Freitag, Juli 17, 2026

Mehrwert für Manager

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Während die großen Netzbetreiber massiv in den 5G-Ausbau investieren und die Datenflut neue Rekordmarken erreicht, setzen die Herausforderer auf neue Markenstrategien.

Junge Frau mit gelbem Handy jubelt
Bild: Österreichische Post


Der österreichische Mobilfunkmarkt präsentiert sich auch im Jahr 2026 als ein hochdynamisches Umfeld, das trotz eines leichten Umsatzrückgangs von rund 220 Millionen Euro auf gesamt 3,75 Milliarden Euro und dem kolportierten Stellenabbau in der Branche im Vorjahr. Die drei großen Netzbetreiber investierten zuletzt 902 Millionen Euro: Ein Erfolg dieser Anstrengungen ist der nahezu flächendeckende 5G-Ausbau, der laut aktuellen Zahlen der RTR mittlerweile eine technische Abdeckung von rund 97 Prozent der Bevölkerung erreicht hat. Die Nutzungsgewohnheiten der Österreicher*innen unterstreichen die Bedeutung der Mobilfunk-Infrastruktur. Das übertragene Datenvolumen durchbrach 2025 erstmals die Grenze von 6 Milliarden Gigabyte – ein Wert, der zwanzigmal so hoch ist wie noch vor zehn Jahren. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch datenintensive Anwendungen wie Videotelefonie und das Versenden von 4K-Videos.

Die klassische Mobiltelefonie geht parallel weiter zurück, da immer mehr Gespräche über Messengerdienste wie WhatsApp geführt werden. Der Kommunikationsapp ist mit einer Nutzungsrate von 88 Prozent die wichtigste Anwendung am österreichischen Smartphone. Trotz der enormen Belastung der Netze zeigt das aktuelle Mobilfunk-Barometer der RTR eine »außerordentlich hohe« Kundenzufriedenheit. In diesem Umfeld, das von hoher Qualität und fairen Preisen geprägt ist, versuchen neue Anbieter durch gezielte Markenpositionierung, Nischen zu besetzen oder bestehende Stärken in neue Märkte zu exportieren.

Persönliche Beratung
Kein Aprilscherz: Ein kleiner, gelber Paukenschlag am heimischen Markt war der Start einer eigenen Mobilfunkmarke der Österreichischen Post am 1. April. In rund 1.700 Postfilialen und bei Postpartnern stehen Servicemitarbeiter*innen bereit, um Kund*innen bei der Wahl des richtigen Tarifs oder der Hardware zu unterstützen. »Mit YELLLOW bringen wir frischen Wind in den österreichischen Mobilfunkmarkt: einfache, leicht verständliche Angebote und echte Beratung vor Ort. Das ist ein Service, den es so bei keinem anderen Anbieter gibt«, ist Walter Oblin, Generaldirektor der Österreichischen Post AG, überzeugt. Das Angebot umfasst vier Tarife ohne Vertragsbindung, wobei Frühbucher von einer lebenslangen Fixpreisgarantie profitieren. Die neue Marke YELLLOW wird breit inszeniert. Sogar die Philatelie wird eingebunden: Eine Sonderbriefmarke mit QR-Code verlinkt auf die Online-Präsenz der Marke.

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Bild: Post-General Walter Oblin vertraut auf die Marktmacht seines Filialnetzes in Österreich.

Handschlagqualität
Während die Post den heimischen Markt aufrollt, expandiert ein anderer österreichischer Erfolgskandidat weiter ins Ausland. Der Mobilfunkanbieter spusu hat am 16. Juni seinen Markteintritt in Deutschland bekannt gegeben – dem immerhin größten Mobilfunkmarkt Europas. Nach Italien, Großbritannien und der Schweiz ist dies ein lange erwarteter – und von spusu-Gründer Franz Pichler über viele Jahre angestrebter – Meilenstein für das Familienunternehmen aus dem Weinviertel. In Österreich wurden bis dato rund 700.000 Kund*innen gewonnen, europaweit hat man zumindest insgesamt die Millionenmarke überschritten. Den Markteintritt beim Nachbarn lässt sich Pichler auch einiges kosten, etwa mit Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger als Markenbotschafter. Trotz der internationalen Expansion betont Franz Pichler, als inhabergeführter Familienbetrieb den Werten Bodenständigkeit, Regionalität und Kundennähe treu zu bleiben. Kein leichtes Unterfangen im Flächenstaat Deutschland. spusu, das in Deutschland das Netz von Vodafone und in Österreich das Netz von Drei nutzt, positioniert sich weiterhin als Technologievorreiter, der neben Mobilfunk auch den Ausbau regionaler Glasfaser-Infrastruktur vorantreibt und auf einen eigenen Mobilfunk-Core setzt – die Software für die Abwicklung des Netzmanagements und Gesprächstransaktionen.

KI im Kommen
Abseits von Markenstrategien und Expansionen prägt eine für den Mobilfunk-Traffic recht neue Technologie den Diskurs: KI. Bereits zwei Drittel der Österreicher*innen haben KI-basierte Anwendungen genutzt, die Texte, Antworten oder andere Inhalte generieren. Mehr als drei Viertel der KI-Nutzer greifen dafür auf ihr Smartphone zurück. Die Anwendungen werden nicht nur zum Ausprobieren genutzt: Die Mehrheit setzt KI auch zur Informationsbeschaffung oder für Erklärungen komplexer Zusammenhänge ein. Dies birgt auch gewisse Gefahren, denn nur acht Prozent der Nutzer geben laut der RTR-Studie an, die Richtigkeit der Ergebnisse immer zu überprüfen, immerhin weitere 42 Prozent geben an, die Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten und meistens zu überprüfen.

Es zeigt sich, dass die »Marke Mobilfunk« über die Themen Netzqualität und Preis hinaus bei den Nutzer*innen auch für die Orientierung in der digitalen Gesellschaft in Stellung gebracht hat. Das Smartphone bleibt die zentrale Drehscheibe für Kommunikation und Information – und jetzt auch KI-Anwendungen.

 

Hintergrund: Kundenservice ohne KI

Vor elf Jahren startete spusu als kleiner österreichischer Mobilfunkanbieter. Heute betreut das Familienunternehmen bereits eine Million Kund*innen in Österreich (700.000), Italien, Großbritannien und der Schweiz – und seit Kurzem auch in Deutschland. Das Besondere: spusu setzt auf einen eigenen Mobilfunk-Core und persönlichen Kundenservice durch eigene Mitarbeiter*innen. »Wenn uns ein Kunde kontaktiert, sitzt am anderen Ende ein echter Mensch. Das klingt logisch, ist heutzutage gerade in unserer Branche aber längst keine Selbstverständlichkeit mehr«, sagt Firmengründer Franz Pichler. Seit dem Markteintritt im Jahr 2015 positioniert sich der Mobilfunker spusu als Gegenmodell zu Großkonzernen. Das Unternehmen verzichtet auf externe Callcenter sowie KI-gestützte Bots. Auch in Deutschland, dem jüngsten Markt der Österreicher, setzt man auf die eigene Mobilfunk-Kerntechnologie – im »Radio Access Network (RAN)« des Netzbetreibers Vodafone.

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Bild: Ein langgehegter Wunsch von spusu-Gründer Franz Pichler geht jetzt in Erfüllung: die Expansion nach Deutschland.

 

Die jungen Marken und Spezialisten
Im heimischen Mobilfunkmarkt treten neben den klassischen Marken der Netzbetreiber neue Digitalmarken, Zielgruppenanbieter und virtuelle Netzbetreiber (MVNOs) auf. Diese neuen Anbieter richten sich gezielt an Studierende, Familien oder preisbewusste Nutzer*innen.

YELLLOW
Marktstart: April 2026
Netz: A1
Vorwahl: 0693
Zielgruppe: Preisorientierte Kund*innen in den Postfilialen
Die Marke ist derzeit der jüngste Neueinsteiger am österreichischen Mobilfunkmarkt und die bislang erste mit einer eigenen Sonderbriefmarke YELLLOW mit QR Code. Die Österreichische Post vertraut für den Vertrieb, das angebotene Hardware-Sortiment und persönliche Ansprechpartner*innen auf ihre 1.700 Postfilialen und Partnerunternehmen.

Hörbi
Marktstart: März 2026
Netz: Drei
Vorwahl: 0665
Zielgruppe: Preisorientierte Digitalnutzer*innen
Hörbi orientiert sich am dänischen Billiganbieter OiSTER aus dem Hutchison-Konzern und setzt auf einfache, digitale Tarife ohne viel Zusatzaufwand. Die Kommunikation erfolgt bewusst locker über die Vogel-Figur „Hörbi“.

XOXO Mobile
Marktstart: 2021
Netz: A1
Vorwahl: meist 0681
Zielgruppe: Studierende und junge Erwachsene
XOXO wurde von A1 als moderne Digitalmarke aufgebaut und positioniert sich als direkter Konkurrent zu educom. Die Marke setzt auf jugendliche Ansprache, App-Verwaltung, eSIM und großzügige Datenpakete. Charakteristisch sind Tarife mit Namen wie „Smoochy“, „Lovely“ oder „Lush“. Zusätzlich gibt es Vergünstigungen und Aktionen speziell für Studierende.

SIMfonie
Marktstart: 2017
Netz: A1
Vorwahl: A1-Nummernraum
Zielgruppe: Kund*innen von Wien Energie
SIMfonie ist die Mobilfunkmarke von Wien Energie. Das Angebot kombiniert Energie- und Mobilfunkleistungen und richtet sich vor allem an bestehende Strom- und Gaskund*innen.

VOLmobil
Marktstart: regionale Marke seit 2010
Netz: Magenta
Vorwahl: 0676/44
Zielgruppe: Vorarlberg und Grenzgänger
VOLmobil stammt aus Vorarlberg und konzentriert sich auf regionale Kund*innen. Neu sind spezielle Tarife für Pendler*innen in die Schweiz und nach Liechtenstein.

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