Dienstag, August 04, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Themenverfehlung

Rohstoffknappheit und Ressourcenverbrauch lenken nur vom eigentlichen Problem ab: dem steigenden Anspruch.

Das Gerücht der Sandknappheit geistert seit geraumer Zeit durch die Medien, obwohl es dafür hierzulande keinerlei Belege gibt. Auch der übermäßige Ressourcenverbrauch wird immer wieder angeprangert. Das schafft Verunsicherung einerseits und stellt andererseits die heimische Rohstoffe gewinnende und verarbeitende Branche in das Eck der »Ressourcenverschwender«. Bei näherer Betrachtung stellt man schnell fest, dass man hier die Falschen verurteilt.

Die Sandknappheit mag ein Problem in Bereichen mit geringem Anteil an Lockergesteinsvorkommen sein. Oder aber in Bereichen, in denen der Sand nicht zum Einsatz im Bauwesen taugt - sonst wäre die Rechnung nur allzu einfach, denn Wüstengebiete mit ausreichend Sand gäbe es weltweit ja genügend. Leider sind diese Sande oft als Baumaterial völlig untauglich. Insofern ist dieses sogenannte »Sandproblem« eher ein Standortproblem oder hierzulande der künstlichen Verknappung durch nicht erteilte Genehmigungen geschuldet. Wenn man Genehmigungen zurückhält und damit Sandkapazitäten reduziert, dann haben wir vielmehr eine Genehmigungsknappheit denn eine Sandknappheit.

Gesellschaftlicher Bedarf 

Was den Ressourcenverbrauch betrifft, so muss auch klar festgehalten werden, dass dafür nicht die Rohstoffe gewinnenden oder verarbeitenden Betriebe verantwortlich zeichnen, sondern schlichtweg unsere Gesellschaft selbst. Wenn es den Ausbau von Infrastruktur wie z.B. Brücken, Kläranlagen, Wohnraum oder Verkehrswege verlangt, dann muss es dafür Baumaterial geben. Niemand kauft Roh- oder Baustoffe, wenn er diese nicht verbauen kann. Ergo werden diese auch nur für den Bedarf der Gesellschaft produziert.

Verantwortung der Politik 

Ob man aus raumplanerischer Sicht Fachmarktzentren mit riesigen Parkplätzen braucht oder nicht, muss die Politik beantworten. Den Baustoffhersteller für diese Versiegelung in die Verantwortung zu nehmen, ist ein Ablenken vom eigentlichen Problem. Gleiches gilt dann, wenn man die zunehmende Wohnfläche pro Person hierzulande kritisiert und dafür den Planer verantwortlich macht - der Adressat der Kritik ist auch hier die Politik.
Es ist fällt leicht sich an der Politik abzuputzen. Aber Hand aufs Herz, würden Sie als Verantwortlicher z.B. dem Wunsch ihrer Gemeinde nach mehr Wohnraum für junge Menschen nicht stattgeben bevor Sie diese an andere Gemeinden verlieren?

Insofern sind die Themen weit vielschichtiger und nicht trivial. Solange unsere Gesellschaft nicht vom Verzicht überzeugt ist, können wir uns über Sandknappheit, Ressourcenverbrauch und Flächenversiegelung mokieren, wie wir wollen, das eigentliche Problem des zunehmenden Anspruchs löst man damit nicht.

×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

Klimaziel in ernster Gefahr
Industrie 5.0 – Eine längst fällige Korrektur

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

Nagarro
31 Juli 2026
Firmen | News
Die Einreichung für die Nagarro Innovation Challenge 2026 läuft noch bis 18. September. Unternehmen haben die Chance, ihre vielversprechendsten Digitalisierungs- und KI-Ideen von Expert:innen bewerten zu lassen und die besten als Proof of Concept im ...
Firmen | News
29 Juli 2026
Firmen | News
Die Welt von VMware ist im Umbruch – mit anderen Lizenzmodellen, einem neuen Partnerprogramm und einem konsolidierten Portfolio. Axians ist in Österreich Pionier der Virtualisierungsplattform und begleitet Unternehmen auch künftig von der Lizenzierun...
Vertiv
23 Juli 2026
Firmen | News
Die Investition steigert die Produktion von Kältemaschinen, die Testkapazitäten und die Beschäftigungsmöglichkeiten am Standort Vertiv, ein weltweit führender Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, gibt Investitionen zur Erweiterung der Fer...
Firmen | News
23 Juli 2026
Firmen | News
Wer KI-Modelle dauerhaft trainiert oder produktiv betreibt, stößt mit Cloud-GPUs bei Dauerlast schnell an Kostengrenzen – und gibt Daten aus der Hand. Dedizierte KI- und GPU-Server im eigenen Rechenzentrum bieten planbare Kosten, volle Datenkontrolle...

Neue Blog Beiträge

03 August 2026
Intelligente Netze
Europa
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der KI-Verordnung. In Zeitungen, Newslettern und LinkedIn-Postings liest man dazu einen Satz, der eingängig klingt und trotzdem falsch ist: Ab jetzt müsse alles gekennzeichnet werden, was mit kü...
29 Juli 2026
Intelligente Netze
Neue Welt des Arbeitens
Warum die meisten Organisationen KI einführen und trotzdem alles beim Alten lassen. 1890 kauften Fabrikbesitzer den Elektromotor. Sie stellten ihn dorthin, wo vorher die Dampfmaschine gestanden hatte. Die Produktivität stieg um null Prozent, und das ...
24 Juli 2026
Intelligente Netze
Mensch und Gesellschaft
500 Milliarden fließen dieses Jahr in KI. Die Produktivitätskurve zuckt kaum. Irgendwo dazwischen sitzt der Fehler — und er sitzt nicht im Chip. 1987 sagte der Ökonom Robert Solow einen Satz, der bis heute hält: Man sehe das Computerzeitalter überall...