Klimaziel in ernster Gefahr
Der Wettbewerb um Vorteil und Aufmerksamkeit in der Klima-Debatte wird zunehmend destruktiver - das Spiel mit falschen Informationen mittlerweile unerträglich!
Derzeit braucht es scheinbar nicht einmal mehr eine ausreichende Expertise, um sich im Klimaschutz-Mainstream Gehör zu verschaffen. Das ist nicht nur hinderlich, um das eigentliche Ziel einer klimafreundlichen Zukunft zu erreichen. Es eröffnet auch Debatten, die Seriosität und Fachexpertisen missen lassen, die Destruktivität fördern und damit das Ziel gefährden.So wird die Frage der Umweltfreundlichkeit von Bauprodukten scheinbar völlig entkoppelt von der Kreislauffähigkeit der Produkte diskutiert. Überall wirft man mit Argumenten um sich, die einer ernsthaften Prüfung nicht mehr standhalten, aber eben zum modernen Mainstream passen. Die CO2-Senke ist nun der Rettungsanker, wenn es um die Klimaneutralität geht. Jede Lobby sucht ihre Senken, um in Politik und Öffentlichkeit Pluspunkte zu sammeln. Das BMLRT unterstützt dabei die Holzwirtschaft mit ihrem Holzbauförderpaket und greift damit direkt in den Wettbewerb ein. Dass man dies damit begründet, man würde CO2-intensive Produkte ersetzen, zeigt nur, dass man über die Errichtungsphase eines Gebäudes nicht mehr hinausdenken will. Weder die Klimaschutz-Potenziale in der Betriebsphase (Bauteilaktivierung) noch das Kreislaufwirtschaftspotenzial scheinen hier eine Rolle zu spielen. Warum fördert man Produkte, deren Wiederverwertungspotenzial vor allem in der thermischen Nutzung liegt – in der der temporär gespeicherte Kohlenstoff als CO2 auch noch frei wird und mit der der Baustoff aus dem Kreislauf fällt?
Kaum Interesse an Kreislaufwirtschaft
Eine Studie des BMVIT (heute BMK) kam bereits vor Jahren zum Schluss, dass über den Lebenszyklus für keinen Baustoff ein CO2-Vorteil ableitbar ist. Aber was am Ende der Lebensphase passiert, scheint nur jene zu interessieren, die sich für Kreislaufwirtschaft einsetzen. Das dürften jedenfalls andere Gruppierungen sein, als jene denen das CO2-Thema so wichtig ist – auch wenn beides Teile des EU Green Deal sind!
Apropos energieintensive Produkte: Wussten Sie, dass gemäß der BMK-Publikation »Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich - Statusbericht 2021« im Jahr 2019 rund 11,5 Mio. Tonnen mineralische Bau- und Abbruchabfälle registriert wurden – nur 11% davon mussten deponiert werden! Der Rest wurde im Kreislauf gehalten und musste nicht verbrannt werden. Und gespannt darf man auf den erforderlichen Ausbau der Wind- und Wasserkraft (15 TWh bis 2030) sein, wenn man auch dort lediglich die CO2-Intensität der Produktionsphase als Maßstab für einen Produkteinsatz heranzieht.
Ende des Aktionismus
Es wäre höchste Zeit zu einer seriösen, fairen Diskussionskultur zurückzukehren und dem Aktionismus eine Absage zu erteilen. Wer stets nur Ausschnitte des Zielpfads oder Lebenszyklus bewertet, ohne das Gesamtbild zu sehen, könnte bald in einer Sackgasse landen. Dem Erreichen der Klimaziele ist das keinesfalls dienlich.n
Stay Informed
When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.
About the author
Andreas Pfeiler ist seit 1. Jänner 2012 Geschäftsführer des Fachverbands Steine-Keramik in der Wirtschaftskammer. www.baustoffindustrie.at
By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/
Firmen | News
Marija Kotnig
20 February 2026
Ende letzten Jahres wurden aktuelle Wirkfaktoren in der Carbon Footprint Berechnung für Österreich und Deutschland veröffentlicht. Für Unternehmen ist das Wissen über die aktuellsten Faktoren entscheidend, um diese in der Treibhausgasbilanzierung ber...
Vertiv
20 February 2026
Der Energiebedarf von Rechenzentren wächst rasant. Künstliche Intelligenz (KI), High-Performance-Computing und datenintensive Anwendungen treiben die Leistungsanforderungen kontinuierlich nach oben. Gleichzeitig verschärfen sich Umweltauflagen, und U...
Firmen | News
19 February 2026
Bewegung verbindet Menschen auf eine tiefgreifende und unmittelbare Weise miteinander, die Worte allein nur selten erreichen können, weil sie direkt auf einer körperlichen und emotionalen Ebene wirkt. Wenn Kolleginnen und Kollegen gemeinsam rhythmisc...
Vertiv
19 February 2026
Vertiv™ Next Predict ist ein neuer KI-gestützter Managed Service, der Fachwissen aus der Praxis mit fortschrittlichen Algorithmen für maschinelles Lernen kombiniert, um Probleme zu antizipieren, bevor sie auftreten. Vertiv (NYSE: VRT), ein weltweit f...
Neue Blog Beiträge
16 February 2026
Warum Zukunft mehr mit Führung als mit Rahmenbedingungen zu tun hat? Wenn über Wettbewerbsfähigkeit gesprochen wird, richtet sich der Blick schnell auf die bekannten strukturellen Themen: Regulierung, Kapitalmärkte, fragmentierte Märkte oder langsame...
13 February 2026
Eine Markteinschätzung von Dominic Rizzo, Portfoliomanager der Global Technology Equity Strategy bei T. Rowe Price. KI sorgt für den größten Produktivitätsschub seit der Erfindung der Elektrizität, und wir stehen noch ganz am Anfang. Die Beweise...
12 February 2026
Zwei exzellente Logiken. Ein System. Ein Widerspruch.Viele Organisationen und auch die Politik fordern Innovation. Viele Organisationen führen mit denselben Regeln wie die Produktion. Mehr Kontrolle. Mehr Druck. Mehr KPIs. Mehr Reporting. Und dann wu...