Mittwoch, Juli 29, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Die Gewerkschaft Bau-Holz und der Fachverband Steine-Keramik fordern von der Politik, Fördergelder sinnvoll einzusetzen. Künftig soll der Kesseltausch nur noch dann gefördert werden, wenn die Gebäudehülle klimafit ist.

Robert Schmid und Josef Muchitsch

Bild: Fachverbandsobmann Robert Schmid und GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch fordern eine zeitliche Priorisierung der Thermischen Sanierung

Die erste Hitzewelle 2026 hat erneut gezeigt, dass Österreich seine Gebäude schneller klimafit machen muss. Für die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) und die Stein- und keramische Industrie ist klar: Der wirksamste Schutz vor extremer Hitze beginnt bei einer gut gedämmten Gebäudehülle. Thermische Sanierungen halten Hitze im Sommer draußen und Wärme im Winter im Gebäude. Sie senken dauerhaft den Energieverbrauch, entlasten Haushalte, sichern und schaffen gleichzeitig Arbeitsplätze in Österreich.

Was die Zahlen zeigen
Wie groß der Unterschied tatsächlich ist, zeigen aktuelle Messungen im VIVA Forschungspark, einem der größten Versuchsgelände Europas für vergleichende Baustoffforschung: Bei einer Außentemperatur von 37,4 Grad blieb es in einem gut gedämmten Haus mit 24,5 Grad Raumtemperatur knapp 5 Grad kühler als in einem baugleichen, ungedämmten Gebäude mit 29,5 Grad. Auch im Winter zeigt sich der Effekt deutlich: Bei einem simulierten mehrtägigen Heizausfall sank die Temperatur in einem ungedämmten Haus auf rund 10 Grad, während sie in einem vergleichbaren gedämmten Gebäude auch nach zwei Tagen noch bei erträglichen 17 Grad lag. Der Grund liegt auf der Hand: Ein ungedämmtes Haus erhitzt sich stark im Sommer, kühlt rasch aus im Winter und benötigt für ein angenehmes Raumklima rund zweieinhalb Mal so viel Energie wie ein gedämmtes.

Sanieren schützt Menschen und schafft Arbeit
Die thermische Sanierungsrate ist in Österreich 2024 auf 0,9 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist der Dämmstoffmarkt seit 2021 um rund 30 Prozent eingebrochen. Für die GBH sind das alarmierende Entwicklungen. Denn jede nicht durchgeführte Sanierung bedeutet weniger Aufträge für heimische Betriebe und weniger Beschäftigung.

Zuerst die Gebäudehülle – dann die Technik
Mit jeder Hitzewelle wird der Ruf nach mehr Klimaanlagen lauter. Für GBH und Stein- und keramische Industrie greift diese Diskussion zu kurz. Bei den Klimaanlagen darf nicht derselbe Fehler passieren wie beim Heizkesseltausch: Eine neue Heizung oder Klimaanlage kann ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn auch die Gebäudehülle stimmt. Andernfalls geht im Winter Wärme und im Sommer Kälte ungenutzt verloren – das belastet Geldbörse, Stromnetz und Klima gleichermaßen. Deshalb fordern der Fachverband die Gewerkschaft, dass die der Kesseltausch erst dann gefördert werden soll, wenn die Gebäudehülle klimafit gemacht wurde. Als positives Beispiel nannten der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz, Josef Muchitsch, und Fachverbandobmann Robert Schmid die Stadt Wien, wo diese Reihenfolge bereits umgesetzt wird.

Die drei gemeinsamen Forderungen von GBH und Stein- und keramischer Industrie:

- Nachhaltige Investitionen in die thermische Sanierung, insbesondere bei Mehrparteienhäusern sowie leistbaren Wohnungen, wo die Belastung durch Hitze besonders groß ist.
- Förderungen für Heizungs- oder Klimaanlagen sollen künftig nur gemeinsam mit Maßnahmen zur Verbesserung der Gebäudehülle gewährt werden. Nur eine gut gedämmte Gebäudehülle macht Heiz- und Kühlsysteme dauerhaft effizient und sorgt dafür, dass öffentliche Fördergelder nachhaltig eingesetzt werden.
- Gezielte Ausbildung von Fachkräften, damit ausreichend qualifiziertes Personal für die notwendige Sanierungsoffensive zur Verfügung steht.

ThemaThema

Sorgenfrei außer Haus

Während Häuser und Wohnungen in der Ferienzeit leer stehen, können Unwetter, technische Defekte oder unbemerkte Wasserschäden zum Problem werden. Der Schadensanierer SOLUTO nennt Vorkehrungen, mit denen sich Risiken vor der Abreise reduzieren lassen.

Leben & StilView all

Produkte & ProjekteView all