Sonntag, Oktober 25, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Font size: + –

Die Verpflichtungen der EU-Verordnung für Künstliche Intelligenz

Mit dem 2. Februar 2025 sind die ersten Verpflichtungen des EU AI Act in Kraft getreten – ein entscheidender Meilenstein in der Gesetzgebung, denn fast jedes Unternehmen setzt künstliche Intelligenz (KI) als Anwender ein und immer mehr Unternehmen entwickeln KI als Betreiber.Sechs Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes endet die Schonfrist - ab diesem Datum müssen verbotene Praktiken unterbleiben und die Vorgaben zur sogenannten KI-Kompetenz („AI Literacy") umgesetzt sein. Für Unternehmen bedeutet das: Jetzt handeln, um den neuen rechtlichen Anforderungen frühzeitig gerecht zu werden.

Was genau ist künftig verboten?

Der AI Act stuft bestimmte Praktiken als unzulässig ein, da sie die Grundrechte und ethischen Standards der EU verletzen. Dazu gehören:

  • Manipulative Techniken: Systeme, die das Verhalten und Entscheidungen von Personen so beeinflussen, dass diese ihnen schaden könnten.
  • Ausbeutung von Schwächen: Der Einsatz von KI zur Ausnutzung von Schwächen bestimmter Gruppen, bspw. von Minderjährigen oder Menschen mit Behinderungen.
  • Social Scoring: Eine Bewertung des Verhaltens oder der Persönlichkeit von Einzelpersonen durch öffentliche Stellen.
  • Echtzeit-Biometrie Überwachung im öffentlichen Raum: Mit wenigen Ausnahmen ist der Einsatz solcher Technologien untersagt.
  • Emotionserkennung: Der Einsatz von KI-Systemen zur Erkennung und Analyse des emotionalen Zustands einer Person ist verboten.
  • Gesichtsdatenbanken: Die Erstellung und Nutzung großflächiger Gesichtsdatenbanken, insbesondere zur Überwachung oder Verfolgung von Personen, ist untersagt.

Was bedeutet KI-Kompetenz („AI Literacy")?

Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden, die mit KI-Systemen arbeiten oder diese nutzen, über ausreichende Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang damit verfügen. Dazu gehören:

  • Verständnis für KI-Grundlagen: Wie KI-Systeme funktionieren, welche Daten sie nutzen und welche Ergebnisse sie liefern.
  • Risikoerkennung: Mögliche ethische, rechtliche und technische Risiken beim Einsatz von KI erkennen und bewerten können.
  • Verantwortungsvoller Umgang: Sicherstellen, dass KI-Systeme fair, transparent und sicher eingesetzt werden.

Tipps: Was Unternehmen jetzt umsetzen sollten

Um die Deadline des AI Act am 2. Februar 2025 einzuhalten, sollten Unternehmen folgende Schritte priorisieren:

  1. Prüfen Sie Ihre KI-Systeme: Analysieren Sie, ob Ihre eingesetzten oder entwickelten KI-Systeme den Vorgaben entsprechen. Identifizieren Sie mögliche Risiken und stellen Sie sicher, dass ihr Unternehmen die notwendigen Anforderungen erfüllt.
  2. Schulungen für Mitarbeitende durchführen: Entwickeln Sie Schulungsprogramme, um die KI-Kompetenz Ihrer Mitarbeitenden sicherzustellen. Setzen Sie auf praxisnahe Trainings und zertifizierte Weiterbildungen. 
  3. Interne Richtlinien, Transparenz und externe Kommunikation: Passen Sie Ihre internen Prozesse und Richtlinien an die Anforderungen des AI Act an. Das umfasst klare Regeln zur Nutzung, Überwachung und Dokumentation von KI-Systemen. Stellen Sie sicher, dass die Funktionsweise und der Einsatz Ihrer KI-Systeme nachvollziehbar sind - dies ist insbesondere für Ihre Kund*innen und Partner*innen wichtig.
  4. KI-Management-Rahmenwerke verwenden: Nutzen Sie etablierte Standards wie die ISO 42001, die einen technologie- und regulierungsunabhängigen Ansatz für die Governance von KI bieten. Solche Rahmenwerke helfen dabei, klare Strukturen und Prozesse für den sicheren und verantwortungsvollen Einsatz von KI zu etablieren.

Ausblick: Welche wichtigen Deadlines rund um den AI Act anstehen

Abgesehen von der Deadline am 02. Februar 2025 gibt es weitere bedeutende Fristen, die Unternehmen beachten sollten:

  • August 2025: Ab diesem Datum gelten spezifische Regelungen für General-Purpose-AI-Systeme - also solche, die für eine Vielzahl von Anwendungen eingesetzt werden können.
  • August 2026: Hochrisiko-KI-Systeme gemäß Anhang III des AI Act müssen den festgelegten Anforderungen entsprechen. Dies betrifft unter anderem Anwendungen in Bereichen wie Bildung, Arbeit und Strafverfolgung.
  • August 2027: Die Regelungen für Hochrisiko-KI-Systeme gemäß Anhang I treten in Kraft. Diese betreffen vor allem grundlegende Infrastrukturen und Technologien mit besonderer Bedeutung für die öffentliche Sicherheit.


Für Unternehmen ist es entscheidend, sich frühzeitig auf diese Fristen vorzubereiten. Ein langfristiger Plan und eine kontinuierliche Anpassung an die rechtlichen Vorgaben sind unverzichtbar, um rechtliche und wirtschaftliche Risiken wirksam zu minimieren und KI künftig vollumfänglich und sicher nutzen zu können. 

Bild: iStock

Die besten Nahrungsergänzungsmittel und wie sie si...
Aktuelle Neuerungen zur ISO 37001:2025

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

Nagarro
22 Oktober 2026
Firmen | News
Zwölf Unternehmen haben es ins Finale der Innovation Challenge 2026 powered by Nagarro geschafft. Beim Pitch Day am 16. Oktober präsentierten die Finalisten ihre Innovationsideen einer interdisziplinären Expertenjury. Im Mittelpunkt der diesjährigen ...
Salesforce
21 Oktober 2026
Firmen | News
Mit dem Agentblazer Award rückt Salesforce herausragende Organisationen ins Rampenlicht, die Innovation aktiv vorantreiben und zeigen, wie sich Effizienz und Fortschritt durch den gezielten Einsatz von KI neu definieren lassen. In jeder Branche gibt ...
Firmen | News
20 Oktober 2026
Firmen | News
Wie können Unternehmen ihre IT-Landschaften zukunftssicher gestalten? „Innovations to Success – Unlocking Tomorrow 2027" am 22. Oktober 2026 im Messezentrum Salzburg gibt dazu konkrete Impulse. Die Business- & Technology-Conference des IT-Dienstl...
Firmen | News
20 Oktober 2026
Firmen | News
Die Energiewende wird meist in großen Kategorien verhandelt. Es geht um Windparks, Pumpspeicher, Hochspannungstrassen und Wasserstoff für die Industrie. Daneben wächst ein zweiter, leiserer Strang: die dezentrale Stromerzeugung in Privathaushalten. K...

Populär

In New York werden ungenutzte Luftrechte zu handelbarem Baupotenzial. So können neue Baukörper über oder neben bestehenden Gebäuden entstehen. Foto: REPORT/Eva Flatscher

Haus über Haus: Wie New York mit Luftrechten baut

In New York wird nicht nur mit Grundstücken gehandelt, sondern auch mit dem...
Luftaufnahme des Knauf-Standorts in Ferndorf in Kärnten mit Produktionshallen, Bahntrasse sowie angrenzenden Feldern und Gewässern.

Knauf investiert 30 Millionen Euro in Recyclinganlage

In Ferndorf in Kärnten entsteht eine neue Recyclinganlage für Glas- und...
Batterieelektrische Scania-Zugmaschine in Dreiviertelansicht.

Langstrecke unter Strom

Scania will batterieelektrische Lkw stärker für längere Strecken einsetzen....
Buchcover: Homo Universus von Matthias Strolz
Cover: Edition Platin

Homo Strolzus

Matthias Strolz widmet sich in „Homo Universus“ den großen Fragen des...
Gruppenbild Studierende mit Michael Nowak vor der verbotenen Stadt

Studierende tauchten in Chinas Tech-Welt ein

Das Bildungsprogramm „Seeds for the Future“ fand in diesem Jahr zum zwölften...
Gespräch am Tisch im Businessumfeld

Umfrage: Wie gut sind Unternehmen auch kommunikativ auf NIS2 vorbereitet?

Am 1. Oktober 2026 tritt in Österreich die NIS2-Richtlinie in Kraft. Damit...

Neue Blog Beiträge

23 Oktober 2026
Qualität und Effizienz
Europa
Das Wissen über Treibhausgasemissionen wird immer mehr zum Wirtschaftsfaktor. Dieses Jahr hat uns wieder gezeigt, dass die Klimakrise auch massive Auswirkungen auf Unternehmen hat. Von gestiegenen Energiepreisen über die Unterbrechung von Lieferkette...
20 Oktober 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Wie können Gebäude so geplant, saniert und weiterentwickelt werden, dass Materialien möglichst lange im Kreislauf bleiben? Kreislaufwirtschaft wird für die Bau- und Immobilienbranche zunehmend zu einem zentralen Thema. DELTA begleitet diese Transform...
20 Oktober 2026
Intelligente Netze
Europa
Wer heute eine AR-Wartungsbrille pilotiert, kauft mit der Hardware einen Datenschutzfall ein. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) hat am 13. Oktober 2026 im Plenum seine Stellungnahme 1/2026 zu Smart Glassesangenommen und am selben Tag veröff...

Leben & StilView all

Produkte & ProjekteView all