Wednesday, June 10, 2026

Mehrwert für Manager

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Die Österreichische Notariatskammer unterstützt Entscheidungen auf EU-Ebene zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit in Europa. Dazu will das österreichische Notariat vor allem Best Practices, in Österreich bewährte Konzepte und neue Ideen für Lösungen beisteuern. Die Politik ist aufgefordert, nun die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen und die EU als verlässlichen Raum der Rechtssicherheit im globalen Wettbewerb zu positionieren, heißt es.

Michael Umfahrer ist Präsident der Österreichischen Notariatskammer.

Die EU hat sich mit der neuen Start-up- und Scale-up-Strategie viel vorgenommen: Mehr Gründungen ermöglichen, Wachstum erleichtern und Europa als attraktiven Wirtschaftsraum positionieren. „Dies ist insbesondere angesichts der aktuellen geopolitischen Lage wichtig: Wir brauchen einen europäischen Raum der Rechtssicherheit, des Vertrauens und der Stabilität,“ betont Michael Umfahrer, Präsident der Österreichischen Notariatskammer.

In Österreich können Unternehmen wie GmbHs oder die flexible Kapitalgesellschaft (FlexKapG) schon heute in 24 Stunden gegründet werden – digital, effizient und mit persönlicher Beratung sowie größtmöglicher Rechtssicherheit. Notar:innen übernehmen dabei alle Schritte in einem sogenannten One-Stop-Shop: von der Identitätsprüfung über die Vertragsgestaltung bis zur notariellen Vorabkontrolle zur Firmenbucheintragung. Das spart Zeit, schafft Vertrauen – und funktioniert. Dieses Modell kann auch auf EU-Ebene funktionieren. „Der One-Stop-Shop beim Notariat bedeutet: Ein Ansprechpartner, alle Schritte aus einer Hand, maximale Sicherheit. Das ist effizient – für Gründer:innen genauso wie für den Staat,“ so Umfahrer.

Skalierung braucht mehr als Gründung

Viele Hürden für Start-ups beginnen nicht beim Gründen, sondern danach: komplizierte Steuer- und Meldepflichten, lange Wartezeiten bei der Vergabe von Umsatzsteuer-IDs (UID), unübersichtliche Förderzugänge und wenig digitalisierte Schnittstellen. Das Notariat schlägt vor, gerade hier mehr Effizienz durch rechtssichere digitale Verfahren zu ermöglichen – etwa durch eine UID-Vergabe direkt über Notar:innen und bessere Verzahnung mit Behörden. „Skalieren bleibt für Unternehmen zu oft kompliziert“, sagt der  Kammer-Präsident. „Wenn wir den Binnenmarkt stärken wollen, müssen wir nach der Gründung weitermachen: mit einheitlichen Schnittstellen, vereinfachten Prozessen und mehr digitaler Geschwindigkeit.“

Auch die EU hat erkannt: Unternehmensgründung und Expansion müssen einfacher gehen – und digital. Die neue Digitalisierungsrichtlinie 2.0 bringt deshalb wichtige Neuerungen: etwa das „Once-only“-Prinzip, bei dem Daten nicht mehrfach eingereicht werden müssen, sowie europaweit anerkannte Vollmachten und Gesellschaftsbescheinigungen. Österreich ist hier bereits Vorreiter – digitale Beurkundungen, Gründungen und Firmenbuchanmeldungen sind gelebte Realität. Diese Erfahrungen sollen nun auch auf europäischer Ebene einfließen. 

Ein zentraler Hebel zur Stärkung des Binnenmarkts ist das geplante „28. Regime“, das 2026 kommen soll: eine neue europäische Gesellschaftsform, speziell für innovative Start-ups und wachstumsorientierte Unternehmen. Ziel ist ein schlanker, sicherer, digitaler Rechtsrahmen, der grenzüberschreitende Aktivitäten vereinfacht – ergänzt durch passende steuer- und insolvenzrechtliche Lösungen. „Das 28. Regime ist eine große Chance“, erklärt Michael Umfahrer. „Wenn wir eine moderne, digitale und grenzüberschreitend einsetzbare Gesellschaftsform schaffen, stärken wir ganz konkret Start-ups, KMUs und Europas wirtschaftliche Zukunft.“

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