Wer bezahlt die Ökologisierung?
Die Forderung nach einer Dekarbonisierung der Gesellschaft bis 2050 oder gar 2040 ist schnell zu Papier gebracht. Nicht nur in der Baustoffindustrie sind Investitionszeiträume von 20 Jahren aber keineswegs eine Seltenheit, was derartige Forderungen dann durchaus sportlich erscheinen lässt. Insbesondere wenn sich die Rahmenbedingungen im 4-5-Jahresrhythmus ändern.
Ist der Markt bereit?
Ist der Markt bereit?
Es braucht daher stabile Rahmenbedingungen für Investitionen in klimafreundliche Technologien und nicht nur politische Forderungen. Will man beispielsweise die Produktion eines Baustoffs auf neue klimafreundliche Verfahren umstellen, sind einige Punkte mit einzukalkulieren. Erstens kommt es in der Phase des Umbaus zu Produktionsausfällen – leider verzeiht der Markt den Ausfall über mehrere Wochen schlichtweg nicht. Hat man dann die Produktionsanlage umgestellt, sind die Investitionskosten und mögliche höhere Produktionskosten auf das Produkt umzulegen, will man betriebswirtschaftlich nicht fahrlässig agieren. Dann stellt sich aber die Frage, ob der Markt auch bereit ist, für dieses »klimafreundlichere« Produkt den höheren Preis zu bezahlen. Noch dazu in einem Bereich, in dem der jüngere Teil der Gesellschaft versucht, sein Grundbedürfnis »Wohnen« zu stillen und dabei meist jeden Euro dreimal umdreht.
Umstellung braucht Zeit
Umstellung braucht Zeit
Es ist unbestritten, dass es neue Lösungen braucht. Die Baustoffindustrie geht diesen Weg auch mit und stellt sich den Herausforderungen. Aber es braucht für den Umstieg stabile und faire Rahmenbedingungen sowie politische Unterstützung, um mit noch klimafreundlicheren Produkten am Markt zu reüssieren. Die Umstellung von Produktionsprozessen braucht schlichtweg Zeit und hängt von vielen Faktoren und Dynamiken ab, die sich eben nicht mit einem Federstrich am Papier lösen lassen.
Offene Worte
Offene Worte
Und eines muss uns allen Beteiligten klar sein: Die Industrie wird die Ökologisierung zwar vorfinanzieren müssen, die Zeche am Ende bezahlt aber der Kunde oder besser gesagt die Gesellschaft. Es wäre daher nur allzu fair, diesen Umstand auch zu kommunizieren, wenn man neue Lösungen im unbestritten notwendigen Kampf gegen den Klimawandel einfordert
Stay Informed
When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.
About the author
Andreas Pfeiler ist seit 1. Jänner 2012 Geschäftsführer des Fachverbands Steine-Keramik in der Wirtschaftskammer. www.baustoffindustrie.at
By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/
Firmen | News
Firmen | News
05 August 2026
Ein Gastkommentar von Manuela Mohr-Zydek, Country Managerin Salesforce Austria Die anhaltenden Spekulationen über einen möglichen Wegfall von Einstiegsjobs durch KI sorgen dafür, dass viele junge Berufstätige dem Beginn ihrer Karriere mit Unsicherhei...
Nagarro
31 Juli 2026
Die Einreichung für die Nagarro Innovation Challenge 2026 läuft noch bis 18. September. Unternehmen haben die Chance, ihre vielversprechendsten Digitalisierungs- und KI-Ideen von Expert:innen bewerten zu lassen und die besten als Proof of Concept im ...
Firmen | News
29 Juli 2026
Die Welt von VMware ist im Umbruch – mit anderen Lizenzmodellen, einem neuen Partnerprogramm und einem konsolidierten Portfolio. Axians ist in Österreich Pionier der Virtualisierungsplattform und begleitet Unternehmen auch künftig von der Lizenzierun...
Vertiv
23 Juli 2026
Die Investition steigert die Produktion von Kältemaschinen, die Testkapazitäten und die Beschäftigungsmöglichkeiten am Standort Vertiv, ein weltweit führender Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, gibt Investitionen zur Erweiterung der Fer...
Neue Blog Beiträge
03 August 2026
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der KI-Verordnung. In Zeitungen, Newslettern und LinkedIn-Postings liest man dazu einen Satz, der eingängig klingt und trotzdem falsch ist: Ab jetzt müsse alles gekennzeichnet werden, was mit kü...
29 Juli 2026
Warum die meisten Organisationen KI einführen und trotzdem alles beim Alten lassen. 1890 kauften Fabrikbesitzer den Elektromotor. Sie stellten ihn dorthin, wo vorher die Dampfmaschine gestanden hatte. Die Produktivität stieg um null Prozent, und das ...
24 Juli 2026
500 Milliarden fließen dieses Jahr in KI. Die Produktivitätskurve zuckt kaum. Irgendwo dazwischen sitzt der Fehler — und er sitzt nicht im Chip. 1987 sagte der Ökonom Robert Solow einen Satz, der bis heute hält: Man sehe das Computerzeitalter überall...