Dienstag, August 04, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Europa braucht einen einheitlichen Energiemarkt


Die Europäische Kommission hat ihren Affordable Energy Action Plan vorgelegt, der die Energiekosten senken soll, um den Verbrauchern sofortige Entlastung zu bieten und gleichzeitig die Energieunion zu vollenden. Es scheint, als hätte die Kommission verstanden, dass Europa im internationalen Wettbewerb bestehen muss – leider macht es aber nur den Anschein!

Nicht nur die heimische Baustoffindustrie kämpft seit Jahren mit deutlich zu hohen Energiekosten. Während in den 2010er-Jahren Erdgas und Strom durchschnittlich um rund 30 % teurer waren, sind wir in Europa seit 2022 mit einem Faktor 2–5 im Vergleich zu ähnlich entwickelten Wirtschaftsräumen konfrontiert. Diese Entwicklung hat keinesfalls zur Attraktivierung des Wirtschaftsstandorts Europa beigetragen. Der nunmehr vorgelegte Aktionsplan der Kommission wird daran vermutlich auch wenig ändern. Die präsentierten Maßnahmen, »Peak Shaving« genannt, sind wohl gut gemeint, werden die Preise aber nicht maßgeblich reduzieren, selbst wenn die Einsparungen heuer auf 45 Mrd. Euro und auf bis zu 260 Mrd. Euro jährlich bis 2040 geschätzt werden.

Kein großer Wurf
Ziel ist es, alle Energiekonsumenten zu entlasten. Es wurden die Maßnahmen mit Steuerungsinstrumenten hinterlegt, sodass die Abhängigkeit Europas von importierten fossilen Brennstoffen reduziert werden soll. Konkrete Vorschläge der Kommission ergehen an die Mitgliedstaaten. Diese sollen Netz- und Energiekosten durch Senkung der Verbrauchssteuersätze auf das europäische Minimum oder durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf 5 % entlasten. Auch das generelle Aussetzen der Besteuerung für Energiekonsum – Stichwort Industriepreis – soll möglich sein.

Es braucht keinen Hochschulabschluss in Mathematik, um zu erkennen, dass die Reduktion von Steuersätzen den Wettbewerbsnachteil eines 2–5-fach überhöhten Preises nicht kompensiert. Zudem ist fraglich, wann die Mitgliedstaaten diese möglichen Maßnahmen überhaupt umsetzen. Es ist daher mit keinem großen Wurf zu rechnen – Hand aufs Herz, das Wording »Peak Shaving« gibt das ohnehin nicht her. Es wurde erneut eine Chance vertan, eine Energieunion in Europa zu etablieren und den Energiepreis auf eine international wettbewerbstaugliche Ebene zu bringen. Stattdessen fördert man im Binnenmarkt erneut die Wettbewerbsverzerrung – nämlich, wenn jeder Mitgliedstaat etwas anderes macht – und wird im internationalen Vergleich nicht aufholen.

Reformen notwendig
Wer einer auf zunehmenden Energiekonsum aufgebauten Gesellschaft keine günstige Energie bereitstellen kann, muss den Wettbewerbsverlust auf internationalen Märkten in Kauf nehmen. Es braucht daher dringend tiefgreifendere Reformen, um in Europa einheitlich günstige Energie bereitzustellen. Sollte das nicht in Bälde gelingen, dürfen wir uns über Verluste jedweder Art nicht beschweren.

×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

Huawei stellt KI-Data-Lake-Lösung vor, um die Einf...
Zukunft bauen mit Unternehmen und Beschäftigten ...

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

Nagarro
31 Juli 2026
Firmen | News
Die Einreichung für die Nagarro Innovation Challenge 2026 läuft noch bis 18. September. Unternehmen haben die Chance, ihre vielversprechendsten Digitalisierungs- und KI-Ideen von Expert:innen bewerten zu lassen und die besten als Proof of Concept im ...
Firmen | News
29 Juli 2026
Firmen | News
Die Welt von VMware ist im Umbruch – mit anderen Lizenzmodellen, einem neuen Partnerprogramm und einem konsolidierten Portfolio. Axians ist in Österreich Pionier der Virtualisierungsplattform und begleitet Unternehmen auch künftig von der Lizenzierun...
Vertiv
23 Juli 2026
Firmen | News
Die Investition steigert die Produktion von Kältemaschinen, die Testkapazitäten und die Beschäftigungsmöglichkeiten am Standort Vertiv, ein weltweit führender Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, gibt Investitionen zur Erweiterung der Fer...
Firmen | News
23 Juli 2026
Firmen | News
Wer KI-Modelle dauerhaft trainiert oder produktiv betreibt, stößt mit Cloud-GPUs bei Dauerlast schnell an Kostengrenzen – und gibt Daten aus der Hand. Dedizierte KI- und GPU-Server im eigenen Rechenzentrum bieten planbare Kosten, volle Datenkontrolle...

Neue Blog Beiträge

03 August 2026
Intelligente Netze
Europa
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der KI-Verordnung. In Zeitungen, Newslettern und LinkedIn-Postings liest man dazu einen Satz, der eingängig klingt und trotzdem falsch ist: Ab jetzt müsse alles gekennzeichnet werden, was mit kü...
29 Juli 2026
Intelligente Netze
Neue Welt des Arbeitens
Warum die meisten Organisationen KI einführen und trotzdem alles beim Alten lassen. 1890 kauften Fabrikbesitzer den Elektromotor. Sie stellten ihn dorthin, wo vorher die Dampfmaschine gestanden hatte. Die Produktivität stieg um null Prozent, und das ...
24 Juli 2026
Intelligente Netze
Mensch und Gesellschaft
500 Milliarden fließen dieses Jahr in KI. Die Produktivitätskurve zuckt kaum. Irgendwo dazwischen sitzt der Fehler — und er sitzt nicht im Chip. 1987 sagte der Ökonom Robert Solow einen Satz, der bis heute hält: Man sehe das Computerzeitalter überall...