Wir reden über Wohnbau. Aber wer soll ihn eigentlich bauen?
Bild: Martin Greiner ist Bundesinnungsmeister der Bauhilfsgewerbe.
Österreich diskutiert intensiv über leistbares Wohnen, über Infrastruktur und über die Sanierung unserer Gebäude. Kaum jemand stellt sich dabei aber die entscheidende Frage: Wer soll das alles in Zukunft tatsächlich umsetzen?
Als Bundesinnungsmeister der Bauhilfsgewerbe erlebe ich diese Frage täglich hautnah. Unsere Branche schlägt seit Jahren Alarm. Der Fachkräftemangel ist längst keine Prognose mehr, sondern bittere Realität auf jeder Baustelle. Doch das Problem beginnt nicht erst in den Betrieben – es beginnt viel früher, in den Klassenzimmern.
Unsere Betriebe suchen seit Jahren händeringend Lehrlinge. Gleichzeitig berichten sie mir unisono, dass immer mehr Jugendliche mit spürbaren Defiziten in Deutsch, Mathematik und technischem Verständnis in die Ausbildung starten. Dazu kommen fehlende handwerkliche Grundfertigkeiten und oft wenig Eigenverantwortung.
Unsere Ausbildungsbetriebe werden dadurch zunehmend zu Nachhilfeinstituten. Sie sollen einen Beruf vermitteln, müssen aber zuerst Grundlagen nachholen, die längst vorhanden sein sollten. Das kostet Zeit und Geld – und irgendwann vielen Betrieben schlicht die Motivation, überhaupt noch auszubilden.
Nein zum Verlust der Ausbildungsbetriebe
Es sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die unsere Lehrlingsausbildung tragen. Genau diese Betriebe kämpfen aber mit steigenden Kosten, wachsendem Betreuungsaufwand und immer neuen gesetzlichen Auflagen.
Wer heute ausbildet, übernimmt Verantwortung für die Zukunft unseres Landes. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass genau jene bestraft werden, die sich engagieren: mehr Dokumentation, mehr Haftung, mehr Vorschriften – aber kaum echte Unterstützung. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.
Während unsere Betriebe um jeden einzelnen Lehrling kämpfen, produziert die Politik unentwegt neue bürokratischen Pflichten. Ob nationale Regelungen oder europäische Vorgaben – der Aufwand wächst.
Qualität erhalten, Bürokratie abbauen
Selbstverständlich braucht es Arbeitsschutz und faire Rahmenbedingungen, daran gibt es keinen Zweifel. Aber zwischen sinnvollen Regeln und überbordender Bürokratie liegt ein gewaltiger Unterschied. Jede Stunde, die ein Unternehmer am Schreibtisch verbringt, fehlt auf der Baustelle, bei den Kundinnen und Kunden oder in der Ausbildung junger Menschen. Wer den Fachkräftemangel ernst nimmt, muss endlich auch den Bürokratieabbau ernst nehmen. Denn gute Handwerksarbeit ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Ausbildung, Erfahrung und unternehmerischer Kompetenz – und Österreich ist international für seine gute Handwerksarbeit bekannt.
Diese hohe Kompetenz gilt es auch in der Zukunft zu erhalten: Wer die Anforderungen an den Gewerbezugang senkt, schafft keine Entlastung, sondern öffnet Pfusch, Qualitätsverlust und unfairem Wettbewerb Tür und Tor. Das schadet am Ende allen: den Betrieben, den Kundinnen und Kunden und dem Wirtschaftsstandort Österreich insgesamt.
Es braucht endlich einen Kurswechsel
Wir müssen wieder lernen, Leistung wertzuschätzen. Eine Lehre ist keine Ausbildung zweiter Klasse, sondern für sehr viele junge Menschen der beste Weg in ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben. Handwerk schafft Werte, sichert Arbeitsplätze und hält unser Land am Laufen.
Dafür braucht es drei Dinge: eine Schule, die grundlegende Kompetenzen tatsächlich vermittelt. Betriebe, die beim Ausbilden unterstützt statt ausgebremst werden. Und eine Politik, die den Mut aufbringt, Bürokratie abzubauen, anstatt ständig neue Hürden zu errichten.
Denn eines ist sicher: Über Wohnbau, Klimaschutz und Infrastruktur zu reden, ist einfach. Die Menschen auszubilden, die all das tatsächlich umsetzen, ist die eigentliche Zukunftsaufgabe unserer Zeit. Und genau dort entscheidet sich, ob Österreich auch morgen noch ein starker Wirtschafts- und Handwerksstandort bleibt.
Unsere Betriebe suchen seit Jahren händeringend Lehrlinge. Gleichzeitig berichten sie mir unisono, dass immer mehr Jugendliche mit spürbaren Defiziten in Deutsch, Mathematik und technischem Verständnis in die Ausbildung starten. Dazu kommen fehlende handwerkliche Grundfertigkeiten und oft wenig Eigenverantwortung.
Unsere Ausbildungsbetriebe werden dadurch zunehmend zu Nachhilfeinstituten. Sie sollen einen Beruf vermitteln, müssen aber zuerst Grundlagen nachholen, die längst vorhanden sein sollten. Das kostet Zeit und Geld – und irgendwann vielen Betrieben schlicht die Motivation, überhaupt noch auszubilden.
Nein zum Verlust der Ausbildungsbetriebe
Es sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die unsere Lehrlingsausbildung tragen. Genau diese Betriebe kämpfen aber mit steigenden Kosten, wachsendem Betreuungsaufwand und immer neuen gesetzlichen Auflagen.
Wer heute ausbildet, übernimmt Verantwortung für die Zukunft unseres Landes. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass genau jene bestraft werden, die sich engagieren: mehr Dokumentation, mehr Haftung, mehr Vorschriften – aber kaum echte Unterstützung. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.
Während unsere Betriebe um jeden einzelnen Lehrling kämpfen, produziert die Politik unentwegt neue bürokratischen Pflichten. Ob nationale Regelungen oder europäische Vorgaben – der Aufwand wächst.
Qualität erhalten, Bürokratie abbauen
Selbstverständlich braucht es Arbeitsschutz und faire Rahmenbedingungen, daran gibt es keinen Zweifel. Aber zwischen sinnvollen Regeln und überbordender Bürokratie liegt ein gewaltiger Unterschied. Jede Stunde, die ein Unternehmer am Schreibtisch verbringt, fehlt auf der Baustelle, bei den Kundinnen und Kunden oder in der Ausbildung junger Menschen. Wer den Fachkräftemangel ernst nimmt, muss endlich auch den Bürokratieabbau ernst nehmen. Denn gute Handwerksarbeit ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Ausbildung, Erfahrung und unternehmerischer Kompetenz – und Österreich ist international für seine gute Handwerksarbeit bekannt.
Diese hohe Kompetenz gilt es auch in der Zukunft zu erhalten: Wer die Anforderungen an den Gewerbezugang senkt, schafft keine Entlastung, sondern öffnet Pfusch, Qualitätsverlust und unfairem Wettbewerb Tür und Tor. Das schadet am Ende allen: den Betrieben, den Kundinnen und Kunden und dem Wirtschaftsstandort Österreich insgesamt.
Es braucht endlich einen Kurswechsel
Wir müssen wieder lernen, Leistung wertzuschätzen. Eine Lehre ist keine Ausbildung zweiter Klasse, sondern für sehr viele junge Menschen der beste Weg in ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben. Handwerk schafft Werte, sichert Arbeitsplätze und hält unser Land am Laufen.
Dafür braucht es drei Dinge: eine Schule, die grundlegende Kompetenzen tatsächlich vermittelt. Betriebe, die beim Ausbilden unterstützt statt ausgebremst werden. Und eine Politik, die den Mut aufbringt, Bürokratie abzubauen, anstatt ständig neue Hürden zu errichten.
Denn eines ist sicher: Über Wohnbau, Klimaschutz und Infrastruktur zu reden, ist einfach. Die Menschen auszubilden, die all das tatsächlich umsetzen, ist die eigentliche Zukunftsaufgabe unserer Zeit. Und genau dort entscheidet sich, ob Österreich auch morgen noch ein starker Wirtschafts- und Handwerksstandort bleibt.
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