Sonntag, Oktober 25, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Eine Untersuchung des Sicherheitsexperten Barracuda zeigt detailliert, wie Angreifer den Prozess der Device-Code-Authentifizierung ausnutzen, um dauerhaften und autorisierten Zugriff auf Dienste wie Microsoft 365 und Entra ID zu erlangen. Darauf basierende Angriffe nehmen stark zu, da Device-Code-Phishing durch Phishing-as-a-Service-Tools wie das kürzlich gemeldete EvilTokens-Kit zunehmend professionalisiert wird. Barracuda hat in den vergangenen vier Wochen sieben Millionen Phishing-Angriffe mithilfe von Geräte-Codes identifiziert.

Sieben Millionen Angriffe innerhalb von vier Wochen
Bild: iStock


Device-Code-Authentifizierung ermöglicht es Nutzern, sich auf einem Endgerät anzumelden, indem sie einen kurzen Code auf einem anderen, vertrauenswürdigen Gerät eingeben. Die Methode wird häufig für Endgeräte mit eingeschränkten Schnittstellen verwendet, beispielsweise Fernseher, Drucker oder Tools mit Befehlszeilenschnittstelle (CLI). Beim Device-Code-Phishing verleiten Angreifer Nutzer dazu, einen legitimen Authentifizierungs-Code auf einer echten Anmeldeseite einzugeben, dabei aber das Endgerät des Angreifers anstelle ihres eigenen Endgeräts zu autorisieren.

Konkret läuft der Angriff wie folgt ab: Die Angreifer fordern einen legitimen Geräte-Code bei Microsoft an und senden dem Opfer dann eine Phishing-Mail, die das Opfer dazu verleiten soll, den Code auf einer echten Anmeldeseite wie „microsoft.com/devicelogin“ einzugeben. Das Opfer schließt den Authentifizierungsprozess ab, worauf Microsoft ein OAuth-Zugriffs- und -Authentifizierungs-Token ausstellt, das direkt an den Angreifer weitergeleitet wird.

Device-Code-Phishing hat gegenüber herkömmlichen Phishing-Methoden mit gefälschten Anmeldeseiten mehrere Vorteile. Herkömmliche Phishing-Methoden erfordern eine überzeugend gefälschte Website, die von E-Mail-Filtern leicht erkannt werden kann. Beim Device-Code-Phishing werden offizielle Authentifizierungs-URLs genutzt, was es schwieriger macht, böswillige Aktivitäten als solche zu erkennen. Zudem werden bei Angriffen gängige Multi-Faktor-Authentifizierungen und Richtlinien für bedingten Zugriff umgangen. Da das Opfer das neue Endgerät selbst autorisiert, erhalten Angreifer ein gültiges Zugriffs-Token, das die Sicherheitsprüfungen besteht.

Sobald das Opfer den Geräte-Code eingibt, erhält der Angreifer ein Refresh-Token, das es ihm ermöglicht, tage- oder wochenlang den Zugriff auf das Benutzerkonto zu behalten, selbst wenn der Nutzer sein Passwort ändert. Ein Angreifer kann eine Gerätesitzung unbemerkt kapern, ohne dabei einen Alarm auszulösen. Erfolgreiches Device-Code-Phishing ermöglicht so Angreifen, langfristigen Zugriff auf Cloud-E-Mail- und -Identitätsumgebungen zu erlangen, ohne dafür Passwörter stehlen zu müssen und ohne herkömmliche Sicherheitswarnungen auszulösen.

„Device-Code-Phishing hat sich als Teil des PhaaS-Modells professionalisiert und ist so zu einer gefährlichen und skalierbaren Bedrohung geworden“, sagt Klaus Gheri, VP & GM Network Security bei Barracuda. „Sicherheitsmaßnahmen müssen schnell daran angepasst werden: Mehrschichtige Sicherheitskontrollen, darunter erweiterte E-Mail-Filter, Mechanismen zum Identitätsschutz und kontinuierliche Überwachung können dazu beitragen, die Angriffsfläche von Endgeräten zu reduzieren. Strengere Kontrollen bei der Geräteautorisierung sowie Nutzer dafür zu sensibilisieren, Verifizierungs-Codes nur in vertrauenswürdigen Kontexten einzugeben, können zusätzlich dazu beitragen, solche Angriffe zu verhindern.“

Populär

In New York werden ungenutzte Luftrechte zu handelbarem Baupotenzial. So können neue Baukörper über oder neben bestehenden Gebäuden entstehen. Foto: REPORT/Eva Flatscher

Haus über Haus: Wie New York mit Luftrechten baut

In New York wird nicht nur mit Grundstücken gehandelt, sondern auch mit dem...
Luftaufnahme des Knauf-Standorts in Ferndorf in Kärnten mit Produktionshallen, Bahntrasse sowie angrenzenden Feldern und Gewässern.

Knauf investiert 30 Millionen Euro in Recyclinganlage

In Ferndorf in Kärnten entsteht eine neue Recyclinganlage für Glas- und...
Batterieelektrische Scania-Zugmaschine in Dreiviertelansicht.

Langstrecke unter Strom

Scania will batterieelektrische Lkw stärker für längere Strecken einsetzen....
Buchcover: Homo Universus von Matthias Strolz
Cover: Edition Platin

Homo Strolzus

Matthias Strolz widmet sich in „Homo Universus“ den großen Fragen des...
Gruppenbild Studierende mit Michael Nowak vor der verbotenen Stadt

Studierende tauchten in Chinas Tech-Welt ein

Das Bildungsprogramm „Seeds for the Future“ fand in diesem Jahr zum zwölften...
Gespräch am Tisch im Businessumfeld

Umfrage: Wie gut sind Unternehmen auch kommunikativ auf NIS2 vorbereitet?

Am 1. Oktober 2026 tritt in Österreich die NIS2-Richtlinie in Kraft. Damit...