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Organisationskultur und Organisationsführung -​ EFQM Modell Kriterium 2

Das Kriterium 1 des EFQM Modells beschäftigt sich mit den Themen Organisationskultur und Organisationsführung. Wie werden diese definiert?

Organisationskultur: Unter Organisationskultur werden die Werte und die Verhaltensnormen einer Organisation verstanden, die ihre Mitarbeitenden und Gruppen in der Organisation teilen und die im Laufe der Zeit sowohl ihr Verhalten untereinander als auch gegenüber den für Zweck, Vision und Strategie wichtigen Interessengruppen außerhalb der Organisation prägen.

Organisationsführung: Im Sinne des EFQM Modells wird darunter eine Tätigkeit in einer Rolle, nicht zwingend eine hierarchische Position und Funktion, verstanden. Organisationsführung bezieht sich nicht nur auf eine Person oder eine Gruppe, die von oben die Richtung vorgibt, sondern auf die Organisation als Ganzes.

Ansprüche des EFQM Modells an die Organisationsführung und -kultur
Welche Ansprüche stellt das EFQM Modell an die Organisationsentwicklung? Welche Bedeutung haben die Inhalte des EFQM Modells für die Organisationskultur und -führung?

Ein wichtiges Element des EFQM Modells ist ein langfristiger, auf Interessengruppen gerichteter Blickwinkel. Das bedeutet, dass alle Interessengruppen in die Kulturarbeit und -umsetzung eingebunden werden sollen.

Wichtige Interessengruppen der Organisation werden ausgewogen berücksichtigt: Kunden, Mitarbeitende, Eigentümer, Aufsichtsbehörden, Gesellschaft, Partner und Lieferanten.

Die im EFQM Modell wichtige Komponente der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge gilt auch für die Ausrichtung der Organisationskultur – obwohl tiefere Aspekte der Kultur nur mittelfristig veränderbar sind gilt es, sich aktiv für die im Sinne der Ausrichtung gewünschte Richtung einzusetzen.

Das EFQM Modell basiert auf europäischen Werten und UN Prinzipien (wie z.B. den Sustainable Development Goals). Für die Gestaltung der Organisationskultur sollte man daher zuerst sein Ecosystem begreifen: Wer sind meine Interessengruppen? Wie schaut der Markt aus? Wie ist mein globales Umfeld gestaltet? Die Organisationskultur sollte dann nicht nur von der ökonomischen, sondern auch unter Betrachtung einer ökologischen und sozialen Perspektive bearbeitet werden. Führungskräfte im EFQM Modell sollen Vorbilder (für Excellence) sein bzw. Vorbilder fördern.

Ein „exzellenter" Führungsstil ist weniger hierarchisch geprägt, sondern durch mehr Zusammenarbeit, idealerweise eine Kombination aus Top-down und Bottom-Up-Ansätzen. Es gibt weniger Anweisung und Kontrolle und dafür mehr Ermächtigung.

Diversität in der Zusammenarbeit bringt Vorteile. In verschieden Teilen der Organisation können unterschiedliche „Sub-Kulturen" bestehen: Nehmen Sie die Buntheit an und lernen Sie daraus

Das Tagesgeschäft und gleichzeitig Transformation erfolgreich umzusetzen - diese Dualität (bzw. Beidhändigkeit) gilt auch für Organisationskultur: Schaffen Sie dafür einen Rahmen und stellen Sie dann die Umsetzung sicher.

Eine kreative, innovative - auch disruptive – Grundeinstellung sollte Teil der Organisationskultur sein. Gemeinsames Tun (Co-Creation) anstatt einer Gewinner-Verlierer-Mentalität. Binden Sie die (Interessen-)Partner aus dem Ecosystem für gemeinsame Aktivitäten ein.

Nehmen Sie eine holistische Perspektive ein und sehen Sie die Organisation als Ganzes. Verstehen Sie Organisationskultur als prägenden Rahmen – mit sichtbaren und unsichtbaren Teilen.

Kulturarbeit kann nicht verordnet werden, es ist ein unsicherer Prozess, der nur teilweise gesteuert werden kann. Daher ist es notwendig, die Organisation als ein wandlungsfähiges, komplexes aber nicht mechanistisches System zu begreifen.

Unter www.staatspreis.com/bewertung können Sie das EFQM Modell downloaden.

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