Sonntag, Oktober 25, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Alexander Kuchar, CTO bei der A1 Group, über aktuelle Industrietrends und Zentralisierungen bei A1.

KI verändert unsere Arbeit
Alexander Kuchar ist CTO der A1 Group. (Foto: Renee del Missier)

Welche Themen waren für Sie heuer beim Mobile World Congress in Barcelona besonders stark vertreten?

Alexander Kuchar: Der Kongress hat gezeigt, wie sehr KI ein zentraler Bestandteil der Technologiebranche geworden ist. Besonders beeindruckend ist es zu sehen, wie stark KI bereits in den Kernprozessen von Unternehmen verankert ist. Es geht nicht mehr nur um einzelne Use-Cases, sondern um die Frage, wie KI die gesamte IT-Landschaft und die Art, wie wir arbeiten, verändert.

Ein weiteres Thema war Agentic AI, also KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben übernehmen können. Das wirft neue Fragen auf: Soll man bestehende IT-Systeme aufräumen oder KI-Agenten einsetzen, um mit unübersichtlichen oder veralteten Strukturen umzugehen? Die Technologie ist mittlerweile so weit, dass sie in vielen Fällen eine echte Alternative zum klassischen IT-Redesign bietet.

Auch war die digitale Souveränität ein zentraler Diskussionspunkt. Unternehmen suchen nach Alternativen zu den großen Plattformherstellern, um unabhängiger und flexibler zu sein. Lösungen wie Exoscale zeigen, wie souveräne Cloud-Infrastrukturen den Anforderungen europäischer Kunden gerecht werden. Die Frage ist nicht mehr, ob man in die Cloud geht, sondern wie man es schafft, dabei Kontrolle und Wahlfreiheit zu behalten.

Wie positioniert sich A1 als IKT-Provider jenseits der klassischen Telekommunikation?

Kuchar: Unser Kerngeschäft bleibt Mobilfunk, Festnetz und TV, aber wir wachsen stark im Nicht-Kerngeschäft, das mit mehr als einer halben Milliarde Euro mittlerweile gut zehn Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Im B2B-Bereich bieten wir umfassend IT-Services in Bereichen wie Security und Cloud – und auch Lösungen für den Bereich Energie an. Dazu gehören auch KI-Lösungen und Partnerschaften mit Unternehmen wie Oracle, um lokale Cloud-Angebote zu stärken. Unser Ziel ist es, Unternehmen zu entlasten, damit sie sich auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren können.

Welche Rolle spielt KI dabei?

Kuchar: Bei der A1 Group ist KI kein Zukunftsthema mehr, sondern im Kern unserer Prozesse verankert. Wir nutzen KI in über hundert Einsatzbereichen: von der Echtzeit-Analyse von Gesprächen im Callcenter – bei ausdrücklicher Zustimmung unserer Kund*innen – bis hin zu automatisierten Kundendialogen. Die Technologie ist so weit, dass wir KI-Agenten einsetzen können, die mit Kunden zu interagieren und um die Servicequalität zu verbessern.

Wie verändert KI generell die IT-Landschaft von Unternehmen?

Kuchar: Viele Unternehmen stehen vor der Frage, ob sie ihre IT-Landschaft aufräumen oder KI-Agenten einsetzen sollen, um Legacy-Systeme weiter nutzen zu können. Nicht jedes Problem lässt sich mit KI lösen, aber in vielen Fällen kann sie helfen, unübersichtliche oder veraltete Systeme zu überbrücken. Das spart Zeit und Kosten, ohne dass man sofort alles neu aufbauen muss. Besonders spannend ist, dass KI-Agenten nicht nur Prozesse automatisieren, sondern auch komplexe Aufgaben übernehmen können – die Analyse von Kundendaten zum Beispiel oder die Unterstützung bei der Softwareentwicklung.

Welche Rolle spielt die Cloud-Migration für Unternehmen?

Kuchar: Die Migration in die Cloud ist kein einfacher Lift-and-Shift-Prozess mehr. Unternehmen müssen ihre Anwendungen und Prozesse „cloud ready“ gestalten, um die Vorteile der Cloud voll auszuschöpfen. Das bedeutet, dass sie ihre IT-Architektur anpassen und lernen müssen, Ressourcen effizient zu nutzen. Wir sehen, dass viele Unternehmen noch zögern, weil sie befürchten, bestehende Investitionen in Hardware zu verlieren. Doch die Cloud bietet nicht nur Flexibilität, sondern auch die Möglichkeit, Kosten zu optimieren und schneller auf Marktveränderungen zu reagieren.

A1 hat auch Organisationsteile verändert. Warum werden Services zentralisiert?

Kuchar: Wir haben unsere Kräfte in Competence Delivery Centern gebündelt. Statt in jedem Land eigene Lösungen zu entwickeln, arbeiten wir jetzt länderübergreifend zusammen. Das ermöglicht uns, Know-how für alle aufzubauen, die Qualität unserer Dienstleistungen zu steigern und schneller auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Die Zentralisierung ermöglicht es uns, Skaleneffekte zu nutzen und gleichzeitig lokale Expertise zu stärken. Das ist besonders wichtig, weil die Nachfrage nach IKT-Lösungen steigt und Unternehmen zunehmend komplexere Anforderungen haben. Durch die Bündelung unserer Kräfte können wir auch in Märkten wachsen, in denen wir keine eigenen Telekommunikationsnetze betreiben – etwa in Spanien oder der Schweiz.

Wie reagieren Kunden auf diese Verlagerung von Services ins Ausland?

Kuchar: Es ist wichtig zu betonen, dass die direkten Ansprechpartner für die Kunden in Österreich bleiben. Aus der internen Support-Erfahrung weiß ich, dass es durch den Aufbau und die Bündelung von Ressourcen tatsächlich schneller und besser wird. Zentralisiert werden nur jene Aufgaben, die hinter den Kunden passieren. Wir haben damit eine Stärke im Service wie nie zuvor. Ich bin überzeugt, dass wir hier am richtigen Weg sind.

Firmen | News

Nagarro
22 Oktober 2026
Firmen | News
Zwölf Unternehmen haben es ins Finale der Innovation Challenge 2026 powered by Nagarro geschafft. Beim Pitch Day am 16. Oktober präsentierten die Finalisten ihre Innovationsideen einer interdisziplinären Expertenjury. Im Mittelpunkt der diesjährigen ...
Salesforce
21 Oktober 2026
Firmen | News
Mit dem Agentblazer Award rückt Salesforce herausragende Organisationen ins Rampenlicht, die Innovation aktiv vorantreiben und zeigen, wie sich Effizienz und Fortschritt durch den gezielten Einsatz von KI neu definieren lassen. In jeder Branche gibt ...
Firmen | News
20 Oktober 2026
Firmen | News
Wie können Unternehmen ihre IT-Landschaften zukunftssicher gestalten? „Innovations to Success – Unlocking Tomorrow 2027" am 22. Oktober 2026 im Messezentrum Salzburg gibt dazu konkrete Impulse. Die Business- & Technology-Conference des IT-Dienstl...
Firmen | News
20 Oktober 2026
Firmen | News
Die Energiewende wird meist in großen Kategorien verhandelt. Es geht um Windparks, Pumpspeicher, Hochspannungstrassen und Wasserstoff für die Industrie. Daneben wächst ein zweiter, leiserer Strang: die dezentrale Stromerzeugung in Privathaushalten. K...

Populär

In New York werden ungenutzte Luftrechte zu handelbarem Baupotenzial. So können neue Baukörper über oder neben bestehenden Gebäuden entstehen. Foto: REPORT/Eva Flatscher

Haus über Haus: Wie New York mit Luftrechten baut

In New York wird nicht nur mit Grundstücken gehandelt, sondern auch mit dem...
Luftaufnahme des Knauf-Standorts in Ferndorf in Kärnten mit Produktionshallen, Bahntrasse sowie angrenzenden Feldern und Gewässern.

Knauf investiert 30 Millionen Euro in Recyclinganlage

In Ferndorf in Kärnten entsteht eine neue Recyclinganlage für Glas- und...
Batterieelektrische Scania-Zugmaschine in Dreiviertelansicht.

Langstrecke unter Strom

Scania will batterieelektrische Lkw stärker für längere Strecken einsetzen....
Buchcover: Homo Universus von Matthias Strolz
Cover: Edition Platin

Homo Strolzus

Matthias Strolz widmet sich in „Homo Universus“ den großen Fragen des...
Gruppenbild Studierende mit Michael Nowak vor der verbotenen Stadt

Studierende tauchten in Chinas Tech-Welt ein

Das Bildungsprogramm „Seeds for the Future“ fand in diesem Jahr zum zwölften...
Gespräch am Tisch im Businessumfeld

Umfrage: Wie gut sind Unternehmen auch kommunikativ auf NIS2 vorbereitet?

Am 1. Oktober 2026 tritt in Österreich die NIS2-Richtlinie in Kraft. Damit...