Sunday, April 05, 2026

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Die Finanzmärkte zeigen sich im Gegensatz zum Goldpreis von Trumps Machtfantasien unbeeindruckt. Im Rampenlicht steht weiter Big Tech.

Bild: iStock

 

Trotz der seit Jahresanfang von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump gesetzten Maßnahmen verzeichnen die Kapitalmärkte eine erfreulich positive Entwicklung und handeln teilweise auf Rekordhochs. Sowohl die Volkswirtschaften als auch die Finanzmärkte waren bisher resilient gegenüber der Änderung der geopolitischen Ordnungsstruktur. In diesem Umfeld verzeichneten die Schwellenländer ihre beste monatliche Entwicklung seit November 2022 und konnten die Börsen in den Industrieländern um 6,54 Prozentpunkte outperformen.

Geopolitische Instabilität war in diesem Monat ein zentrales Thema. Der Januar begann damit, dass die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festnahmen und damit faktisch die Kontrolle über die Ölexporte des Landes übernahmen. Die Spannungen mit den europäischen und NATO-Verbündeten eskalierten angesichts von Präsident Trumps Versuch, Grönland zu kaufen, und seinen Zollandrohungen, obwohl er letztendlich nach der Ankündigung eines Rahmenabkommens mit der NATO einen Rückzieher machte. Im Iran kam es zu Protesten, und die Trump-Regierung drohte mit Militärschlägen als Reaktion auf die Unterdrückung der Demonstranten. Auch die Innenpolitik der USA spielte eine wichtige Rolle. Trump schlug vor, großen institutionellen Anlegern den Kauf von Einfamilienhäusern zu verbieten, führte eine Obergrenze von 10 % für Kreditkartenzinsen ein und drohte Rüstungsunternehmen mit Beschränkungen für Dividenden und Aktienrückkäufe zugunsten höherer Produktionsinvestitionen.

ATX im Höhenflug
Die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Vorsitzender war nur eine von mehreren Entscheidungen, die die Märkte beeinflussten. Angesichts der engen Beziehungen von Warsh zum Präsidenten bleiben jedoch Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Federal Reserve bestehen. Geopolitik (Venezuela, Grönland, Iran) und neue US-Zollandrohungen trieben die Risikoprämien in die Höhe. Ölpreisanstieg und eine wahre Goldhausse waren die Folge. Nicht nur nominal, sondern auch real – also inflationsbereinigt – hat der Goldpreis sein Hoch von 1980 übertroffen.

In Bezug auf die massiven KI-Investitionen standen vor allem die Big Tech im Rampenlicht der beginnenden Berichtssaison. Im KI-Zyklus gewinnt die Qualitätsprüfung immer mehr an Gewicht – wer von diesen Unternehmen im Stande ist, die massiven Investitionen glaubwürdig in Produktivität, Umsatz und Margen umzusetzen.
Der ATX-Index konnte auch nach dem Rekordbörsenjahr 2025 seinen Höhenflug fortsetzen. Finanzsektor, Indus­trie und Energie unterstützen stark diese Entwicklung.

Die höheren US-Zölle und die generell höhere Unsicherheit waren bis dato nicht stark genug, um das System zu kippen. Das Wirtschaftswachstum liegt global am Trend, das Gewinnwachstum ist hoch, die Inflation nur leicht erhöht, die Geldpolitik wirkt unterstützend (hohe Liquidität) und auch die Fiskalpolitik ist locker. Generell treibt der KI-Boom und solide Unternehmensgewinne weiter die Aktienmärkte.

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Bild: Die Fondsmanagerin Gabriela Tinti ist seit 2020 Head of Desk Equity AT bei der Erste Asset Management GmbH.

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