Friday, June 19, 2026

Mehrwert für Manager

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Beim Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongress (ÖGWK) wurden Ergebnisse der Studie „Der Bruttonutzen von Digital Healthcare entlang der Patient Journey – primärdatenbasierte Evidenz zu Effizienzgewinnen“ vorgestellt. Die Studie wurde vom Competence Center Digital Healthcare by MP2 IT-Solutions initiiert und gemeinsam mit Economica durchgeführt. 

Manfred Pascher, Gerlinde Macho und Christian Helmenstein. (Foto: Leadersnet/Stowasser)

Die Studie analysiert erstmals österreichweit den konkreten Nutzen digitaler Gesundheitslösungen entlang der gesamten Patient Journey. Ziel ist es, evidenzbasierte Grundlagen für Entscheidungen im Gesundheitswesen zu schaffen, denn Digitalisierung geschieht nicht um ihrer selbst willen. Die Studie macht sichtbar, welchen Beitrag Digitalisierung derzeit zur Effizienzsteigerung, Qualitätsverbesserung und Entlastung von Gesundheitsberufen leistet.

Die Digital Patient Journey beschreibt den gesamten Weg von Patient:innen durch das Gesundheitssystem – von der Wahrnehmung erster Symptome über Information, Terminvereinbarung, Diagnose, Behandlung und Entlassung bis hin zur Nachbetreuung. Im Mittelpunkt stehen digitale Technologien wie Online-Portale, elektronische Gesundheitsakten, digitale Kommunikation, Apps oder KI-gestützte Anwendungen, die Prozesse verbessern, Services bieten und Patient:innen stärker einbinden.

Die Studienergebnisse zeichnen das folgende Bild: Digitalisierung ist im österreichischen Gesundheitswesen bereits angekommen und erzielt klar messbare Effekte.  Durchschnittliche Zeiteinsparungen von 52 bis 62 Prozent pro digital-unterstützter Aufgabe sowie deutliche Reduktionen von Medienbrüchen, Dokumentationsfehlern und redundanten Arbeitsschritten verdeutlichen den Nutzen digitaler Lösungen. Zu den zentralen Ergebnissen zählen: Elektronische Verordnungen und elektronische Patientenakten (in 83 % bzw. 79 % der Einrichtungen im Einsatz) sind nahezu Standard. Besonders großer Digitalisierungsbedarf besteht künftig in den Bereichen Kommunikation während des Aufenthalts sowie bei der Nachbetreuung. Rund 90 Prozent der Einrichtungen berichten über weniger Doppelerfassungen und redundante Arbeitsschritte durch Digitalisierung.

Weiters nahm die Arbeitsbelastung für das Personal nahm durch Digitalisierung in 80 % der Einrichtungen ab. Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit nahm in 57 % bzw. 67 % der Einrichtungen zu. Die größten Herausforderungen der weiteren Digitalisierung bestehen weniger auf der strategischen als auf der operativen Ebene, bspw. aufgrund fehlender personeller Ressourcen, von Budgetrestriktionen und der Akzeptanz bei Patient:innen.

Wissenschaftlich begleitet wird die Studie von Christian Helmenstein von Economica und seinem Team. Er präsentierte die Studienergebnisse und betonte dabei: „Vor dem Hintergrund eines bis 2050 prognostizierten Mehrbedarfs von rund 196.500 Pflege- und Betreuungspersonen bei gleichzeitig schrumpfendem Arbeitskräftepotenzial ist die Effizienzsteigerung durch Digitalisierung keine ergänzende Maßnahme, sondern eine strukturelle Voraussetzung zur Aufrechterhaltung des bestehenden Versorgungsniveaus. Die Studie zum Bruttonutzen der Digitalisierung in österreichischen Gesundheitseinrichtungen belegt erstmals evidenzbasiert, dass sowohl das Personal entlastet als auch die Patientenzufriedenheit gesteigert werden können. Zeiteinsparungen von durchschnittlich 52 % bis 62 % in den erfassten Tätigkeitsbereichen, begleitet von messbaren Qualitätseffekten in den Einrichtungen, unterstützen diesen Befund zusätzlich.“

Evidenz als Grundlage für Entscheidungen
MP2-IT-Solutions-Geschäftsführerin Gerlinde Macho betonte die Bedeutung belastbarer Daten und wissenschaftlicher Evidenz für die Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitswesens hinsichtlich Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz und sagte: „Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Wir brauchen Evidenz darüber, wo digitale Lösungen tatsächlich Nutzen stiften, Prozesse verbessern und Menschen entlasten. Genau hier setzt diese Studie an. Sie macht sichtbar, welchen Beitrag Digital Healthcare entlang der gesamten Patient Journey leistet und liefert eine fundierte Grundlage für zukünftige Entscheidungen. Wir haben daher auch gezielt die Befragung auf Seiten der Gesundheitsbetriebe angesetzt. Unser Ziel ist es, Digitalisierung dort voranzutreiben, wo sie den größten Mehrwert für Patient:innen, Fachpersonal und Einrichtungen chafft.“

Die Rolle des Competence Center Digital Healthcare wurde vom Geschäftsführenden Gesellschafter von MP2 IT-Solutions, Manfred Pascher vorgestellt. Er präsentierte die Aktivitäten des Kompetenzzentrums und dessen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung digitaler Transformationsprojekte im Gesundheitswesen.

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