Dienstag, Oktober 06, 2026

Mehrwert für Manager

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Vom 10. bis 13 März finden Wirtschaftskammerwahlen statt. Wir haben die Spitzenvertreter der wichtigsten wahlwerbenden Gruppen zu Wettbewerb, Internationalisierung, Ausbildung und KI befragt.

Kammerwahl 2025
Harald Mahrer ist Präsident des Österreichischen Wirtschaftsbunds.


1. Wie beurteilen Sie die aktuelle Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich und welche Maßnahmen würden Sie prioritär setzen, um diesen zu stärken?

Harald Mahrer, Präsident des Österreichischen Wirtschaftsbunds (Bild oben)

Österreich ist ein starkes Wirtschaftsland mit starken Unternehmen, fleißigen Mitarbeitern und einer stabilen Infrastruktur. Aber in den letzten Jahren sind wir in einigen Bereichen ins Hintertreffen geraten. Hohe Steuern, Bürokratie und steigende Kosten bremsen unsere Betriebe aus. Wenn wir nichts tun, verlieren wir den Anschluss. Unser Fokus liegt darauf, Unternehmen zu entlasten – weniger Steuern, weniger Bürokratie, mehr Anreize für Leistungsträger und Innovation. Ein Handwerksbetrieb, der Lehrlinge ausbildet, soll nicht mit Papierkram überhäuft werden. Ein Start-up, das eine gute Idee hat, soll nicht Monate auf eine Genehmigung warten müssen. Und wer mehr arbeitet, soll auch mehr davon haben. Wir müssen mutiger und entschlossener handeln..

Matthias Krenn, Bundesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft

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Die Vorgängerregierung von ÖVP und Grüne haben uns einen großen Scherbenhaufen hinterlassen. Die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs leidet unter hohen Steuerlasten, steigenden Energiepreisen und einer überbordenden Bürokratie. Um den Standort nachhaltig zu stärken, setzen wir auf die Reduktion der Betriebssteuern und Lohnnebenkosten, um Unternehmen mehr finanziellen Spielraum zu geben. Ein zentraler Hebel ist auch der Bürokratieabbau, etwa durch die Einführung eines Bürokratiechecks für neue Gesetze, um die Verwaltung effizienter zu gestalten. Ergänzend dazu wollen wir gezielte Investitionsanreize schaffen, wie steuerfreie nicht entnommene Gewinne und höhere Investitionsfreibeträge, um Innovation und Wachstum aktiv zu fördern.

Christoph Matznetter, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich

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Die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs steht unter Druck – nicht nur durch die globale Wirtschaftsentwicklung, sondern auch durch strukturelle Schwächen in der heimischen Wirtschaftspolitik. Steigende Energiekosten, überbordende Bürokratie und ein zunehmender Fachkräftemangel setzen insbesondere Klein- und Mittelbetriebe unter Druck. Österreich braucht eine klare wirtschaftspolitische Strategie.
Der SWV setzt dabei auf zwei zentrale Maßnahmen:
1. Faire Rahmenbedingungen für KMU statt Entlastungen für Großkonzerne.
2. Fachkräfteausbildung modernisieren, anstatt den Arbeitsmarkt mit prekärer Zuwanderung zu regulieren. Weiterbildung massiv ausbauen, um qualifizierte Arbeitskräfte bereitzustellen.

2. Welche konkreten Schritte plant Ihre Fraktion, um Klein- und Mittelbetriebe (KMU) im zunehmend herausfordernden internationalen Umfeld zu unterstützen?

Harald Mahrer

Unsere KMU sind das Rückgrat unserer Wirtschaft – sie schaffen Arbeitsplätze und Wohlstand. Aber sie stehen unter Druck: steigende Energiekosten, Arbeitskräftemangel und eine überbordende Bürokratie, die immer mehr Zeit frisst. Ein Unternehmer, der mit voller Leidenschaft sein Unternehmen führt, soll nicht seine Zeit damit verbringen müssen, unnötige Formulare auszufüllen, anstatt sich um seine Kunden oder neue Ideen zu kümmern.
Wir setzen deshalb auf konkrete Entlastungen: Niedrigere Steuern- und Abgaben! 


Matthias Krenn

Die Freiheitliche Wirtschaft setzt auf umfassende Entlastungen und Vereinfachungen für KMU, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Bürokratieabbau, etwa durch die Einführung eines »One-Stop-Shops« für Betriebsanlagengenehmigungen und die Digitalisierung von Verfahren. Die Senkung von Lohnnebenkosten und Gebühren sind zentral. Ergänzend setzen wir auf die Förderung der Fachkräftesicherung durch die Einführung der Gewerbe- und Handwerksschulen.


Christoph Matznetter

KMU sind das Herz der österreichischen Wirtschaft, doch die aktuelle Wirtschaftspolitik benachteiligt sie gegenüber Großunternehmen und internationalen Plattformen. Der SWV setzt sich für eine Wirtschaftspolitik ein, die KMU in den Mittelpunkt stellt, statt sie mit Bürokratie und steigenden Abgaben zu belasten.
Unsere zentralen Forderungen: Bürokratieabbau, faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber internationalen Plattformen, leichterer Zugang zu Finanzierungen und Förderungen.

3. Welche Strategien verfolgen Sie, um die duale Ausbildung und den Fachkräftenachwuchs langfristig zu sichern und auszubauen?

Harald Mahrer

Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell, das wir sichern und modernisieren müssen. Dazu müssen wir einerseits Lehrinhalte und Berufsbilder an aktuelle Anforderungen der Digitalisierung und neuer Technologien anpassen. Andererseits müssen wir die Lehre attraktiver gestalten, indem wir Karrieremöglichkeiten besser aufzeigen, Betriebe entlasten und das Image der Lehre stärken.


Matthias Krenn

Um dem Fachkräftemangel im Handwerks- und Gewerbesektor entgegenzuwirken, setzen wir auf innovative Bildungsansätze. Ein zentrales Projekt ist die Einführung der Gewerbe- & Handwerks-Mittelschule, die darauf abzielt, für handwerkliche Berufe zu begeistern und praxisnah auszubilden. Wir brauchen also bessere Berufsorientierung in den Schulen – nicht nur Theorie, sondern echte Praxis.


Christoph Matznetter

Der Fachkräftemangel ist eine der größten Bedrohungen. Wir müssen:
1. Lehrberufe an die Realität der modernen Wirtschaft anpassen.
2. Ausbildung flexibilisieren durch betriebliche Kooperationen.
3. Bessere finanzielle Absicherung für Lehrlinge .
4. Lehre und akademische Bildung durchlässig machen.


4. Wie möchten Sie die Wirtschaftskammer als Interessenvertretung agiler und zukunfts­orientierter gestalten, insbesondere in Hinblick auf Digitalisierung und KI?

Harald Mahrer

Bei der Digitalisierung müssen wir schneller und flexibler werden. Nur so können wir international wettbewerbsfähig bleiben und Chancen aktiv nutzen. Wir wollen Unternehmen bei ihrer Weiterentwicklung unterstützen – mit digitalen Assistenten, die Informationsangebote und Fördermöglichkeiten aufzeigen, oder mit einer App, über die Unternehmen einfach Anträge stellen können.


Matthias Krenn

Unsere Vision der »Wirtschaftskammer neu« umfasst zwei zentrale Maßnahmen: Erstens die Entparteipolitisierung der Kammer. Zweitens die aktive Förderung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Dazu zählen Investitionen in KI-Forschung, die Entwicklung moderner digitaler Bildungsangebote und die Nutzung von KI, um interne Abläufe effizienter und transparenter zu gestalten.

Christoph Matznetter

Die Wirtschaftskammer muss sich vom Verwaltungsapparat zur echten Interessenvertretung der Betriebe wandeln. Der SWV setzt auf eine effizientere, digitalere und demokratischere WKO:
1. Mehr Mitspracherecht für Betriebe.
2. Digitale Verwaltungsabläufe für eine moderne Kammer.
3. Gezielte Schulungen für KMU zur Nutzung von KI und digitalen Tools.

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