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Mehrwert für Manager

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Am 17. März 2026 diskutierten Expert:innen auf der 8. Enterprise Architecture Management (EAM)-Tagung im Erste Campus Wien, wie EAM in Zeiten technologischer Umbrüche und regulatorischer Anforderungen zur strategischen Steuerung von Unternehmen beiträgt. Im Mittelpunkt standen die Rolle von EAM als Treiber der digitalen Transformation, die Integration neuer Technologien wie KI sowie die Notwendigkeit von Transparenz und agilen Strukturen.

EAM wird zum dynamischen Steuerungsinstrument

„Strategisches EAM ist ein wesentlicher Hebel für die digitalen Transformation, indem es strategische Optionen, mögliche Zielkonflikte und langfristige Auswirkungen von Entscheidungen strukturiert sichtbar macht. Den Mehrwert von einem strategischen EAM soll man nicht erklären müssen – er muss offensichtlich erkennbar sein“, sagt der Berater Jan Michalewicz. Für ihn ist entscheidend, dass Verantwortliche nicht nur reaktiv agieren, sondern als aktiver Gestalter von Transformationsprozessen auftreten können.

Philipp Schneidenbach, Leiter des Competence Center EAM bei dem Digitalisierungsspezialisten Materna, sieht 2026 als „Jahr der digitalen Souveränität“ und warnt: „Neben Abhängigkeiten zu Hyperscalern zeigen sich Brüche in der Governance, Schatten-IT und steigende KI-Nutzung.“ EAM könne hier durch die Verbindung mit Sourcing, Data Governance und dem Themenkomplex Goverance, Risk und Compliance eine ganzheitliche Perspektive bieten, die Unternehmen passende Anknüpfungspunkte ermöglicht.

Ein konkretes Beispiel für moderne Architekturen präsentierten Bernd Brennner und Reinhard Kreuzer von Uniqa. „Traditionelle, monolithische Integrationslösungen können den Erwartungen an Skalierbarkeit, Resilienz und Geschwindigkeit nicht mehr gerecht werden“, erklärt Brennner. Ihre auf Container-Technologien basierende Hybrid-Integrationsplattform ermöglicht eine hochgradige Automatisierung und ortsunabhängige Bereitstellung von Services – von der Infrastruktur im eigenen Haus bis zur Public-Cloud.

Julia Penkner und Karl Jechtl von Engel Austria zeigten, wie ein Dokumentationssystem als „Single Point of Truth“ fungiert. „EAM bietet eine starke Basis für den strukturierten Aufbau eines Enterprise-Wikis und sorgt für klare Begriffe und standardisierte Daten. Mit KI entsteht daraus eine Lösung, die präzise Antworten liefert und klassische LLMs deutlich übertrifft“, sagt Penkner. Das System verknüpft unternehmensweit Informationsquellen und bildet Rollen, Berechtigungen und den Applikations-Lifecycle ab.

Reinhard Kern, Vorstandsmitglied bei der Österreichischen Hagelversicherung und Jürgen Leitner von EFS Consulting setzten auf Transparenz durch eine „Digitalisierungs-Capability-Heatmap“. „Das Mandat des Vorstands war entscheidend, um das Vorhaben von Anfang an mit Fahrt zu versehen“, verdeutlicht Kern die Wichtigkeit der Unterstützung durch die oberste Firmenebene. Die Heatmap macht den Digitalisierungsgrad einzelner Services sichtbar und erleichtert so die Priorisierung von Handlungsfeldern.

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Veranstalterin Bettina Hainschink (CON.ECT) mit Philipp Schneidenbach und Lukas Fees (Materna).

Zum Einsatz von generativer KI im Bankenumfeld sieht weiters Claus Hintermaier, der die IT-Architektur der Zürcher Kantonalbank (ZKB) leitet, die „Maturität erreicht, welche für einen Einsatz im Unternehmensumfeld ausreichend ist“. Architektonisch liege der Fokus mehr auf der Integration mit Mensch und Maschine. Hintermaier rät jedoch zu Vorsicht beim Training der Modelle, um die Vertraulichkeit der Daten zu wahren.

Karin Maierhofer von der Post AG meint: „Automatisierung ist ein entscheidender Faktor für mehr Effizienz und Innovationskraft.“ Moderne EA-Tools reduzierten repetitive Aufgaben und optimierten Prozesse – Voraussetzung sei, Governance nicht als Hindernis, sondern als unterstützendes Element zu verstehen.

Horst Kargl von SparxSystems-Europe stellte mit dem NATO Architecture Framework (NAFv4) einen Ansatz vor, der Architektur zweckorientiert abbildet. „KI ermöglicht einen natürlich-sprachlichen Zugang für die Benutzer und macht Wirkung und Abhängigkeiten explizit sichtbar“, erklärt Kargl. Besonders für kritische Infrastrukturen und komplexe Transformationsvorhaben biete das Framework wertvolle Anknüpfungspunkte.

Die Tagung unterstrich: EAM entwickelt sich vom dokumentierenden Ansatz zu einem dynamischen Steuerungsinstrument. Die Disziplin leistet einen zentralen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Weitere Sprecher waren Roumen Ivanov (VIG), Rainer Scheibehenne (ITM), Franz Kary (Vodafone) und Gerd Wessling (Scagilize).

Der Veranstalter Conect lobt auch heuer wieder gemeinsam mit Partnern den „EAM Award“. Einreichungen sind noch möglich, weitere Infos dazu gibt es unter https://www.conect.at/eam-award-2026

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