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Sommerloch Teil 2 oder Zukunftschance?

Die Hitze im Sommer ist nicht wirklich beeinflussbar. Zu beeinflussen sind allerdings die Auswirkungen. Ziel muss sein, die Wärme an der Gebäudeoberfläche zu nutzen und in verwertbare Energie umzuwandeln. Dafür braucht es die richtige Gebäudestruktur. Die Lösungen dafür liegen am Tisch.

Zuletzt wurden an dieser Stelle – teilweise auch zynische – Lösungsvorschläge im Umgang mit der sommerlichen Hitze in städtischen Bereichen unterbreitet. Das Thema an sich schreit natürlich danach, die mageren Zeiten an Nachrichten im Sommer zu füllen. Dennoch gibt es dabei auch Aspekte, die ernst zu nehmen sind und möglicherweise die Zukunft unserer Bauweisen prägen werden.
Die Hitze im Sommer ist wohl ein Umstand, der von uns kaum zu beeinflussen ist – zumindest nicht kurz- oder mittelfristig. Es gilt daher Lösungen zu finden, um damit bestmöglich umzugehen. Wir sind daher einerseits gefordert, Konzepte zu entwickeln, um die Wärme durch Abstrahlung von Oberflächen zu reduzieren. Andererseits muss die Wärme an der Gebäudeoberfläche genutzt und in verwertbare Energie umgewandelt werden.
Experte Stefan Schleicher vom Wegener Zentrum der Universität Graz hielt erst unlängst in seiner Keynote bei der Bau!Massiv!-Breakfast Lounge fest, dass der zukünftige Umgang mit unserer Energie maßgeblich durch den jetzigen Umgang mit unserer Gebäudestruktur bestimmt wird. Die Bauteilaktivierung wird dazu ein wesentlicher Schlüssel sein. Mithilfe des Speichervermögens massiver, massiger Bauteile kann die anfallende erneuerbare Energie gespeichert werden und dann abgerufen werden, wenn sie benötigt wird. Über Wärmetauschsysteme kann diese gespeicherte Energie dann in Kälte oder Wärme umgewandelt werden und zur Kühlung oder Erwärmung des Gebäudes verwendet werden. Vernetzt man in weiterer Folge mehrere derart konzipierte Gebäude, entstünde ein autarkes Energienetz zum Speichern und Abrufen erneuerbarer Energie.

Mut und Wille gefragt
Die Lösungen zum Schutz vor einer sommerlichen Überhitzung unserer Innenräume liegen am Tisch. Was es nun braucht, ist der Mut in der Planungsphase und der Wille der Politik zur Änderung unserer bisherigen Energiestrategien. Nutzen wir die positiven Effekte der Bauteilaktivierung. Die massiven Bauteile schützen vor der Wärmeeindringung im Sommer in den Innenraum, die gespeicherte Energie wird in den Energiekreislauf gespeist und Kühl- bzw. Wärmesysteme versorgt.
Ein zukunftsweisendes Konzept, das unsere Gebäude noch nachhaltiger werden lässt und letztendlich zu maßgeblichen Bestandteilen zukünftiger »erneuerbarer« Energiekonzepte macht.

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