Donnerstag, Oktober 22, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Wir haben unsere Leser*innen befragt, was 2026 kommt und wichtig wird. Turbulenzen, aber auch enorme Chancen erwartet die Wirtschaftselite und zeigt sich optimistisch und pragmatisch.

Was 2026 kommt und wichtig wird
Bild: iStock


Die Umfrage des Wirtschaftsmagazins Report(+) wirkt wie ein Seismograf für die Stimmung in den Chefetagen des Landes. 174 vollständig ausgefüllte Fragebögen, über 200 Reaktionen insgesamt – das ist kein Stimmungsbild aus dem Elfenbeinturm, sondern ein Querschnitt jener Unternehmerinnen und Unternehmer, Manager und Entscheidungsträger, die täglich mit Märkten, Mitarbeiter*innen und politischen Rahmenbedingungen ringen. Ihr Blick nach vorne ist nüchtern, widersprüchlich – und gerade deshalb bemerkenswert .

2026: Chancen im Schatten der Krise
Fragt man nach dem Jahr 2026, dann fällt zuerst eines auf: Schwarzmalerei ist nicht die dominierende Disziplin. Zwar wird das kommende Jahr von vielen als »krisenhaft« (44 Prozent) oder gar »chaotisch« (26 Prozent) wahrgenommen, doch zugleich überwiegen positive Zuschreibungen. »Chancenreich« ist der am häufigsten genannte Begriff (55 Prozent), gefolgt von »optimistisch« (41 Prozent) und »hoffnungsvoll« (44 Prozent). Das ist keine Euphorie, sondern ein Pragmatismus mit Haltung: Man rechnet mit Turbulenzen – aber man traut sich zu, sie zu nutzen. Die Wirtschaftselite sieht sich weniger als Opfer der Umstände denn als aktiver Gestalter in einem schwierigen Umfeld.

04_08_umfrage_13a.jpg

2027: Der Blick wird klarer, der Optimismus stärker
Noch deutlicher wird dieser Befund beim Blick auf 2027. Hier verschiebt sich das Bild sichtbar in Richtung Zuversicht. Fast 59 Prozent beschreiben ihre Erwartungen als »optimistisch«, rund 57 Prozent als »hoffnungsvoll«, und mehr als die Hälfte sieht auch dieses Jahr als »chancenreich«. Gleichzeitig verliert das Wort »krisenhaft« deutlich an Bedeutung. Die Lesart ist klar: 2026 gilt als Übergangsjahr, als Phase des Sortierens und Durchhaltens – 2027 hingegen als Zeitpunkt, an dem sich strategische Entscheidungen auszahlen könnten.

 

04_08_umfrage_13_Kopie_2b.jpg

Unternehmen zwischen Innovation und Konzentration
Diese Grundstimmung spiegelt sich auch in den unternehmerischen Plänen wider. Für 2026 setzen viele Betriebe auf »Neues schaffen« (46 Prozent), Wachstum (33 Prozent) und Investitionen (28 Prozent). Gleichzeitig ist Rationalisierung ein wichtiges Thema, ebenso wie die Konzentration auf Kernmärkte. Sparen spielt zwar eine Rolle, steht aber nicht im Vordergrund. Der Abbau von Personal ist für die große Mehrheit kein Thema – ein bemerkenswertes Signal in Zeiten, in denen häufig von De­industrialisierung und Arbeitsplatzverlust die Rede ist.

Mittelfristig, für 2027 und 2028, wird das Bild noch klarer: Investitionen nehmen zu, Wachstum wird wichtiger, und Produktivität rückt stärker ins Zentrum. Sparprogramme verlieren an Bedeutung. Unternehmen planen nicht den Rückzug, sondern die Neuaufstellung – fokussierter, effizienter, aber nicht defensiver.

Die große Sorge: Politik und Insolvenzen
Am deutlichsten artikulieren sich die Sorgen bei den erwarteten Entwicklungen für 2026. Zwei Werte stechen heraus: Fast 60 Prozent rechnen mit wachsender Unzufriedenheit mit dem politischen Führungspersonal, mehr als die Hälfte mit steigenden Insolvenzen. Das ist eine doppelte Warnung: an die Politik, die aus Sicht vieler Unternehmer Orientierung vermissen lässt, und an das wirtschaftliche Umfeld, das weiter unter Druck steht. Gleichzeitig glauben viele Befragte, dass Umsätze und Auftragsstände steigen könnten – ein Hinweis darauf, dass Marktchancen und strukturelle Risiken parallel existieren. Interessant ist auch der Blick auf das, was fallen soll: Inflation, Energiepreise und Kreditzinsen werden von vielen als rückläufig eingeschätzt. Die Erwartung ist nicht das Ende aller Probleme, wohl aber eine gewisse Entspannung bei zentralen Kostentreibern.

04_08_umfrage_15a.jpg

04_08_umfrage_15_Kopieb.jpg

Nüchterne Bewertung der Konjunktur
Entsprechend ausgewogen fällt die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung aus. Für 2026 dominiert »neutral« – über die Hälfte der Befragten will sich weder in Jubel noch in Alarmismus verlieren. Ein Fünftel sieht das Jahr negativ, nur eine kleine Minderheit sehr positiv oder sehr negativ. Für 2027 dreht sich das Bild deutlich: Mehr als die Hälfte erwartet eine positive Entwicklung, negative Einschätzungen werden zur Rand­erscheinung. Die Botschaft: Der Glaube an eine wirtschaftliche Erholung ist vorhanden, aber er ist an Zeit und konsequentes Handeln geknüpft.

04_08_umfrage_1.jpg

04_08_umfrage_12.jpg

Führungskräfte unter Druck: Kommunikation schlägt Ideologie
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Anforderungen an Führungskräfte. Mit großem Abstand an der Spitze steht die Fähigkeit zu kommunizieren – über 70 Prozent halten sie für entscheidend. Es folgen Entscheidungsstärke, Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, in neuen Mustern zu denken. »Gegen den Strom schwimmen« hingegen rangiert weit hinten. Gesucht sind keine Rebellen und keine Lautsprecher, sondern Managerinnen und Manager, die erklären, verbinden und umsetzen können. Führung wird weniger als Machtdemonstration verstanden, mehr als Orientierungsleistung in unsicheren Zeiten.      

04_08_umfrage_14a.jpg

Fazit: Realismus mit Rückgrat
Die Report(+)-Umfrage zeichnet das Bild einer Wirtschaft, die sich ihrer Risiken bewusst ist, sich aber nicht lähmen lässt. Angst ist vorhanden, doch sie dominiert nicht. Stattdessen überwiegen Realismus, Gestaltungswille und ein leiser, aber beharrlicher Optimismus. Die kommenden Jahre werden als anspruchsvoll gesehen – aber auch als Phase, in der jene Unternehmen und Führungskräfte profitieren, die klar kommunizieren, fokussiert investieren und bereit sind, Neues zu schaffen. Die Botschaft zwischen den Zeilen lautet: Die Zukunft kommt nicht von selbst. Aber sie lässt sich machen.

 

Firmen | News

Nagarro
22 Oktober 2026
Firmen | News
Zwölf Unternehmen haben es ins Finale der Innovation Challenge 2026 powered by Nagarro geschafft. Beim Pitch Day am 16. Oktober präsentierten die Finalisten ihre Innovationsideen einer interdisziplinären Expertenjury. Im Mittelpunkt der diesjährigen ...
Salesforce
21 Oktober 2026
Firmen | News
Mit dem Agentblazer Award rückt Salesforce herausragende Organisationen ins Rampenlicht, die Innovation aktiv vorantreiben und zeigen, wie sich Effizienz und Fortschritt durch den gezielten Einsatz von KI neu definieren lassen. In jeder Branche gibt ...
Firmen | News
20 Oktober 2026
Firmen | News
Wie können Unternehmen ihre IT-Landschaften zukunftssicher gestalten? „Innovations to Success – Unlocking Tomorrow 2027" am 22. Oktober 2026 im Messezentrum Salzburg gibt dazu konkrete Impulse. Die Business- & Technology-Conference des IT-Dienstl...
Firmen | News
20 Oktober 2026
Firmen | News
Die Energiewende wird meist in großen Kategorien verhandelt. Es geht um Windparks, Pumpspeicher, Hochspannungstrassen und Wasserstoff für die Industrie. Daneben wächst ein zweiter, leiserer Strang: die dezentrale Stromerzeugung in Privathaushalten. K...

Populär

In New York werden ungenutzte Luftrechte zu handelbarem Baupotenzial. So können neue Baukörper über oder neben bestehenden Gebäuden entstehen. Foto: REPORT/Eva Flatscher

Haus über Haus: Wie New York mit Luftrechten baut

In New York wird nicht nur mit Grundstücken gehandelt, sondern auch mit dem...
Batterieelektrische Scania-Zugmaschine in Dreiviertelansicht.

Langstrecke unter Strom

Scania will batterieelektrische Lkw stärker für längere Strecken einsetzen....
Luftaufnahme des Knauf-Standorts in Ferndorf in Kärnten mit Produktionshallen, Bahntrasse sowie angrenzenden Feldern und Gewässern.

Knauf investiert 30 Millionen Euro in Recyclinganlage

In Ferndorf in Kärnten entsteht eine neue Recyclinganlage für Glas- und...
Buchcover: Homo Universus von Matthias Strolz
Cover: Edition Platin

Homo Strolzus

Matthias Strolz widmet sich in „Homo Universus“ den großen Fragen des...
Gruppenbild Studierende mit Michael Nowak vor der verbotenen Stadt

Studierende tauchten in Chinas Tech-Welt ein

Das Bildungsprogramm „Seeds for the Future“ fand in diesem Jahr zum zwölften...
Gespräch am Tisch im Businessumfeld

Umfrage: Wie gut sind Unternehmen auch kommunikativ auf NIS2 vorbereitet?

Am 1. Oktober 2026 tritt in Österreich die NIS2-Richtlinie in Kraft. Damit...