Freitag, Juli 03, 2026

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Bau | Immobilien

Die österreichische Zementindustrie hat 2025 ihre Produktion leicht gesteigert und gleichzeitig ihre CO₂-Effizienz weiter verbessert. Mit einer CO₂-Intensität von nur noch 467 kg CO₂ pro Tonne Zement wurde der bereits international führende Wert des Vorjahres nochmals deutlich unterboten.

Der neue VÖZ-Präsident Heimo Berger mit Geschäftsführer Sebastian Spaun.

Bild: Der neue VÖZ-Präsident Heimo Berger mit Geschäftsführer Sebastian Spaun.

Die österreichischen Zementwerke produzierten 2025 insgesamt 4,529 Mio. Tonnen Zement, ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund der höheren Klinkerproduktion stiegen damit die absoluten CO₂-Emissionen auf 2,135 Mio. Tonnen (+2,6 Prozent). Für die Bewertung des Fortschritts bei der Transformation gilt jedoch die CO₂-Intensität als zentrale Kennzahl, da sie die Emissionen in Relation zur produzierten Menge abbildet. Mit nur 467 kg CO₂ je Tonne Zement gehört die heimische Produktion zu den emissionsärmsten weltweit.
„Die österreichische Zementindustrie hat ihre Hausaufgaben gemacht und investiert seit Jahren hunderte Millionen Euro in Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und innovative CO₂-Abscheidungstechnologien. Mit Erfolg: Lokale Abfallkreisläufe liefern heute die Energie für die Klinkerproduktion, fossile Brennstoffe wurden zu rund 90 Prozent aus den Zementwerken verdrängt. Unsere Leitbetriebe sichern damit die Grundlage moderner Infrastruktur und regionaler Wertschöpfung mit heimischen Rohstoffen, auf kurzen Wegen und mit wachsendem Einsatz von Recyclingstoffen“, sagt Sebastian Spaun, Geschäftsführer der Vereinigung der
Österreichischen Zementindustrie.

Aus Abfall werden neue Rohstoffe
Mit einer Ersatzbrennstoffquote von 88,8 Prozent werden fossile Energieträger weitgehend durch nicht mehr recycelbare Reststoffe ersetzt. Zusätzlich kommen alternative Rohstoffe bei der Klinker- und Zementproduktion zum Einsatz. 25 Prozent der eingesetzten Rohstoffe stammen bereits aus recyceltem Bauschutt alter Gebäude. Insgesamt verwertet die heimische Zementindustrie rund 550 kg Ersatzstoffe pro Tonne erzeugten Zements und schließt damit Stoffkreisläufe auf höchstem Niveau. Die alternativen Brenn- und Rohstoffe stammen
überwiegend aus der Region, ersetzen fossile Ressourcen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Aus Reststoffen entsteht so ein hochwertiger Baustoff für nachhaltiges Bauen und langlebige, robuste Infrastruktur.

Neuer österreichischer Zement spart bis zu einem Drittel CO₂
Mit der neuen klinkerreduzierten Zementsorte CEM II/C setzt die österreichische Zementindustrie einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Baustoffproduktion. Durch die Senkung des Klinkeranteils auf 50 Prozent – dem größten Hebel zur Reduktion der CO₂-Emissionen in der Zementherstellung – lassen sich gegenüber dem österreichischen Durchschnitt bereits heute 34 Prozent CO₂ einsparen. Damit wird der Zielwert der VÖZ-CO₂-Roadmap für 2040 schon jetzt erreicht. Die CO₂-Reduktion erfolgt ohne Einbußen bei Qualität oder Leistungsfähigkeit. Der neue Zement hat die aufwendigen Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen, wird bereits österreichweit produziert und kommt in immer mehr Bauprojekten zum Einsatz – etwa bei der Zentralberufsschule Seestadt Aspern. Um CO₂-arme Baustoffe rascher im Markt zu etablieren, braucht es nun vor allem eine stärkere Nachfrage durch öffentliche Auftraggeber und andere Bauherren.

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Klimazoll wird zur Existenzfrage
„Wir stehen im globalen Wettbewerb – und zwar mit Ländern, die weder vergleichbare Umweltstandards noch CO₂-Kosten haben. Instrumente wie CBAM sind für uns so wichtig wie ein Stück Brot. Bevor Gratiszertifikate auslaufen, muss der EU-Klimagrenzausgleich für Zementimporte einwandfrei funktionieren. Österreich produziert den CO₂-ärmsten Zement weltweit – doch ohne Anpassungen und eine Flexibilisierung im Emissionshandel steht diese Produktion auf dem Spiel“, so der neue VÖZ-Präsident Heimo Berger. Die gute Nachricht ist laut Spaun, dass die Transformation technisch machbar ist. "Wir wissen, was in den Werken zu tun ist – die Herausforderung liegt außerhalb der Werkszäune.“ Die Branche sei bereit zu investieren und bekenne sich klar zu den Klimazielen. "Jetzt ist die Politik
gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Ohne CO₂-Speicher, Pipelines und leistbaren Industriestrom bleiben Nullemissionen bis 2040 ein Wunschtraum.“
Ein Zementwerk, das weder an eine CO₂-Pipeline angeschlossen ist noch über geeignete Speicherstätten – etwa ausgebeutete Erdgas- oder Erdölfelder in unmittelbarer Nähe – verfügt, stehe vor unüberwindbaren Hürden auf dem Weg zur Dekarbonisierung Richtung Nullemissionen.

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