Tuesday, March 24, 2026

Mehrwert für Manager

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Von wegen Freunderlwirtschaft: Wenn eine Hand die andere wäscht, dient das letztlich doch nur der allgemeinen Sauberkeit. Ein Reality Check von Rainer Sigl. Die Satire im Report.

Bild: iStock

Mein Gott, wie sich jetzt alle wieder wegen der Epstein-Sache aufpudeln. Nicht falsch verstehen: das mit dem Mädchenhandel, den Entführungen, den Vergewaltigungen, der Pädophilie, der sexuellen Ausbeutung, der Kinderpornografie, den Erpressungsversuchen und den Kontakten zu diversen Geheimdiensten – eh uncool.

Aber dass einem erfolgreichen, einflussreichen und überaus charismatischen Geschäftsmann jetzt posthum ein Strick daraus gedreht werden soll, dass er über all das hinaus auch ein genialer Netzwerker war, geht dann doch ein bisschen zu weit.

Weil: Beziehungen von Menschen untereinander – persönliche, freundschaftliche, mal mehr, mal weniger bekleidet – machen diese unsere Welt doch eigentlich erst lebenswert und stellen sicher, dass alles überhaupt funktioniert. Wer würde nicht lieber mit Freunden Geschäfte machen als mit Fremden? Wer trachtet nicht danach, seine geschäftlichen, aber auch politischen Ideen mit Menschen zu verwirklichen, die man von diversen gesellschaftlichen Anlässen, Verwandtschaftstreffen oder, was weiß ich, vom Törggelen kennt? Nix Korruption, nix Verschwörung, nix abgehobene Milliardärs- und Millionärskaste, die sich außerhalb der normal geltenden Gesetze der Gesellschaft wähnt: Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, das es gibt auf der Welt!

Soll man jetzt etwa pauschal alle Menschen verurteilen, die im E-Mail-Verkehr eines bestens vernetzten Society-Genies vorkommen? Das hieße doch wohl, das sexy Kind mit dem Dampfbad ausschütten! … Wie bitte? Okay, das war vielleicht unglücklich formuliert. Jedenfalls: Wer niemals E-Mail-Kontakt mit einem vorbestraften, gutaussehenden, rechtsextreme Projekte vorantreibenden und moralisch abgründigen Milliardär gehabt hat, der werfe den ersten Stein!

Weil, ganz ehrlich: Wer nicht in den Epstein-Files ist, ist halt einfach nix. So ist die Welt, auch wenn das moralinsaure, lustfeindliche, verbitterte Linkslinke und ähnliche wirtschaftlich letztlich völlig erfolglose Weltverbesser*innen nicht wahrhaben wollen. Ich sag’s: In Wirklichkeit sind die alle nur neidisch, dass sie niemand auf die luxuriöse, hinreißend verruchte und damit irgendwie auch aufregend romantische Partyinsel eingeladen Schrägstrich verschleppt hat. So ist das halt, wenn man als Mann erfolglos oder als Frau zu übergewichtig, zickig oder jenseits der 22 ist.

Mit anderen Worten: Es gibt nix zu sehen. Gehen Sie weiter.

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