 Millionen Euro dotiertes Förderinstrument zur Steigerung des Holzbauanteils in Österreich geschaffen. Damit wurden 194 Projekte gefördert. Um den Holzanteil weiter zu erhöhen, müssen laut Expert*innen aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden.
Im Bereich der großvolumigen Gebäude ist die Anzahl an neu errichteten Holzbauten in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Auch Wohnbaugesellschaften setzen zunehmend bei ihrer Neubaustrategie auf Holz. Die Gründe dafür sind vielfältig, neben Nachhaltigkeitsaspekten pushen neue Techniken in der Vorfertigung den Sektor. Dadurch kann die Produktivität deutlich erhöht werden. Durch die Kombination vieler unterschiedlicher Schichten können Schall-, Brand- und Wärmeschutz optimal an die Anforderungen angepasst werden. Vor Ort auf der Baustelle werden nur jene Trockenbauarbeiten verrichtet, welche nicht werkseitig erfolgen können, wie z. B. das Schließen von Installationsschächten oder Durchdringungen. Wo oft Baustellen den Verkehr und die Anwohner monatelang stören, kann in wenigen Wochen ein ganzes Gebäude wetterfest aufgestellt werden. Zudem entfallen Schnittstellenprobleme, wenn z. B. Installationen werkseitig montiert werden, wodurch man Fehler, Reklamationen und »Regiestunden-Nachträge« vermeiden kann.
Ebenfalls nicht unerheblich für den Vormarsch von Holz sind staatliche Förderungen. So wurden mit dem CO₂-Bonus im Rahmen des Waldfonds im Zeitraum 2021 bis 2025 194 großvolumige Wohnbauten sowie öffentliche Gebäude und Infrastrukturbauten in Holzbauweise mit insgesamt 28 Millionen Euro gefördert. »Damit wurden 70.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart«, zieht Forst-, Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig zufrieden Bilanz und kündigt weitere Fördermaßnahmen an. »In Zukunft wollen wir gezielt Projekte im leistbaren Wohnbau, im Gesundheitsbereich sowie die Nachverdichtung und Nutzung innerstädtischer Baulücken adressieren.«
Geld alleine macht nicht glücklich
Mit Förderungen alleine wird das Ziel, den Holzbauanteil im großvolumigen Sektor signifikant zu erhöhen, aber nicht zu erreichen sein. Laut Experten sind es vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen der Planungs- und Ausschreibungsprozesse, die der Zeit hinterherhinken. Der hohe Vorfertigungsgrad im Holzbau fordert laut Jens Koch, Holzbau-Experte bei Saint-Gobain, schon in der Planung eine andere Herangehensweise als im klassischen Massivbau. »Leider laufen die Prozesse in Mitteleuropa noch immer so ab wie vor 50 Jahren – sprich, jedes Gewerk wird separat ausgeschrieben und vor Ort im Einzelnen ausgeführt, was zu erheblichen Schnittstellenproblemen führen kann.« Dieser Methode müsse sich derzeit auch der Holzbau anpassen. »Ich appelliere an die Behörden und Politik, endlich die Regelungen den Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts anzupassen und Standards für diese Bauweisen im Planungs- und Ausschreibungsprozess zu integrieren«, so Koch.

Bild: »Um die Potenziale des Holzbaus voll auszuschöpfen, müssen die Regelungen im Planungs- und Ausschreibungsprozess an die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts angepasst werden«, sagt Jens Koch, Holzbau-Experte bei Saint-Gobain.
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