Friday, June 05, 2026

Mehrwert für Manager

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Heimische Unternehmen müssen sich im globalen Wettbewerb mit Innovationskraft und Qualität behaupten. Teamkultur erweist sich dabei als  Wachstumsbooster, waren sich die Expert*innen beim 31. qualityaustria Forum im Salzburg Congress einig.

Fotos: Anna Rauchenberger

Bild: Werner Paar (Quality Austria), Bernhard Neuhold (ÖFB), Christoph Mondl (Quality Austria) und Thomas Waldner (Quality Austria) zeigten auf, warum auch in Zeiten von KI und Automatisierung der Mensch den entscheidenden Unterschied macht.

Rund 800 Vertreter*innen der österreichischen Wirtschaft folgten am 18. März 2026 der Einladung von Quality Austria, um die Frage nach Wachstum und Qualität in volatilen Zeiten zu diskutieren. Das Thema der diesjährigen Fachtagung lautete »Menschen stärken«. Gerade in Zeiten von KI und fortschreitender Automatisierung wird klar, dass die Unternehmenskultur die Qualität und das Wachstum von Organisationen nachhaltig beeinflusst. »Ein guter Einzelner gewinnt Spiele. Ein gutes Team gewinnt Meisterschaften. Sowohl die Unternehmens- als auch die Teamkultur sind heute spielentscheidend«, sagten die beiden Co-Geschäftsführer der Quality Austria Holding, Werner Paar und Christoph Mondl, in ihrem Eröffnungsvortrag. Ein zentraler Faktor ist die psychologische Sicherheit. In einer Umgebung, in der Menschen auf Risiken hinweisen, Fragen stellen und ohne Angst vor Bloßstellung Fehler sichtbar machen können, arbeiten sie produktiver.

Studien zeigen, dass Teams mit hoher psychologischer Sicherheit langfristig besser performen. »Qualität entsteht nicht nur in Prozessen und Normen, sondern im Verhalten von Teams. Dort, wo Menschen sich trauen, Probleme und Fehler früh anzusprechen und voneinander zu lernen, entsteht echte Qualität«, erklärte Daniela Landherr, Founder & CEO von The Human Space, in ihrer Keynote. Nachhaltige Qualität und Wachstum könnten sich nur entfalten, wenn Lernen möglich sei: Fragen, Feedback und kons­truktiver Widerspruch sind Zeichen für eine gute Unternehmenskultur.

Teamkultur als Performancefaktor
Dass die Teamkultur den Erfolg fördert, bestätigte auch Bernhard Neuhold, Geschäftsführer der ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH: »In komplexen Strukturen entscheiden die handelnden Personen auf allen Ebenen über den Erfolg einer Organisation. Eine klare Strategie in Verbindung mit einer Priorisierung von Themen ist unabdingbar, um im nationalen und internationalen Vergleich reüssieren zu können.« Neuhold verwies auch auf die Komplexität ganzheitlichen Denkens in föderalen Systemen. Optimierung in der Spitze dürfe dabei kein Widerspruch zur Förderung der Breite sein.

Eine Kultur des Wachstums und der Veränderung sieht auch Patricia Neumann, CEO der Siemens AG Österreich, als Grundlage für nachhaltigen Erfolg. Die Managerin setzt den Fokus auf Eigenverantwortung, Leadership und Flexibilität, wodurch Mitarbeitende zu autonomen Entscheidungen empowert werden. Denn gerade in volatilen Zeiten ist eine schnelle Anpassung an Marktveränderungen nur durch eine offene Unternehmenskultur möglich. Das betrifft auch neue technologische Entwicklungen, die Eingang in die gemeinsame Unternehmensvision finden müssen. So reduzieren etwa automatisierte Prozesse die Komplexität und steigern die Produktivität. Die Integration von KI-Technologien in die Unternehmensabläufe geht noch einen Schritt weiter, macht die Entwicklung skalierbar und ermöglicht zukunftssichere Lösungen. Entscheidend sind für Neumann agile Strukturen, die schnelle Umsetzungsprozesse ermöglichen: »Wenn wir über Transformationen sprechen, dann sprechen wir über Menschen, Prozesse und Ideen. Wachstum ist nichts Kurzfristiges oder eine vorübergehende Phase, sondern ein langfristiger und beständiger Prozess. Eine Growth Culture bedeutet, Veränderungen bewusst zu führen und dabei Innovation gezielt voranzutreiben.«

Besser werden
Menschen und Teams brauchen Orientierung auf Basis von Regeln. In der Antike und im Mittelalter gaben Zünfte die Qualitätsregeln vor. Die Industrialisierung des 19. und 20. Jahrhunderts brachte Endkontrollen durch Inspektoren. Erst seit den 1980er-Jahren wird Qualität als Führungsaufgabe verstanden. Infolgedessen haben sich Managementsysteme etabliert und weiterentwickelt.

»Wachstum braucht Struktur. Historisch bildet die ISO 9001 das Rückgrat aller Managementsysteme. In den 2000er-Jahren wurde das ISO-Universum erweitert und wir haben uns von der Qualitätskontrolle zum Qualitätsmanagement weiterentwickelt. Daraus kann eine Qualitätskultur entstehen, die für das Wachstum unerlässlich ist. ›Structure follows strategy‹ gilt in weiterer Folge auch hier«, erläuterte Thomas Waldner, Product Management Quality bei Quality Austria. »Die Herausforderung für Organisationen ist es, das implementierte Managementsystem so zu gestalten, dass es gut anwendbar und offen ist und auf allen Ebenen wirkt – unabhängig von der Herkunft der Anforderungen wie Qualität, Umwelt, Recht, Compliance, Energie oder Gesetzen und Verordnungen«, so Waldner: »Kurz gesagt: alle Anforderungen, alle Quellen, aber ein Managementsystem.«

www.annarauchenberger.com / Anna Rauchenberger - Salzburg, Austria - 18.03.2026 - Quality Austria Forum im Salzburg Congress. FOTO: Gruppenfoto Qualitätschampion / -talent / -team und Sonderpreis der Jury

Bild: Die beiden Co-Geschäftsführer der Quality Austria Holding, Christoph Mondl und Werner Paar (links), mit allen Preisträger*innen der diesjährigen Qualitätsawards.

Die Qualitätsawards 2026

Im Rahmen des 31. qualityaustria Forums im Salzburg Congress wurden auch die Qualitätsawards von Quality Austria und ÖVQ vergeben. In der Kategorie »Qualitäts-Champion« setzte sich heuer Tom Rittel vom E-Mobility-Softwareanbieter chargecloud GmbH mit seinem Projekt »Quality with heart – Etablierung einer gelebten Qualitätskultur« durch. In nur zweieinhalb Jahren hat der Qualitätsmanager ein integriertes Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement aufgebaut. Neben erfolgreichen Zertifizierungen nach ISO 9001 und ISO  14001 entstanden sowohl ein innovatives Auditprogramm mit Kulturfokus als auch die KI-Assistentin »I’M Sophie«, womit Wissen und Prozesse nachhaltig im Alltag verankert werden.

Den Nachwuchspreis »Qualitäts-Talent« für Schüler*innen, Studierende und Berufstätige zwischen 16 und 30 Jahren holte sich Ahmed Ben-Arbia, der sich an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien im Bereich Druck- und Medientechnik weiterbildet. Seine recyclingfreundliche Lifting-Popup-Verpackung aus E-Welle, die ein interaktives Auspackerlebnis für hochwertige Konsumgüter schafft, überzeugte nicht nur mit ihrem einzigartigen Öffnungsmechanismus.

Für das gemeinschaftliche Projekt »Sichere Medikation im Krankenhaus« wurden das LKH Graz, Stabsstelle Qualitäts- und Risikomanagement, die Research Unit for Safety and Sustainability in Healthcare der Medizinischen Universität Graz und CANCOM AG als »Qualitäts-Team« ausgezeichnet. Das KI- und Barcode-assistierte System zur Reduktion von Fehlern beim Dispensieren leistet einen wesentlichen Beitrag bei der Medikamentenvorbereitung.

Ebenso aus dem Gesundheitsbereich stammt der Preisträger des erstmalig verliehenen Sonderpreises: Gerd Hartinger von den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) hat die Organisation in den vergangenen 25 Jahren mit hoher Innovationskraft und konsequentem Fokus auf nachhaltige Qualität zu einem herausragenden Kompetenzzentrum für Altersmedizin und Pflege weiterentwickelt.

Bewerbungen für die Qualitätsawards 2027 können bereits eingereicht werden: www.qualityaustria.com/unternehmen/qualitaets-champion-und-talent/ 

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